Passat GT Syncro 20V Turbo








Wie, Ihr kennt den schwarzen Passat schon? Von wegen, das ist nicht unser unischwarzer GT von 1987 den wir seit 2001 als Alltagsauto fahren und der eine Rubrik darüber vorgestellt wird.



Das identische Erscheinungsbild und Baujahr ist durchaus gewollt, doch schlummern hier keine braven 90 PS unter dem Blech, sondern ein vielfaches davon, sowie der permanente Allradantrieb des Urquattro, hier allerdings schon in der letzten Evolutionsstufe mit Torsendifferential.



Seit 1984 gibt es den Passat 32B mit Allradantrieb wobei VW aufgrund des Baukastensystems auf Audi Teile zurückgriff. Es musste jedoch eine völlig neue Schräglenkerhinterachse mit einem Hilfsrahmen um das sperrbare Differential konstruiert werden, die dem Passat Syncro gegenüber dem Fronttriebler eine hervorragende Kurvenlage beschert. 
Der Passat Syncro machte damals den Allradantrieb im PKW populär, natürlich zusammen mit der Audis. Doch während beim Audi 80 Quattro und dem Coupe eher der sportliche Charakter betont wurde hatte der Passat Syncro auch noch einen echten Nutzwert und trotzdem sportliche Attribute. 
Der Werbespot für den Audi 100 Quattro erreichte Kultstatus 
 
https://www.youtube.com/watch?v=5ylX-pO5vRw


Im Passat Syncro wurden Motoren mit einer Leistung von 115, 120 und 136 PS (5 Zylinder) verbaut, später kam noch die günstige Variante mit 90Ps (4 Zylinder) dazu.
Das war für die damalige Zeit schon recht brauchbar aber für die wahren Fans immer noch der Lahme Zock. 
1987 kostete ein Passat GT Syncro 39000 DM. Für zahlungskräftige Kunden, die mehr Leistung verlangten, baute die Firma Zender den Antriebsstrang des Urquattro ein. Der Fünfzylinder 10V Turbo leistete 200 PS und damit kostete der Passat Syncro satte 100000 DM.
1989 wurde bei Audi Quattro der Fünfzylinder mit Mehrventiltechnik eingeführt, der 20V Turbo Motor hatte 220 PS und war robuster.
Also wurde von vielen Tunern der modernere Motor in den alten Passat verpflanzt.



Nachdem ich kurz nach der Jahrtausendwende bereits zwei GT Syncro fuhr, ergatterte ich 2013 eines der mittlerweile seltenen Fahrzeuge im brauchbarem Zustand in Jena. Er wurde nebenbei durchrepariert und optisch hergerichtet.




2015 hatte ich dann endgültig Blut geleckt und einen 20V Turbo Motor der schon mal in einem 32B war, sowie die Getriebe und einige Fahrwerkteile, besorgt.




Dieser Bausatz sollte in den stratosblauen Syncro implantiert werden. Doch es fehlten noch eine Menge teure Teile für den Umbau.
Außerdem war der Stratosblaue ein Basismodell welcher über keinerlei Extras wie Servolenkung, Zentralverriegelung oder eine schöne Innenausstattung verfügte, hier wäre also noch viel Arbeit angestanden. Wobei er die wichtigste Eigenschaft, eine fast rostfreie Karosserie bei einem 30 Jahre alten Auto, mitbrachte.

Nebenbei  schaute ich mich weiter nach einem bereits fertig umgebauten Auto um. In Hamburg wurde ich fündig und holte Ende November 2015 das Auto auf eigener Achse ab.


 





Die Silhouette des Passat sieht auf den ersten Blick normal aus, doch große Räder, ein durchgehender 80mm Auspuff und der riesige Ladeluftkühler vom 450 ML verraten die Bestie.
Montiert sind Rallye-Golf Scheinwerfer, auf Xenon umgebaut und schwarze Brasilienrücklichter. Alles eingetragen aber nicht unbedingt mein Geschmack.






Der Motorraum ist ungewohnt vollgestopft, wie man sieht ist längst nicht mehr alles taufrisch und am Umbau gibt es eine Menge zu verfeinern.




Also wurde das Auto zunächst entkernt, denn schon vor dem Kauf war klar: an Elektrik und Innenausstattung gibt es eine Menge zu tun. Leider gibt es an einem Auto aus dem Norden auch viel mehr Rostschäden als wir es im Süden gewohnt sind. Wie immer kam das wahre Ausmaß der Schäden nur langsam mit dem Zerlegen ans Licht.




Die Bestie ist enttarnt.




Mit der schwarzen Mamba geht es auf Rostsuche.




Leider deckt das Endoskop viel Rost in den Hohlräumen auf, der von außen teilweise kaum sichtbar ist.
Das Gerät ist der Albtraum aller Gebrauchtwagenverkäufer.




Noch harmlos- Rostloch im Radhaus.





Schon gar nicht mehr lustig, Patchworkschweißungen an Schweller und Bodenblech.
An dem Passat haben schon Generationen gewerkelt.




Schlimm wurde es auch im Wasserkasten, aber das ist ein typische Stelle bei allen 32B. Zur Schalldämmung wurde werksseitig eine Teermatte eingeklebt, die im Lauf der Jahrzehnte porös wird und wie der Name schon sagt ist der Wasserkasten bei jedem Regen nass. 
Dummerweise sitzt das Motormanagement genau unter dem Rostloch.




Drei Stunden nahm das Entfernen der Teermatte mit Stechbeitel und Zopfbürste in Anspruch.
Es ist bereits zu erkennen dass die braune Pest auch unter dem Windschutzscheibengummi gewütet hat.



















Da der Windschutzscheibenrahmen nicht mehr als Reparaturblech zu bekommen ist wird der Rost ausgeschnitten und Bleche eingepasst.




Hier sind die Bleche bereits stumpf eingeschweißt und sauber verschliffen so dass direkt lackiert werden kann.




Im Wasserkasten wurde überlappend geschweißt und nach dem Grundieren abgedichtet.




Auch die hinteren Radläufe wurden ähnlich behandelt, genauso viele weitere neuralgische Stellen am Unterboden.




Die Stoßstange und die AHK wurden sandgestrahlt und lackiert.




Nach vier Wochen sind die Schweißarbeiten abgeschlossen und alle Hohlräume mit Owatrol und Fluidfilm versiegelt. 
In den Trockenzeiten wurde der Umbau des Ladeluftkühler in Angriff genommen.












Eine andere Stoßstange wird vom Speicher geholt und um den kleineren Kühler entsprechend ausgeschnitten.






Die Ladeluftrohre mussten angepasst werden, hier der Anschluss mit dem blow off Ventil.




Die Kühlwasserleitung zum Zusatzwasserkühler bestand aus einem Heizungsrohr. Da Kupfer und Aluminium nach meinem Verständnis nicht zusammen harmonieren wurde es durch ein Stahlrohr ersetzt. Hier habe ich eine Gewindebuchse mit M10x1 Feingewinde eingelötet, in die der Passat Wassertemperaturanzeigengeber passt, denn die Anzeige verweigerte bisher mit dem Geber des Audi Motor den Dienst.









Der Wechsel der vorderen Stoßdämpfer brachte unerwartete Schwierigkeiten, da die Mutter im Federbein Dom festgerostet war.
Die auf dem Bild zu sehende Garnitur war erst erfolgreich, nachdem ich eine Raupe auf die gehärtete Kolbenstange aufschweißte, da vorher die 2" Rohrzange immer durchrutschte.









Gelbe Konis - gelobt sei, was hart macht.




Geteilte Federbeine sind um einiges Wartungsfreundlicher.




Im Wasserkasten wurde es inzwischen wieder wohnlich, das Armaturenbrett bekam auch schon seine Verjüngungskur.









Viel Arbeit bereitete das Anpassen der Innenkotflügel. Die Radläufe waren bereits gezogenen und gebördelt damit die 7X17" Räder darunter passen. Danach passt natürlich kein Innenkotflügel mehr und so wurde er einfach weggelassen. Die Folge waren einige Rostschäden am Vorderwagen an sonst untypischen Stellen. Nun sind sowohl die Schäden als auch die Ursache behoben.




Die Jugend kümmert sich um die Aufhübschung der Kunststoffteile.














Kistenweise Scheinwerfer wurden aus dem Keller geholt doch irgendwas war immer daran kaputt. So wurde wieder aus mehreren ein funktionierendes Paar gemacht.




Jetzt gefällt er mir schon besser.




Noch Zeitraubender wie die Instandsetzung der Lampen verhielt es sich beim Zentralinstrument.
Defekt waren Tachometer, Lichthupenkontrolle, Öldrucklampe und Wassertemperatur. Dummerweise waren an den Instrumenten aus dem Keller andere Dinge defekt oder sie stammten von anderen Motorisierungen oder 2WD.






Besondere Zuwendung verlangte die Lichthupenkontrolllampe, hier nach dem Birnenwechsel ohne das blaue Hütchen.




Die Platine war stellenweise auch gebrochen, musste gelötet werden und Kabelbrücken bekommen.





Die Elektrik im Innenraum wird zum großen Teil erneuert und nachvollziehbar angeschlossen.
Zentralverriegelung, Elektrische Fensterheber, Elektrische Außenspiegel werden instand gesetzt. 






Hier eine kleine Auswahl von zusammengelöteten Kabeln im unabgesicherten Bereich, solche Dinge sind nun Vergangenheit.




Die Zusatzinstrumente sind nun auch neu verkabelt und eingepasst.
Im Radioschacht zeigen sie Lambdawert, Abgastemperatur und Öltemperatur an, im mittleren Lüftungsaustritt, den kein Mensch bei einem Schiebedachauto braucht, stecken Ladedruck.- und Öldruckanzeige.




Wer noch mehr über die Abläufe im Motor wissen will...





Der Blick mit dem Endoskop in die Brennräume brachte dann diese merkwürdigen glänzenden Stellen auf den Kolben zum Vorschein.
Erst ein medizinisches Endoskop sorgte für Klarheit, es handelt sich um eher harmlose Spülspuren.





Nach dem Zahnriemen wurde als erstes geschaut.




Die Einspritzventile bekamen neue Dichtungen und die Sitze in der Schiene wurden entrostet und nachgeschliffen.




Vorher wurden die Einspritzventile auf Dichtheit und gleichmäßiges Abspritzen getestet:
https://www.youtube.com/watch?v=bFoesKW3OmA

Wegen schlechtem Anspringen habe ich an der Zündung auch einiges geltestet. Wenn man diesen Film in Zeitlupe anschaut sieht man Unterschiede im Signal des Hallgebers und den Zündfunken:
https://www.youtube.com/watch?v=yUV5YNsDq9A

Zündspulentest im Schraubstock:
https://www.youtube.com/watch?v=L_D_Atx7m5o

Zündspulentest mit der Steuerung:
https://www.youtube.com/watch?v=EfrmV0L3hek



An der Motorsteuerung wird die Verkabelung geprüft und teilweise instand gesetzt.




Die Montage der Innenausstattung schreitet voran. Fast alle Verkleidungen und Plastikteile werden erneuert, denn das meiste ist beschädigt oder von ehemaligen Umbauten durchbohrt. Auch im Kofferraum.
Die Schalter für die Fensterheber werden ordentlich in die Türverkleidungen eingepasst.

Mit dem Schalthebel konnte man in den Gängen rühren wie in einem Kochtopf.
Montiert man eine Schaltung von 2WD statt der originalen Syncro Schaltkulisse (rechts im Bild) und kürzt den Schalthebel auf die gleiche Höhe wie beim Originalteil erhält man eine schöne präzise Schaltwegverkürzung.





In die Mittelkonsole soll das Radio einziehen.




Links der fertige Umbau, rechts das original. Aufgrund des selbstsperrenden Torsendifferentials konnte die manuelle Sperre entfallen, ebenso der Aschenbecher.




Ein Schaltsack vom Audi 80 und ein Golfball (eine Hommage an meinen verflossenen 1er GTI)  auf dem gekürzten Schaltgestänge runden das Gesamtbild ab.

















Auch im Motorraum sieht es jetzt aufgeräumter aus.

Nach ziemlich genau drei Monaten Arbeit, Rostbeseitigung, Wühlen in der Elektrik sowie unzähligen Reparaturen die nur zum Teil dokumentiert sind ist das Auto jetzt fahrbar, doch es gibt immer noch viel zu tun.
Aber wenn der Motor warmgefahren ist und die Strecke frei ist .... 




Nachdem der 5. und der Rückwärtsgang gelegentlich nicht mehr zu finden war wurde im Mai der Sache nachgegangen.
Zunächst wurde einiges am Schalthebel, der vom Passat mit Frontantrieb stammt, herumgeschnitzt. 






Dann wurde das Ofenrohr ausgebaut, um an das Schaltgestänge zu kommen.




Das Schaltgestänge besteht aus Passat- und Auditeilen sowie aus einem Kreuzgelenk der Käfer 1303 Lenkung.




Letzteres war auch die Ursache, mit dem nachgearbeiteten Kreuzgelenk und einer zusätzlichen Zentrierung lassen sich nun alle Gänge extrem präzise und mit kurzen Wegen schalten.
Besonders angenehm- sogar der Rückwärtsgang ist bei dem S2 Getriebe synchronisiert.





Irgendwann wurde der Wagen mal neu lackiert und danach die Dachrinnen aus Kunststoff nicht mehr montiert. Da diese nach 30 Jahren eigentlich immer zerbröseln freute ich mich als ein gutes Paar in Lüneburg angeboten wurde. Nach 3 Monaten ergab sich eine Mitfahrgelegenheit für die 2,80m langen Teile.

Zunächst werden die vorderen beiden Halter der Dachrinne am Fahrzeug abgebohrt, entrostet und neu lackiert.




Die frisch lackierten Halter wieder angenietet, anschließend die "neuen" Rinnen aufgeklebt.




Nachdem nun das Auto außen rum komplett ist wurde einiges an der Musikanlage investiert.

Die Vorderachse bekam verstärkte Domlager, ein Koni Dämpfer war im Federbein locker und beide Konis wurden ein wenig härter eingestellt.

Die Bremsscheiben und Radnaben wurden vermessen.




Entrostung rund um die hinteren drei Scheiben im Oktober 2016.
Außerdem erneuert wurden Ölwannendichtungen, vorderer Simmering, Zahnriemen, Zündanlage, und die Abstützung des LLKs.







Ein neuer Ölkühler zieht über dem Zusatzwasserkühler ein, der alte Ölkühler im Spritzbereich des Vorderrades hat ausgedient.




Im Januar 2017 geht es richtig ans eingemachte. Die unrettbar verbastelte Motorelektrik fliegt raus, Anlasser, Lichtmaschine, Instrumente, Kühlerventilator und elektrische Servolenkung werden neu verkabelt.
Der Fahrzeugkabelbaum "Außenrum" wurde ja bereits vor einem Jahr instand gesetzt.




Danach geht der Passat Syncro huckepack zum Audi 5-Zylinder Turbo Spezialist PK Motorsport.
Hier werden S2 Motoren bis 600 PS mit Garantie gebaut.

Boliden unter sich.




Nach drei Wochen kann er wieder abgeholt werden. Jetzt wieder aus eigener Kraft.
Zwei Tage hatte ich noch zu tun um fertig "aufzuräumen".
Neu ist nun die Motorsteuerung, Kabelbaum, Sensoren, Ladeluftregler, Benzindruckregler, Drehzahlgeber, Hallgeber, Multifunktionsanzeige, Benzinleitungen und Unterdruckschläuche.
Der Motor läuft wieder sauber und ohne Aussetzer, springt auch bei Frost an, zieht nicht nach kurzer Standzeit die Batterie leer und hält die Abgaswerte ein. Der Drehzahlbegrenzer ist wieder aktiv, die Benzinpumpe hat die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsabschaltung.
Klingt alles selbstverständlich, war es bisher aber nicht.

Da schon beim Vorbesitzer das Saugrohr gedreht wurde sitzt die Drosselklappe vor dem Kühler, daher konnte nun nach dem Aufräumen der Elektrik die Batterie wieder in den Motorraum einziehen. Die einst beim Motorumbau heraus getrennte Batteriehalterung musste erst wieder angefertigt und eingeschweißt werden.



-aufgeräumt-




Hier stand bis vor kurzem die Batterie im Kofferraum, nun ist das Ablagefach reaktiviert und die megaseltene Abdeckung des Syncro wartete bereits im Keller um den Originalzustand jedenfalls im Kofferraum wieder herzustellen.



Nun läuft der Motor zur Zufriedenheit, die Leistungentfaltung ist
enorm und macht süchtig.

Doch einige Mängel trübten die Freude und so wurde der Syncro
nach zwei Wochen wieder zur Baustelle.
Angegangen wurde die flatternde Bremse, ein klemmendes
Kupplungspedal, die undichte Servolenkung und eine zu hohe
Kühlwassertemperatur. 
Wie schon so oft macht man bei einem 30 Jahre alten
Fahrzeug mit Hochleistungsmotor ein ganzes Fass mit Arbeit auf.

Bestandsaufnahme: Die Girling 60 Bremse vom Audi S2 soll
übernommen werden.




Aber die Audi 90 Achse mit geteilten Federbeinen muss raus.
Da der Passat Fahrschemel für den Umbau umgeschweißt wurde
muss er auch ersetzt werden.
Distanzhülsen zwischen Audi Radlager und Passat Radnabe waren
der Grund für das Flattern und machen den Umbau der Achse nötig.




Aus dem Teilelager werden drei Passat Fahrschemel hervorgeholt.
Doch aufgrund der Modellvielfalt passt keiner.




Genauso schlecht sieht es bei den Stabis aus.






Ein Schrauberkollege konnte mit dem richtigen Passat Fahrschemel
und Stabi aushelfen. Also ging es Richtung Göppingen.
Die Federbeine eines Audi 80 B3 des ersten Modelljahres konnte
in den Kleinanzeigen aufgetrieben werden.
Gleich werden hier erst die Radnaben abgezogen, dann die
Radlager ausgepresst.










Vergleich der Radnabe; Links 32B mit Lochkreis 4/100, rechts Audi
mit 4/108.
Der Radlagersitz ist identisch, denn die Radlager sich auch gleich.








Die Achsteile werden geschliffen und gespritzt.




Die neuen Gummimetallager in den Fahrschemel (bei VW heißt
er Aggregateträger) eingepresst.






Die Bremse wird fertig montiert. Die S2 Bremsscheibe hat
vorher nur mit Adapterringen auf die Passat Radnabe gepasst.
Eine Opel Scheibe erweist sich als die bessere Lösung.




Vorher wurden die Staubscheiben angepasst.




Wieder mal wird zerlegt.






Die Menge der zu ersetzenden Teile wird immer mehr.






Welche Antriebswellen werden nach dem Umbau wohl passen?




Die zweite Baustelle wird eröffnet:
Der Passat Kühler aus !Messing! ist wahrscheinlich zugesetzt, auch
der Lüfter aus dem Zubehör ist viel zu klein.




In der hintersten Ecke findet sich der zweistufen Lüfter mit Zarge
unseres Bauautos von 2003, ebenfalls ein 5 Zylinder Syncro, der
mal wegen Inkontinenz ein Schrottplatzkühler bekam.
Wie gut, wenn man alles aufhebt.
Ein neuer Kühler vom Audi 80 B3 mit 136 PS und ein neuer
Thermostatschalter werden bestellt.




Nach der Demontage der Teile entdeckt man natürlich bei einem
30 Jahre alten Auto Rost...




...und Risse um die Aufnahme des Kupplungsgeberzylinders, die
auch schon mal geschweißt wurden.




Der Hauptgrund für die unpräzise Kupplungsbetätigung war jedoch
die Pedalerie. Die ausgelaufenen Bohrungen an den Gelenken
wurden zugeschweißt, neu gebohrt und Messingbuchsen dafür
gedreht.




Zur Entlastung der Stirnwand wurde eine Abstützung vom
Geberzylinder zum Lenkgetriebe angefertigt.






Das neue Lenkgetriebe ist schon wieder an seinem Platz, ebenfalls
der Bremskraftverstärker mit dem Hauptbremszylinder und neuen
Bremsleitungen und -schläuchen.
Zu sehen ist auch die el. Nachlaufwasserpumpe und die neuen
Hydraulikschläuche der Servolenkung.



Es gibt einen Thermoschalter welcher bereits bei 85° schaltet.
Wird nun der Motor abgestellt, läuft die el. Nachlaufpumpe an und
kühlt den heißen Turbolader bis auf 80° herunter.
Aus dem ehemaligen Audi Temperaturfühler wurde ein Adapter
mit dem dafür notwendigen M10x1 Gewinde gedreht.






Die neuen Dreieckslenker werden mit den Traggelenken vervollständigt.




So langsam nimmt der Umbau Formen an.






Ein Halter wird angefertigt, der die el. Servopumpe vom
Mercedes W168 stützen soll.






Das Gaspedal bekommt ein Buchse aus Polyurethan gedreht.






Nach 4 Wochen Schrauben zieht als letztes der Kühler ein, auf
neue Gummilager und mit einer Abstützung über dem Saugrohr
aus Titan.







Nach ein paar Probefahrten und Justierungen geht es Donnerstag
in die Werkstatt um Spur und Sturz einzustellen.

Sonntags ging es im Rahmen der Hockenheim Historic mehrmals
auf den Ring.
Hat schon Spaß gemacht, mit der Karre an den vielen Lotus und
911 vorbei und mit dem Nissan Skyline GTR auf gleiche Höhe
zu ziehen.
Wenn dann die Fahrer solcher Fahrzeuge nach dem Lauf
herkommen und dem ollen Passat unter die Haube schauen
wollen, dann kann die Investition der vielen Arbeitsstunden
nicht so falsch gewesen sein.







Dass gleich nach der dritten Runde die neu gemachte S2
Bremse in Rauch aufging steht auf einem anderem Blatt.
Viel wichtiger war das der Motor thermisch völlig entspannt
blieb.
Im Keller fanden sich tatsächlich noch nagelneue Beläge
aus alten Audi Beständen.



Bei modernen Autos geht das schön einfach, nach nicht
einmal einer Stunde waren alle verbrannten Beläge ge-
tauscht.




 
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