Karawanken 2010

Im Herbst 2010 trafen sich einige VW-Bus Fahrer der IG T2, um zusammen auf schmalen Straßen und Wegen die Karawanken und Slowenien zu erkunden.
Dabei nutzen wir die Gelegenheit, auch einige Bergwerke anzufahren.



Wir trafen uns an der Burg Hochosterwitz bei Klagenfurt.



Nachmittags ging es dann auch gleich über die erste unbefestigte Paßstraße nach Bad Eisenkappel.



Dort stehen im Kreisverkehr Loren mit unbekannter Herkunft.



Danach ging es in die Trögener-Klamm.



-ohne Worte-



Der Obir-Stollen wird als Partykeller genutzt



Der Türkenschanzstollen dient als Heilklimastollen. Der Name hat nichts mit Gastarbeitern zu tun, vielmehr wurden von hier aus Felsen im Kampf auf die vorrückende Osmanenarmee im 15Jh gerollt.



Bei der Historama in Ferlach gibt es eine Feldbahnanlage.



Im Schuppen konnte ich ein Jenbacher Pony erspähen.





Übernachtet wurde auf einem Parkplatz bei Unterloibl.



Heute will Torsten gar nicht aufstehen :-)



Nach dem Frühstück ging es den Loiblpaß hoch, durch die verlassene Grenzstation und durch den Tunnel.



Der Tunnel wurde von Kz-Häftlingen gebaut. Auf Slowenischer Seite erinnert dieses Denkmal daran, außerdem waren noch einige Fundamente des damaligen Lagers zu sehen.
 


Während wir die Anlage besichtigten, kam diese Hirschkuh aus dem Wald und störte sich keineswegs an unserer Anwesenheit.



Ein Höhepunkt der Reise war die Bahnverladung mit der Wocheinerbahn.







Der slowenische Zug hatte mit unseren 14 VW-Bussen genau seine Kapazitätsgrenze erreicht.





Nach der Abfahrt verschwanden wir zunächst im Abgasnebel der Diesellok, dann in einem Tunnel.





Video von der Bahnverladung:
http://www.youtube.com/watch?v=uPU8jVsGW3I

Übernachtet wurde an einem See bei Jezersko.





Gegen die Kälte half viel Alkohol.



Und entsprechende Kleidung (Tobias)



Am nächsten Morgen ging es über den Seebergpaß kurz auf die österreichische Seite, um dann über den Paulitschsattel nach Slowenien zurückzukehren.



Die Veranstaltung heißt "Goldener Oktober"- zurecht, wie auf diesen Bildern zu sehen ist.













Bei Bistra trennten wir uns von der Gruppe, um uns die Blei-Zinkgruben bei Popeca anzuschauen. Wir kamen allerdings nicht weit hinein.











Soldat mit Grubenlampe oder Bergmann mit Gewehr?



In Crna Na Koroskem gibt es ein Bergbaumuseum.









Ein Ort weiter steht diese Flotationsanlage.



Wieder sind Exponate aus der Bergbauzeit aufgestellt.





Als wir 1988 schon einmal hier waren, fuhr ein Bergbauzug mit Fahrdrahtlok über diese Brücke.



Der Stollen ist inzwischen vermauert.



Nun mussten wir uns beeilen, unsere Freunde wieder einzuholen.
Da das Navi versagte und uns zuletzt über Fußwege leiten wollte, landeten wir weit vom Ziel entfernt bei Zavadonje im Wald und hatten Schwierigkeiten, uns zu orientieren. Ein Motocrossfahrer erklärte sich bereit, uns aus dem Wald zu geleiten. Also rasten wir ihm mit 50KM/h über schlammige Waldwege und Bauernhöfe bei Dunkelheit hinterher, bis wir uns dann bei Podgorje neu orientieren konnten und auch den gemeinsamen Schlafplatz in Razbor schnell fanden.









Nun Stand eine Wanderung auf den Urslja Gora (Ursulaberg) an. Von dort oben ließ sich fast unsere ganze Reise überblicken.









Mit offener Motorklappe (Gerhard!!) ging es am schiefen Turm von St.Urban vorbei.



In Dravograd machten wir einen Abstecher zum Bahnhof.







Da bei Hermanns rotem Bus das rechte Hinterrad den Dienst quittierte, wurde das 41-jährige Ersatzrad montiert. Es handelte sich noch um den Diagonalreifen der Erstausstattung. Er war jedenfalls gut abgelagert.



T2a 1969/1967 mit 1,6l; 47PS und T2B 1975 mit 2,0l; 70Ps im Vergleich am Paß:

http://www.youtube.com/watch?v=R5mOgsJNs8M

Talfahrt der beiden T2a`s mit vielen Fehlzündungen:

http://www.youtube.com/watch?v=iUca1qKxmjw

Die Kreisverkehrskirche von Lovrenc.



10km nördlicher, 1h später...









Trotz Nebel gab es am nächsten Morgen Frühstück mit Bachblick.



Schmalspurbahn (760mm) in Zerce.











Nun trennten wir uns wieder von der Gruppe, sahen uns hier den aktiven Kohlebergbau in Velenje an.





Dann schlüpften Sarah und ich nachts in eine stillgelegte Erzgrube, die wir zuvor entdeckt haben.
Gleich wenige Meter nach dem Eingang stand ein Lorenzug mit Overheadlader.





Hölzerne Personenwagen.







Nach 30 Minuten erreichten wir einen vermauerten Blindschacht.



In der Schachtumfahrung war die zerlegte Fördermaschine eingelagert.



Hier die Seilscheiben.



Die Seiltrommeln.



Die nicht gerade kleine Hauptwelle:



Eine Gleiswaage- da lacht das Feldbahnerherz!



Eine Zigeunerweiche:



Der Verteilerraum der Fördermaschine war noch unberührt, die Tür war zu und ziemlich festgerostet, hier war schon Jahrzehnte keiner mehr drin.





Weiter ging es auf dem Hauptstollen:







Es gab viele zugesetzte abzweigende Strecken, so genannte "Alte Männer"



Inzwischen gab es keine Fußspuren mehr im Staub auf dem Stollenboden, den die letzte ausfahrende Grubenbahn aufgewirbelt hatte. Es sah wirklich so aus, als wären Sarah und ich die ersten, die sich soweit nach der Schließung der Grube hineinwagten.







Grubenspektakel:

http://www.youtube.com/watch?v=TuC08t4ATwA



in manchen Bereichen hatte der Schimmel alle organischen Stoffe überwuchert, die Luft war entsprechend schlecht.
 


Auch diese Schachtabdeckung war verschimmelt.



Zwischen den Schienen ging es in die Tiefe. Zum Glück schimmelt Stahl nicht, so konnten wir davon ausgehen, dass die Schienen unser Körpergewicht tragen, während sich das Holz krachend verabschiedete.






















Hier reichte das Licht unseres 60w Strahlers nicht, diese Abbaukammer über uns auszuleuchten.



Hinter dieser Gittertür ist ein Schrägschacht mit Skip-Förderung:



Die Anschlägertafel:



Hier geht es ohne Ende in die Tiefe...da wir bereits 3h im Berg waren, haben wir von einem Abstieg abgesehen. Außerdem hätte beim Abstieg die Gefahr bestanden, in den Tiefbausohlen auf Co2 Blasen zu treffen.



Aber den Aufstieg nach oben zur Entladestelle wagten wir schon noch. Unter uns ist jetzt offen der 40m tiefe Erzbunker.



Wieder zurück auf der Hauptstrecke, hier werden die Bergbauförderwagen aus dem Bunker beladen.



Dann weckte diese Seitenstrecke unser Interesse.



Bald standen wir vor dieser Tür.



Die unverständlichen Schilder und das Warnschild ließ uns zweifeln, ob wir die Tür öffnen sollen.
Die Neugier siegte, und mit einiger Kraft ließ sich auch diese festgerostete Tür öffnen.



Drinnen erwartete uns die Fördermaschine des Schrägschachtes.



Hier war der Arbeitsplatz des Fördermaschinisten- nicht zu beneiden.





Zur Aufheiterung hat er sich die Schränke mit Postern behängt- die Mädels haben allerdings inzwischen auch starken Schimmelbefall...





Alles war noch sehr aufgeräumt und unberührt, ganz anders, als wir es von deutschen Bergwerken kennen.



In den Schränken gab es außer Gummistiefeln größere Mengen Weinflaschen.



Nun erkundeten wir die Hauptstrecke weiter.









Der Schalter für die Oberleitung der Fahrdrahtlok.



Ein Kreiselwipper zum Entleeren der Hunte.



Noch mehr beladene Züge...



Und ein Akkuschlepper, der wohl kurz vor der Grubenschließung frisch hergerichtet wurde und die Zeit in der trockenen Seitenstrecke gut überdauert hat.



Nun war es langsam Zeit zum Umdrehen, auf dem Rückweg entdeckten wir noch diese unterirdische Lokwerkstatt mit Untersuchungsgrube.



Diese Fahrdrahtlok hat es schon lange hinter sich...





Eine Schlagschere auf Schienen ist auch recht praktisch.



Das Lager- eine einige 100m langer Seitenstecke, beinhaltet hunderte Ölfässer, Luttenrohre und unbekannte Maschinen, Personenwagen und Hunte in allen Zuständen, teilweise geschlachtet, über nur notdürftig abgedeckten Schächten und Gesenken.



Nach der Befahrung fuhren Sarah und ich gleich über die Grenze, um in Österreich im Wald zu übernachten. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Bleiberg- ein Mekka für Bergbaubegeisterte.
Über dem Ort erhebt sich der Förderturm mit Turmfördermaschine des Antonischacht, der bis 1993 in Betrieb war und heute leider für ein unterirdisches Hokuspokus namens Terra Mystica zum Vergnügen der Touristen, allerdings für einen hohen Eintrittspreis, missbraucht wird.



Der Rudolfschacht





Der Torso dieser Asea Akkulok weckte Erinnerungen.



Rückblick: 1984 war hier die Welt noch in Ordnung, die kleine Lok voll im Einsatz:



Damals kam die kleine Lok gerade mit beladenen Wagen aus dem Stollen:



Jede Menge Verbauholz und Bergbauförderwagen warten auf den Einsatz unter Tage:







Zurück ins Jahr 2010- fast an gleicher Stelle steht heute dieser Denkmalzug.



In unmittelbarer Nähe rosten Unmengen von Fahrzeugen und Maschinen vor sich hin.





Man war nicht im Stande, die Jenbacher Lok am Besucherparkplatz richtig auf Schienen zu ihren Loren zu stellen.





Auf dem Zechenplatz vor dem Schachtgebäude gibt man sich gar keine Mühe mehr.





Die beiden Fahrdrahtloks- Baujahr 1982- wachsen auch langsam zu.



Enttäuscht kehren wir Terra Mystica den Rücken- doch Bleiberg kann auch anders! Alte Bergleute haben einen Bergbaupfad eingerichtet, auf dem 25 hergerichtete Stollenportale zu sehen sind und vieles zur Bergbaugeschichte erklärt wird.





Zum Schluss machen wir noch einen Abstecher zum östlichen Eingang des Kaiser-Franz-Josef-Erbstollen.
Auf halben Weg verrottet dieser Zug im Wald:



Da wir nicht mehr viel Zeit hatten, fuhren wir so weit wie möglich mit dem VW-Bus in das abgelegene Tal. Dies rächte sich in einem Bachbett, wo der Bus mit seinem eher ungünstigen vorderen Böschungswinkel aufsaß und sofort mit den Hinterrädern festfuhr. Nach kurzer Grabung wurschtelte er sich aber wieder rückwärts aus dem Bachbett heraus und wir gingen notgedrungen den Rest des Weges zu Fuß.



Das Mundloch des Kaiser-Franz-Josef-Erbstollen.



Der Stollen unterfährt auf 12,8 Kilometer das gesamte Bleiberger Revier und entwässerte es. Da das Aufwältigen eines solchen Entwässerungsstollens früher über viele Generationen dauerte, ist bei dieser Gelegenheit der Begriff Erbstollen erklärt.



Seine gigantische Halde ist fast ein Kilometer lang. Wir stiegen die Halde ab, um am Fuße nach Werkzeug zu suchen, welches die Bergleute weggeworfen hatten.



Neben Lorenrädern, Bergeisen und Erztrögen fand sich diese Seilscheibe im Bachbett.



Danach ging es schnell bei Villach auf die Tauernautobahn, wir wollten wenigstens noch die letzte Nacht mit unseren Freunden bei Pfarrwefen vor Salzburg übernachten.



Morgens lag auf den benachbarten Bergen Neuschnee.
Die Sonne strahlte und der Abschied von den Bergen viel schwer. Es war wirklich ein Goldener Oktober. 





















Heute, eine Woche später, werde ich die anstehenden Reparaturen an unserem VW Bus durchführen, nächste Woche wird er dann abgemeldet und darf seine Winterschlaf antreten, denn es war seine letzte Tour für 2010. Bestimmt freut er sich schon auf den nächsten Goldenen Oktober und seine vielen vierrädrigen und zweibeinigen Freunde, die er dann in einem Jahr wieder sehen wird.


 
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Fahrtage
 
Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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