Die Kiesbahn am Segrahner Berg
Die Feldbahn des Kieswerks von Bülow ist legendär. Sie transportierte Kies aus dem Kieswerk Gudow am Segrahner Berg an die knapp 10 Km entfernte Verladerampe am Elbe-Lübeck Kanal.
Eingesetzt wurden meine Lieblingslokomotiven, die Deutz OMZ 122. Es gab einen straffen Fahrbetrieb, es waren immer sieben Züge mit jeweils 13 Kipploren mit 1,75 Kubikmeter Fassungsvermögen auf der Strecke. Dies ermöglichte rechnerisch eine Förderleistung von knapp 1500 Tonnen am Tag. Es gab zwei Ausweichen auf der Strecke, zeitweise trafen sich dort vier Züge.
An der Verladestelle am Kanal gab es eine Kehrschleife, an der Sortieranlage des Kieswerks ein Dreiecksgleis. Es muss an die 20 Lokomotiven gegeben haben.
Höchste Zeit also, dieser Anlage einen Besuch abzustatten.
Dankenswerterweise darf ich meine aktuellen Bilder mit historischen Bildern von Andreas Voß ergänzen.


Wir beginnen unsere Spurensuche am Elbe-Lübeck Kanal bei Güster.



Hier legten die Kiesfrachter an.


Auf dem Damm fuhren bis 1981 Lorenzüge.




Die Weiche zur Kehrschleife.




Die Steilstrecke kreuzte die Strasse zwischen Güster und Göttin mit einem ampelgeregelten Bahnübergang.
Aufgrund dieser Steilstrecke wurden die Lokomotiven mit Kompressor ausgestattet und die letzten beiden Loren mit Druckluft gebremst. Trotzdem durfte die Talfahrt mit einem 68 Tonnen schweren Zug vor allem bei Nässe immer wieder für einen Adrenalinschub gesorgt haben.






Viele Kilometer ging es über weite Felder- eben eine richtige Feldbahn.








Der Bahnübergang zwischen Büchen und Gudow war auch ampelgeregelt.


Und weiter geht es in Richtung Segrahn. In 100 Meter wurde die Autobahn über die Trasse gebaut, was 1981 auch zum Aus für die Feldbahn führte.


Am Eingang des Kieswerks steht heute noch die Werkstatt, im Hintergrund ist das imposante Kieswerk zu sehen.


Und dann steht sie da....


Die letzte ihrer Art in Gudow, steht sie noch auf dem oberen Teil des Dreiecksgleises.


Den 12 Tonnen schweren Brocken wollen wir uns doch genauer ansehen.


Der Originalmotor ist noch vorhanden.




Doch das Getriebe ist ausgeräumt...


und gibt den Blick frei auf Wendegetriebe und Achsantrieb.


So sahen die Lokführer die Welt.



Die Flasche für den Druckluftanlasser und die Holztüren.



Ein Rad mit Bremse.




1984 hat es an der Stelle so ausgesehen....


und so....

Die Lokomotiven waren damals nach 45 Dienstjahren arbeitslos geworden. Fast alle hatten die Aussicht auf einen ruhigen Lebensabend bei verschiedenen Museumsbahnen.

Hinter der Lok steht noch eine Reihe der großen Loren im Gebüsch.


Es ist die gleiche Bauart wie in Dossenheim.














Der letzte Wagen hatte einen Druckluftkessel für die Bremse.


Laschenberge gibt es auch noch.


Kleine Brecher.




Die westliche Weiche des Dreiecksgleises.




Dann geht es weiter in Richtung Segrahn.


Hier fuhr die Bahn einst auf das offene Feld.


Zurück im Werk, sehen wir uns die alte Sortier- und Verladeanlage näher an.






Die Denkmallore.


Wie man sieht, wird noch kräftig gefördert.






Und dann gibt es doch eine Gmeinder...


Aber nur eine Kaelble-Gmeinder Raupe.


Dieser kleine Kerl ist trotz dem Fahrzeugverkehr schon aus dem Nest gehüpft.


Die Werkstatt.


Die Tankstelle, an der einst die Feldbahnloks tankten.


Wir verlassen das Werk. Inzwischen ist Feierabend und die LKW, die heute die Arbeit der Feldbahn übernommen haben, sind auch schon abgestellt. 





Zum Abschluss ein Film von Lutz Jordan, der die heile Feldbahnwelt 1980 eingefangen hat:

https://www.youtube.com/watch?v=Ib-cF5AsfjQ

 


 

 
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Fahrtage
 
Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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