Entstehung der Feldbahnsammlung ab 1986

Wie kommt man auf das Hobby Feldbahn? Während die meisten meiner Hobbykollegen Fans der großen Eisenbahn sind und irgendwann mal die Feldbahn als Verwirklichung der Träume von einer eigenen Bahn entdecken, lief das bei uns ganz anders ab.
Zunächst war da das Hobby Mineraliensammeln, schon als kleiner Bub war ich mit meinen Eltern in Steinbrüchen oder auf den Halden stillgelegter Bergwerke. Während sich alle anderen für die Steine und deren Inhalt interessierten, begeisterte ich mich auf diesen Abenteuerspielplätzen für andere Dinge.
Irgendwo fanden sich meist alte Maschinen oder Schrottautos, die mein Interesse weckten. Auf Feldbahnschienen konnte man so schön mit Matchboxautos spielen.
So kann ich mich auch noch beim Gipskristalle suchen in der Tongrube Wiesloch an die dort arbeitenden Eimerkettenbagger und die Feldbahn erinnern.
Einige Jahre später, immer noch beim Mineraliensammeln, wenn da Spuren eines Stolleneingangs durch Wasseraustritt oder eine Pinge sichtbar war, begann ich da zu graben, besessen von der Neugier, was sich wohl in dem verbrochenen Bergwerk verbirgt. 
Allerdings musste ich lange auf Erfolg warten, den ersten Stollen legte ich im Alter von 18 Jahren frei.
Dieses Interesse führte uns bereits Jahre früher, nämlich 1984 in das Schriesheimer Silberbergwerk und wir beschlossen mit Gleichgesinnten, es auszugraben. Die Gruppe wurde immer größer und die Stollen, die wir ausgruben, immer länger.
Also musste ein Fördermittel her - was wohl? Eine Grubenbahn.
Eine Lore, die vom Reichsarbeitsdienst beim Waldwegebau stehen blieb, war schnell im Neckarsteinacher Wald geborgen.
Doch sie war zu breit für die schmalen Stollen und Strecken im Schriesheimer Bergwerk. Also schauten wir uns nach einem schmäleren Tauschobjekt um und wurden in Eisenberg/Pfalz bei Feldbahnfreunden fündig.
Bei einem dortigen  "Spieltag" war es dann schnell geschehen, und die Familie Schilling arbeitete auch dort mit. Erst ein eigener Förderwagen, dann noch einer, als es 6 waren, sollte es auch eine eigene Lok werden, dann noch eine...also:

Alles begann 1986 in Eisenberg/Pfalz am Reindlstollen

Der frischgebackene Lokbesitzer:



Hier bin ich auf der Fahrschullok:



Das Gelände war wunderschön:



Meine ersten Versuche mit der Flex:




1987 wurde die Jung angeschafft, komplettiert  und optisch aufgearbeitet:



Bergbauzug auf der damaligen Neubaustrecke:



Damals wurden die letzten Tongruben im Westerwald geschlossen, wo wir einige Wagen kaufen konnten.

Tongrube Hermann, Beilstein:






Gleich nebenan lag die Tongrube Eva:
 





Tongrube Stoß, Donsbach:






Da kein Spanngurt zur Hand war, bin ich hier kurzerhand hinter dem Hänger hergelaufen, um die Drehscheibe festzuhalten:



Bereits 1989 kam das unverhoffte Ende, wir mussten uns von Eisenberg verabschieden und sehen, wo wir unsere Fahrzeuge unterstellten. Hier das Abschiedsfoto vor dem Abtransport der Lok:



Damals ahnten wir noch nicht, dass es 15 Jahre dauern sollte, bis wir wieder eine richtige Fahrstrecke hatten.

Die Loks wurden bei den Wasserwerken Mannheim untergestellt, die Loren auf 20m Gleis im Schriesheimer Garten.
So eine Lore ist eine wunderbare Badewanne.




Nach der langen Pause, während der die Sammlung an verschiedenen wechselnden Orten untergebracht war und sich verschiedene Möglichkeiten für ein neues Gelände immer wieder zerschlagen hatten, waren wir im Jahr 1998 mal wieder auf der Suche nach einer neuen Bleibe für unsere Feldbahnsammlung, als wir hörten, dass in Dossenheim ein Steinbruchmuseum entstehen sollte. Schnell waren wir uns mit der Gemeinde und dem damaligen Steinbruchbesitzer Leferenz einig. Wir danken noch heute der Vermittlung von Dr. Wölfing, der leider schon lange verstorben ist. Eilig richteten wir die ehemalige Prallmühle als Lokschuppen her.



Zunächst mussten Stahlträger und ein Boden in das nach unten offene Gebäude eingezogen werden, dann wurde eine Rampe aufgeschüttet, um den zukünftigen Lokschuppen befahrbar zu machen.



Wir standen mächtig unter Zeitdruck, da in unserer bisherigen Bleibe bereits unser gesamtes Schienenmaterial verschrottet wurde, als Druckmittel, damit wir schnell abziehen. Das hat auch gewirkt, denn gegen einen Heidelberger Weltkonzern, der mit uns eigentlich ein Werksmuseum aufmachen wollte und es sich dann doch anders überlegte, hatten wir keine Chance.





Dann stand der Loktransport an





Aus einigen Steinbrüchen, Sägewerken und Tongruben im Odenwald wurden Schienen ausgebaut und gerichtet, übernachtet im VW Bus.





Im Schriesheimer Steinbruch gab es damals noch einige Weichen. Die Bergung gestaltete sich ziemlich schwierig, die Weichen mussten vor Ort zerlegt und mit dem Handwagen zum weit entfernten Auto hinunter gebracht werden.



Die Weichen wurden dann bei uns gerichtet, die fehlenden oder durchgerosteten Stücke ersetzt und mit neuen Schwellen verschweißt. Immerhin konnten wir so 7 Weichen bauen.



Zum Jahresende 1998 war dann mit dem Gleisbau erstmal Schluss, da wir den Teil des Steinbruches, der uns zugewiesen wurde, bereits voll nutzten. Immerhin hatten wir schon 60m Strecke. Der obere Teil des Steinbruches wurde zu dieser Zeit mit Bauaushub verfüllt und die Schienen wären den vielen LKW im Weg gewesen.



Weiter ging es dann 2004/2005, da wurde die Verfüllung beendet und wir durften weiter Schienen legen.
Der auch schon lange verstorbene Steinbruchmeister, Herr Günther, gab uns damals einen Tipp, dass auf der oberen Sohle noch Schienen unter dem Wegschotter liegen.
Dies war dann auch der erste Einsatz für Volker im Steinbruch, damals noch mit dem Yanmar Minibagger, hat er die Schienen freigelegt, mein Passat Syncro hat sie aus dem Boden gerissen und nach unten gezogen. Anschließend wurden die Schienen gerichtet und umgespurt. Ürsprünglich hatte die Steinbruchbahn 500mm Spurweite.



Hier der Blick auf die mit diesen Schienen errichtete Teilstrecke.



Im Jahr 2005 kauften wir 240m Schienen in einem Sägewerk bei Kaiserslautern. 



Es wurden Kurven gebogen, die Schienen wurden auf Blechschwellen geschweißt. Außerdem mussten auf dem nächsten Streckenabschnitt zwei Bahnübergänge betoniert werden.






Zum Glück mus nicht alles in Handarbeit bewältigt werden





2007 bekamen wir einen alten Bauwagen, der an das Streckende geschafft wurde und hergerichtet wurde. Seitdem macht die Arbeit auch im Winter Spaß.





Die Feldbahnsammlung wächst auch heute noch ständig, für die Transporte muss die alte VW Pritsche herhalten







Und so ging es dann im Winter 2010/11 weiter:
http://www.feldbahn-dossenheim.de.tl/Gleisbau.htm

 
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Fahrtage
 
Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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