Lorenbergung in Neckargemünd
Die kleine Lore ist noch ganz aufgeregt. Gerade eben ist sie im Feldbahnmuseum Dossenheim angekommen und ist froh, gleich eine neue Freundin gefunden zu haben. Da ihr Kleid sehr rostig und löchrig ist, hat sie sich gleich hinter ihrer Freundin versteckt. Sie schämt sich wegen der Löcher sehr.
Doch wie ist es überhaupt dazu gekommen?



Bis vor kurzem stand die kleine Lore in dem alten Sandsteinbruch in Neckargemünd.
Nachdem die Lore fast ein halbes Jahrhundert auf verschiedenen Baustellen geschuftet hatte, wurde sie um 1960 von Sportlern in den Steinbruch getragen, die dann mit ihr dort einen Sportplatz anlegten.
Als dieser fertig war, stellten die Sportler die Lore neben ihrem Vereinsheim ab. Die kleine Lore freute sich, sie brauchte nun nichts mehr arbeiten, nur ab und zu turnten ein paar Kinder auf ihr herum.
Doch nach einigen Jahren kam niemand mehr, der Platz wucherte zu, das Vereinsheim verfiel und die kleine Lore versank immer mehr im Laub und rostete.



Auf der andern Seite liegen die Schienen aufgestapelt, über die die kleine Lore früher geschoben wurde.

 

Doch eines Tages erschien ein Fotoreporter der Rhein-Neckar-Zeitung und entdeckte auch die kleine Lore. Da er wenig später Fotos im Feldbahnmuseum Dossenheim machte, erzählte er dort von seinem Fund.
Die Feldbahner waren sich schnell mit dem Sportverein einig und durften die kleine Lore bergen.



Zunächst wurden die Schienen abtransportiert.



Sie freuten sich sehr, als unter den Schienen auch ein Frosch zum Vorschein kam. Der Frosch ist ein ganz besonderes Exemplar und kann für verschiedene Spurweiten eingesetzt werden.



Die Feldbahner flüsterten der kleinen Lore ins Ohr, dass sie nicht mehr hier im Wald verrotten muss, sondern zu vielen anderen Loren in ein Museum darf. Da freute sich die kleine Lore sehr und rollte fast von alleine die Halde hinunter.



Das letzte Stück hüpfte sie vor Freude, denn sie war lange sehr einsam gewesen.



Doch dann hörte sie die Männer sagen, dass sie die Felswand abgeseilt werden muss. Da bekam die kleine Lore große Angst und machte sich ganz schwer, so dass sich die Feldbahner sehr anstrengen mussten, um sie durch das Gelände zu ziehen.





Zwischendurch half sogar der Fotoreporter mit schieben, da es so schwer ging.



Unter diesem umgestürzten Baum passte die kleine Lore zum Glück durch,



um dann den Hang abgeseilt zu werden. So etwas mochte die kleine Lore gar nicht, sie fühlt sich sowieso nicht wohl, sobald sie keine Schienen mehr unter ihren Füßen hat.



Jetzt musste sie auch noch einen Handstand machen...



und anschließend einen Kopfstand. Die Feldbahner freuten sich, dass die kleine Lore bis hierher unbeschadet gekommen ist.



Dann wurde die kleine Lore zur Strasse geschoben. Sie staunte nicht schlecht. Wie hatte sich in den 50 Jahren, in denen sie im zugewachsenen Steinbruch herumstand, die Welt verändert!



Die Feldbahner legten kurzerhand zwei Schienen an die Mauer und fuhren die kleine Lore mitten auf die stark befahrene Landstrasse.



Dafür musste für eine Minute der Verkehr angehalten werden, die Autofahrer waren sehr erstaunt, was da aus dem Wald rollt.



Dann kam die kleine Lore auf den Anhänger und darauf noch vier je sechs Meter lange Schienen.



Da die kleine Lore überhaupt nicht Auto fahren wollte, schon gar nicht mit Schienen auf der Wanne, schüttelte sich die kleine Lore heftig während der Fahrt, so dass der Anhänger am nächsten Parkplatz abgestellt wurde. Das hatte der Feldbahner sowieso so geplant, denn er wollte noch mehr Schienen am gleichen Abend nur mit der VW Pritsche nach Dossenheim schaffen.



Am nächsten Tag wurde die Last gerecht auf zwei Autos verteilt und die kleine Lore fuhr bereitwillig in ihre neue Heimat.



Ein paar Tage später erschien ein großer Bericht über die Lorenbergung in der Rhein-Neckar-Zeitung, die kleine Lore wurde zum Thema in der ganzen Region....



Danke an:
den ehemaligen Besitzer:  TV Kleingemünd 1907
den Vermittler:  A.Müller
an die beiden Helfer: J.Auerbach, M.Schilling

Fotos:
A.Müller
R.Schilling
S.Schilling
 
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Fahrtage
 
Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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