Käfer, Käfer, Käfer....

 

Hier werden unsere ehemaligen Käfer vorgestellt.
Und das sind richtig viele.
Allerdings gibt es von einigen gar kein Foto.
2.Juni 1987. Führerschein bestanden und geprägt vom
Freundeskreis wurde ein Käfer gekauft.
Nicht irgendein Käfer, sondern ein 1303 von 1973,
dieses legendäre Modell mit Schräglenkerhinterachse,
McPherson Federbeinen und Panoramawindschutscheibe.
Letztere haben wir übrigens geänderten US-Sicherheits-
vorschriften von 1972 zu verdanken, sonst hätte VW
keine neues Käfermodell mehr auf den Markt geworfen,
während der Golf schon in den Startlöchern kratzte.
So kam es, dass er bereits 1975 wieder eingestellt wurde,
um dem Golf keine hauseigene Konkurrenz zu machen.
Der 1303 wird von seinen Fans auch als Krone der
Käferschöpfung bezeichnet.

Zurück zu meinem 1303. Fehlende Motorleistung wurde
durch Spoiler, Lampen und andere Extras kompensiert.
Fast Wöchentlich wurde etwas an dem Käfer verändert.
Der 44 Ps Motor flog bereits nach einem Jahr raus und
wurde zu Versuchszwecken zerlegt.
Wie pflegte damals mein Lehrmeister zu sagen:
"Ein Werkzeugmacher kann alles".
Also zerlegte ich auch an den Käfermotor.



Die Bilder zeigen den Zustand um 1988, inzwischen ist der
ursprünglich normale Käfer optisch aufgemotzt worden.



Die Garage der Eltern in Schriesheim verwandelte sich öfters
in eine Werkstatt, sehr zum Unmut der Nachbarn.



1988 wurde der erste Tuningmotor mit ca.70 Ps aus
Gebrauchtteilen zusammengesteckt, bereits nach
6 Wochen hatte er einen Lagerschaden.



1989 war mein roter Käfer hoffnungslos verbastelt
und hatte auch genug Rost. In Mückenloch fand ich
auf einem ehemaligen Bauernhof einen Platz, an dem
ich Schrauben durfte. Es war die Betonfläche des ehe-
maligen Misthaufens und die Teile durften im Hühner-
stall eingelagert werden.
Hier konnte ich aus meinem roten 1303 meinen
damaligen Traumkäfer bauen.
Da ich aber in Schriesheim wohnte, wollte jeder Arbeits-
einsatz wegen der langen Anfahrt gut geplant sein.
An einem Wintersamstag wurde der Unterboden saniert.



Dummerweise begann es gleich nach dem Umlegen zu
schneien, so dass wir uns mit einem Verschlag behelfen
mussten. Flex und Bohrmaschinen mit Zopfbürsten ließen
Rost und Unterbodenschutz keine Chance.
Am späten Nachmittag wurde grundiert.



Um Mitternacht war der ganze Unterboden rot und der
Käfer wurde wieder umgeworfen.
Ich könnte dann noch von einem Motorschaden erzählen,
denn der Winterkäfer anschließend auf der Fahrt nach Hause
bekam und der Odyssee, wie uns verschiedene hilfsbereite
Autofahrer ein paar Kilometer abschleppten, bis wir morgens
um 6 Uhr  tatsächlich mit dem herztoten Käfer in Schriesheim
ankamen. Am nächsten Abend war dann bereits ein Reserve-
motor eingebaut und der Winterkäfer wieder im Rennen.



Gut 500 Arbeitsstunden später steht er nun fertig da, 
1990 mein ganzer Stolz:
Tief, schwarz, breit, schnell, laut.
95 PS Käfermotor, 8" Tiefbettfelgen, Überrollkäfig,
Porsche Style rundum.













Diese Scheibengravur drückte damals das Feindbild der
Käferszene aus.
"Gott schuf den Käfer, der Teufel den Golf".
Was uns nicht davon abhielt, mit den GTI Fahren die
Kräfte zu messen.



Der Käfer wurde 1994 verkauft, vor allem, da Porschestyle
 mittlerweile völlig out war, aber auch, weil es inzwischen
größere VWs in der Familie gab, die wegen Nachwuchs
nötig geworden waren.


Da der 1303 über Winter 1989/90 umgebaut wurde, legte ich
mir zum ersten Mal ein Winterkäfer zu:







Mit ihm wurde nachts um 3 Uhr ein unfreiwilliger Crashtest
absolviert.
Zum Glück wurde bei dem dreifachen seitlichen Überschlag
 keiner meiner vier Mitfahrer verletzt. Der Käfer blieb auf
der Beifahrerseite liegen und rutschte noch ca. 50m auf
der Strasse weiter. Dabei flogen die Funken, als würde rund
um das Auto geflext.  Die Unfallursache war nicht nur das
völlig ausgelutschte Pendelachsfahrwerk, Regen, Nacht,
kurvige Bergstrecke und jugendlicher Übermut.
Mit Hilfe anderer Autofahrer konnten wir den Havaristen
wieder auf die Räder drehen und wir beschlossen, ihn
gleich im Schutz der Dunkelheit zum Schrottplatz zu fahren. 
Ich hatte keinen Moment gezweifelt, dass er noch fährt, und
so kam es dann auch.
Vor dem Schrottplatz wurde dann noch schnell der Motor aus-
gebaut, dann wurde er auf meinen Wunsch gleich gepresst. 
Bei der nächtlichen Überführungsfahrt hatte sich nämlich die
Besatzung eines Streifenwagens für den auffälligen Käfer
interessiert, die ich aber über einen frisch gepflügten Acker
abhängen konnte. Zum Glück hatte es bei dem Unfall das
hintere Nummernschild abgerissen.





Da sofort wieder ein Auto gebraucht wurde (mein 1303 war
ja gerade wegen dem Umbau zerlegt), kaufte ich mittags 
einen 76er Passat für 300 Mark. Drei Tage später, auf der 
Rückfahrt vom Ummelden auf der Zulassungsstelle, brach 
bei der Fahrt über einen Bahnübergang direkt vor meinem
 Arbeitsplatz die rechte Spurstange und der Passat krachte
in die Mauer, was mir den Spott der gesamten Belegschaft
eintrug.
Also brauchte ich schon wieder ein Auto. Mein Azubigehalt
war längst aufgebraucht, aber zum Glück gab mir mein Vater
das Geld für den nächsten Käfer wie auch schon vorher für
den Passat.
Der 1300er von 1969 hatte noch ein Jahr TüV, aber einen
Motorschaden und kostete 120 Mark. Eigentlich viel zu
teuer, aber es gab gerade keine Alternative, da ich nicht
mobil war. Es wurde der Motor und die schöne Haube von
dem verunfallten Käfer eingebaut und dann erst festgestellt,
dass die Bremse auch nicht funktioniert... Der Motor ging
nach 3 Wochen auch schon wieder kaputt, der nächste
hielt immerhin 2 Monate.

Man beachte das Kennzeichen!
1990 gab es noch offiziel keine Wunschkennzeichen.



Nach dem Winter wartete auch auf ihn der Schrottplatz.
Kein Mensch wollte damals einen 1300er.
Zu der Zeit habe ich jedes zweite Wochenende ein Käfer
geschlachtet, fast nur 1303S, da die 1600er Motoren
begehrt waren, sie wurden von Afrikanern als Pumpen-
motoren gekauft.
Für ein Käfer ohne TÜV wurden zwischen null und hundert
Mark aufgerufen, ein Motor brachte um die 350 Mark.
Ausgebaut wurde der Motor jeweils direkt vor dem Schrott-
platz innerhalb einer halben Stunde.
Käfer herzurichten hat sich kaum gelohnt, ein 1303, den ich
zwischendurch repariert und neue HU gemacht habe, fand
erst nach 6 Wochen für 1200 Mark einen Käufer.



Der Alltagskäfer 1990-93 für meine Frau, auch ein 1303S



Mit frisch aufgebautem 1600er Motor lief der serienmäßige 
1303S gut 160 Km/h, was 1990 recht zeitgemäß war und
reichte, um die vielen Trabbifahrer zu ärgern, die damals
plötzlich die Autobahnen bevölkerten.



Mit Artgenossen auf dem Heidbergring Geesthacht:




1991 in Neckargemünd: Mann sieht gleich, wer hier wohnt.



Hier konnte ich ein Käfer mit Typ 4 Motor übernehmen.
Da ich den Einspritzer damals nicht zum laufen brachte
und der Umbau mehr als haarsträubend ausgeführt war
wurde auch der ansonsten rostfreie 1303S geschlachtet.





Da der Käfervirus ansteckend ist, "beauftragte" mich
auch mein Schwiegervater, nach einem guten Käfer
Ausschau zu halten.



Diese absolut rostfreie Basis eines 1302S gab es zum
Nulltarif und wurde mit dem Corolla nach Nordfriesland
überführt, wo es wegen der salzigen Meeresluft keine
rostfreien Oldtimer gibt.




Dort angekommen, gab es einen 1600er Motor und ein
Britax Faltdach für den Käfer.
Auch die Tieferlegung war obligatorisch.





Eine Neulackierung stand an.







Damals war es in, alles in Wagenfarbe zu lackieren und
auch Teile wegzustylen, besonders das verschweißte
Kofferraumhaubenschloss betont die Form des Käfers.


1994 baute ich wieder ein Käfer in damals zeitgemäßer
Optik für mich auf.
Der Mitternachtsblaue 1303S brachte bereits viele Extras
wie Sportfahrwerk, dicken Motor, Doppelvergaser und
Ölkühlanlage mit. 

Vorher:


Nachher:

 
Dazu gab es ein Faltdach von einem 1961er Exportkäfer.
Dafür musste der Blechausschnitt mit dem Rahmen in das
Dach des 1974er 1303 S eingepasst und geschweißt werden.
Hinter dem geschlitzten Frontblech sitzt der Ölkühler.





Auch für ihn wurde ein Tuningmotor mit 95 Ps zusammen-
gebaut, auf dem Foto zunächst mit einer Richardvergaser-
anlage, später mit 40er Doppelweber.
Der Motor dreht bei gut 180Km/h in den Drehzahlbegrenzer
und erledigte den Sprint in 9,5 s.
Das Fahrwerk sorgte für unglaublichen Fahrspaß und war
nur mit einem Gokart vergleichbar. Inzwischen verfügte
ich über 7 Jahre Erfahrung beim Käferschrauben, was sich
bei diesem Käfer auszahlte.



Unsere Ampel 1994






1999 trennte sich mein Schwiegervater von seinem roten
Käfer, und auch ich verkaufte den schnellen gelben 1303.
Irgendwie war ihre Zeit als Alltagsauto endgültig abgelaufen.



1997 ein Zweit-Winter-Käfer 1303




Dann doch wieder:
Dieser 1961er Käfer wurde um 2001 ab und zu mit roter
Nummer bewegt.
Er wurde zugunsten der VW-Pritsche verkauft, welche
nach dem Hausbau im Fuhrpark blieb.





2002 ein Mexikokäfer mit Ronalfelgen und 1600er Motor
für 20 Euro.
Daran kommt man doch nicht vorbei.



Im Winter 2004 schneite ein 71er 1302 herein, eigentlich
zum Schlachten. Er wurde doch wieder zusammenge-
schweißt und dann ging es mit den drei Kindern in Winter-
urlaub nach Tirol.
Die ganze Familie war sich einig, es wird mit dem Käfer
gefahren und nicht mit dem Passat.
Die Schlitten kamen auf die Stoßstange, und da wir mit 
ihm weiter als normale 2WD kamen, hatten alle viel Spaß.
Es war auch erstaunlich, dass 10 pralle Reisetaschen in den
beiden Kofferräumen untergebracht werden konnten.








Auf einer Einkaufstour im Elsaß 2012 konnte neben einigen
Motoren ein extrem seltenes Automatikfahrgestell erworben
werden. Es ist Baujahr 1969 und hat eine Schräglenker-
hinterachse, Kugelgelenkvorderachse und Scheibenbremse
vorn. Diese Kombination gab es nur drei Jahre. Eine bessere
Ausgangsbasis für einen richtig schnellen Käfer gibt es nicht.







Seit zwei Jahren stand bei uns ein 82er Mexikaner mit Motorschaden und durchgerostetem Rahmenkopf, aber mit gutem Aufbau. Dieser war eigentlich für das 69er Automatikfahrgestell vorgesehen, um doch wieder einen Tuningkäfer zu bauen. Dafür sollte der Typ 3 verkauft werden, was am Veto der ganzen Familie scheiterte.
Also wurde der Käfer kurzentschlossen original hergerichtet. Er sollte zukünftig als Zweit-Schlechtwetterauto dienen.






Das bisheriges Fahrgestell war extrem verrostet und nicht mehr zu retten.



Also kaufte ich in Trier ein bereits neu aufgebautes Pendelachsfahrgestell von einem Restaurationsabbruch.




Im Vordergrund das bereits restaurierte Pendelachs-fahrgestell,  in der Mitte das verrostete Pendelachs-fahrgestell, noch mit Motor und an der Wand das Automatikfahrgestell mit Schräglenkerachse.



Neulagerung der Drehstabfederung.



Bremsen und Fahrwerksteile wurden durch Neuteile ersetzt.








Motoreinbau.





Zwischenzeitlich musste der arme Pritschenwagen vor dem Haus schlafen.



Denn jetzt wurde das Häuschen umgelegt und hergerichtet.



Radkästen, Spritzwand und Heizkanäle wurden blank geschliffen und die wenigen durchgerosteten Stellen herausgetrennt und geschweißt.







Auch am Heizkanal zeigt sich die gute Substanz der Karosserie.







Die Hochzeit (Montage der Karosserie auf dem Chassis) steht an.







Neuer Teppich.



Noch ist er blind, darf aber schon mal ans Licht.




Wenige Tage später hat er einige Probefahrten absolviert und auch den amtlichen Segen bekommen, wieder am Straßenverkehr teilzunehmen.













So ein Käfer zu fahren macht großen Spaß, mit dem leichten handlichen Auto kann man schön um die Ecken flitzen. Die 34 Ps reichen für Ort und Landstrasse völlig aus. Auf der Autobahn ist er natürlich gegenüber den heutigen Autos völlig untermotorisiert.

Trotzdem musste er uns verlassen, denn ich habe nach jahrelanger Abstinenz einen Passat 32b Syncro aufgetrieben.
Und sieben Autos wären dann doch ein bisschen viel.

 




 
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Fahrtage
 
Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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