Provence 2007,2008
2007 ging es im Sommerurlaub in die Provence. Dieses Mal wählten wir die Anfahrt über Grenoble.

Zunächst wurden einige Kohlegruben bei La Mure angefahren.


Direkt daneben fuhr eine Schmalspurbahn.


Diesen Kohlebunker nahmen wir näher unter die Lupe.




 Alle anderen Gruben waren völlig verwahrt und deshalb ging es nach einigen Stunden suchen weiter über die Ausläufer der Alpen.


Unser nächstes Ziel war das kleine Bergbaudorf Orpierre
In diesem Stollen kamen wir nicht weit, er war nach ein paar Metern verbrochen.


Nach der langen Anfahrt suchten wir uns zunächst ein Schlafplätzchen und verschoben die weitere Suche auf den nächsten Tag.


Der Blick, mitten vom Dorfplatz ins nächste Tal, ließ uns am nächsten Morgen erwartungsvoll den Marsch antreten.


Nach einer Stunde standen wir vor dem Eingang zur ersten Sohle.



Da sich gleich hinter dem Eingang ein mangelhaft abgedeckter Schacht auftat, musste der Rest der Familie draußen warten.


Doch nur 10m höher wartete der nächste Stollen, diesmal für alle.


Schöne Versinterungen


Ein Rollloch (Blick nach oben)


Eine Schwelle der Grubenbahn, mit Aussparungen, in denen wohl die Schienen liefen. Es waren vermutlich senkrecht gestellte Flacheisen, die in der Schwelle mit Keilen fixiert waren. Das war wohl in einer Zeit, bevor es die allseits bekannte Vignolschiene gab.


Nach einer knappen Stunde unter Tage schauten wir uns die dritte Sohle an.








Ein verstopftes Rollloch (Blick nach oben)


Eine weitere Stunde später war die vierte und größte Sohle dran.








Ein abgesoffener Treppenschacht


Die fünfte Sohle




Der Blick in die Abbaue direkt darüber erinnerte mich an die Grube Katharina am Donnersberg






Von hier aus beschlossen wir, die andere Talseite auch zu erkunden. Das Schwarze Loch in der Bildmitte wird später noch eine Rolle spielen.


Der restliche Tag und die Nacht wurde zur allgemeinen Begeisterung mitsamt dem Gespann in einem Bachbett verbracht. Bei dem Geglucker des Baches konnte man wunderbar schlafen. 




Am nächsten Tag sind wir der nächsten Grube schon näher, die Größe der Halde ließ darauf schließen, daß es sich nicht nur um einen Tagebau handelt.


Oben angekommen, machte sich schnell Ernüchterung breit. Der gut 50m breite und 30m hohe Eingang war mit einem Bruchfeld von riesigen Felsbrocken versperrt.


Entgegen aller Vernunft kletterte ich den haushohen linken Brocken am Schuttberg hoch, um festzustellen, dass der Abstieg zur anderen Seite nur für Lebensmüde zu empfehlen ist. Die Größe der Weitung und des Verbruches wird durch das markierte Ölfass deutlich.


Auch dieses Fallbeil in der Größe eines Einfamilienhauses hat schon rundum Risse.


Daher wurde schnell der Rückzug angetreten und die Halde weiter abgesucht. Diese Lore steht auf einem hölzernen Sturzgerüst und stützt die Halde.




Das Geläne ist genau so steil, wie es auf den Bildern aussieht.


Ein Kompressor mit Riemenantrieb


Der Elektromotor dazu


Die Wanne einer Decauville Lore


Hier hätte ich gerne den Anhänger vollgeladen. Mal abgesehen von den Besitzverhältnissen lässt das Gelände keine Bergung mehr zu.
Links neben der Halde waren mehrere verbrochene Stolleneingänge und Einbruchpingen, doch machte das Dickicht das Fotografieren unmöglich.

Da es wieder sehr heiß war, steuerten wir als nächstes einen größeren Bachlauf an.




Diese Bilder stammen nicht etwa aus einem Reisekatalog, die Jugend war entsprechend begeistert.




Danach wurde das Ruinendorf Trevans angesteuert


Hier fahren wir auf der D17, eine offizielle Landstrasse, bei der allerdings bereits an der Einfahrt Allradantrieb empfohlen wird




In Majastres gibt es tolle Autos, hier ein Peugeot 203 Pickup


oder ein Peugeot 403


Es sind viele Aquädukte aus der Römerzeit erhalten


Und was machten die Römer, wenn ein Berg im Weg war:




Der Roche Talle bei Mons wurde komplett geschlägelt, die Spuren waren sehr schön zu sehen. Das Wasser hatte hier noch 42 Km bis nach Frejus, in dem sich damals die Römer niedergelassen hatten, vor sich.


Als nächstes Stand der Ort einer Katastrophe auf dem Programm. Der Staudamm von Malpasset brach 1959 nur 4 Jahre nach seiner Fertigstellung unter tragischen Umständen. Obwohl bereits Unterspülungen am Damm auftraten, öffnete man den Schieber nicht, um eine talwärts liegende Autobahnbaustelle mit neu gegossenen Brückenfundamenten nicht zu überfluten. Als sich dann nachts die Katastrophe abzeichnete, konnte sich der Dammwärter nicht verständigen, da die Telefongesellschaft streikte.


Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, auf der geborstenen Staumauer zu stehen






Dieser vielleicht 500t schwere Betonbrocken wurde damals von den Wassermassen gut einen Kilometer im Tal des Reyran mitgeschleift.


Auch dieses Haus auf einer Anhöhe 30m über dem Talgrund hatte keine Chance, obwohl es 6Km vom Staudamm entfernt war.

21 Minuten nach dem Dammbruch erreichte die 50m hohe Flutwelle die Stadt Frejus. Es gab 400 Tote.


Doch nun stand uns der Sinn nach Meer und wir fanden diese herrliche, abgelegene Bucht mit Grotte in der Nähe von Cannes.


Als Bergwerksersatz wurde öfters diese Grotte durchschwommen :-)


Der Blick auf Cannes bei herrlichem Badewetter. Vor uns spielen die Reichen mit ihren Wasserspielzeugen, bewacht von einem Kriegsschiff, dahinter die berühmte Strandpromenade.




Tagesanlagen einer Kohlegrube und Reste eines Schachtgebäudes bei Peypin.



Direkt daneben: Eine Hängebank mit Rampe?

Da wir bereits auf der Rückfahrt waren, blieb nicht mehr viel Zeit für Nachforschungen.


2008 ging es noch mal in die Provence, zusammen mit einer befreundeten Familie und ihrem Hanomag.
Hier auf dem Mont Ventoux.



Zusammen erkundeten wir einige abgelegene Gegenden im Hinterland.



Der kleine, wendigere VW Bus machte dabei die Vorhut


Hier besichtigen wir Fontaine-de-Vaucluse, eine der größte Flussquellen Europas.


Danach wurden einige Bauxitminen angefahren. Bauxit ist ein Grundstoff für die Aluminiumherstellung.
Reicht hier die Bodenfreiheit?



Aber sicher.


Außer dieser Verladeanlage gab es nicht mehr viel zu sehen.


Nun besuchen wir die Ockerbrüche bei Rousillion. Bis in die 60er Jahre wurde hier der Farbstoff Ocker gewonnen. Der Farbige Sand wurde mit Hilfe von Pumpen ausgeschwemmt. Hier eine alte Pumpe.




Beim Ausspülen des Ockerfarbstoffs entstanden bizarre Formationen in tollen Farben










Auch ein Stück Lore schaut aus dem Sand




Es gab auch unterirdische Abbaue




Eines der vielen Pumpenhäuser, noch intakt








Ein Bruch mit uralten Betriebsgebäuden




Nun steht die Besichtigung der Felsenstadt Le Baux auf dem Programm.


Hier gab es unterirdische Steinbrüche, in denen das Gestein nach Maß als Baustein herausgesägt wurde.


Wir sehen auf diesen Bildern nicht etwa Mauerwerk, sondern Spuren vom Aussägen der Bausteine.


Da es ansonsten in der Provence kaum Bergbau gibt, zog es uns wieder in die Einsamkeit der Berge um Verdon.


An diesem Platz, einige Fahrstunden von der nächsten asphaltierten Fahrstrasse entfernt, hielten wir es ein paar Tage aus.




Mit diesem Sonnenuntergang verabschieden wir uns von Frankreich.

 
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Fahrtage
 
Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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