VW Passat 32b



Passat 32B
Besonders die letzten Baujahre einer Serie sind die Besten, da genug Zeit war, alle Fehler und Schwächen zu beseitigen. Aufgrund der Kurzlebigkeit der heutigen Modelle erreicht man diese Qualität gar nicht mehr. Meine drei und das rote Schlachtfahrzeug sind alle Baujahr 87 und damit also aus dem letzten Baujahr der Serie, den 1988 kam der Nachfolger. Allerdings waren sie mit die ersten Autos in Deutschland mit geregeltem Kat ab Werk und haben daher alle die Bosch Ke-Jetronik verbaut. Man kann auch heute noch mit 90 Ps flott unterwegs sein. Der Spritverbrauch liegt bei vertretbaren 7-9 Liter.
Mit den Passat als Alltagsauto bin ich auch heute noch aufgrund der Zuverlässigkeit und Reparaturfreundlichkeit zufrieden.
Die VW aus dieser Zeit sind nach meiner Meinung die Besten, die es je gab. 

Mit über 4,5 Millionen Fahrzeugen ist diese Baureihe der meistgebaute Passat und eine der erfolgreichsten PKW Baureihen überhaupt. Er wurde von 1980 bis 1988 in Emden und Brüssel gebaut.
Es gab 7 Benzinmotoren von 1,3 Liter/ 60 Ps bis 2,3 Liter/ 136 Ps, einen Wirbelkammersaugdiesel mit 55 Ps und einen Turbodiesel mit 70 Ps.
Der Passat 32B wird heute noch unter der Bezeichnung Santana 3000 in China gebaut.




Fangen wir mit der Vorstellung des Schwarzen an:
Er stammt gerade noch aus der Zeit, als ein Auto einfach nur ein Auto war. Doch es durfte auch damals ein bisschen mehr sein. Mit der GT-Ausstattung, Schiebedach, Colorverglasung, Servolenkung, Zentralverriegelung, 1,8 L Einspritzmotor habe ich schon 2001 über ein Jahr suchen müssen, da normalerweise nur ein Vergasermotor und die anderen Extras nur selten in diesem Modell anzutreffen sind. Beim Vorbesitzer wurde er anscheinend nicht im Winter gefahren und so haben wir einen Klassiker noch fast als "Neuwagen".











Also setzten wir diese Tradition fort und haben ihn daher nur mit Saisonkennzeichen in den Sommermonaten zugelassen. 
2004 wurde daher ein Winterauto angeschafft. Es ist das Sondermodell Trophy aus der gleichen Baureihe, nur 4 Tage älter, immerhin auch mit Einspritzmotor und Servolenkung. Der Kaufpreis war mit 150€ erschwinglich, nachdem ein neues Benzinpumpenrelais vom Schrottplatz für 3€ montiert wurde, lief er auch wieder. Natürlich wurden bei beiden Passat die Verschleißteile wie Stoßdämpfer, Bremsanlage, Auspuff, Achslager ersetzt, um sie betriebssicher zu machen. Die restliche Mechanik ist praktisch unverwüstlich, Laufleistungen von über 400000Km ohne große Reparaturen sind bei dieser Generation Volkswagen keine Seltenheit. Rost ist dank Hohlraumversiegelung ab Werk auch kaum ein Thema.  Es ist herrlich, im Winter ein Auto zu haben, mit dem man nicht sorgsam umgehen muss.











Bei Kilometerstand 290000 war 2012 die erste Kupplung fällig, auch der Zahnriemen und der Kühler wurden gewechselt.








Nach der Wintersaison 2014/15 war bei Kilometerstand 310000 etwas mehr zu tun. Zunächst musste der Motor abgedichtet werden da er an einigen Stellen inkontinent war.
Bei abgenommener Ölwanne lässt sich der Zustand des Motors gut kontrollieren:




Die 28 Winter ließen die Brems.- und Benzinleizungen stark anrosten und es mussten alle ersetzt werden. Bei der Gelegenheit wurden gleich Hauptbremszylinder, Bremsbeläge, Scheiben und Schläuche getauscht. Trotz der Verwendung von Markenteilen kostete der Spaß keine 200€, war aber eine Menge Arbeit.



Die Haltebänder des Krafstofftanks wurden durch selbst gefertigte aus Edelstahl ersetzt.
Man sieht auch sonst dass ihm die Winter zusetzen. Doch handelt es nur um Anrostungen, der Hohlraumschutz wurde kontrolliert und ist immer noch intakt. Die angerosteten Stellen am Unterboden, Verbundlenkerachse und Aggregateträger wurden versuchsweise mit Owatrol Öl behandelt und ich bin gespannt wie die behandelten Stellen nach der Einwirkung von Salzlauge nach dem Winter aussehen. Das Owatrol durchdringt den Rost und ist danach sogar überlackierbar.



Die frisch "geölten" Stellen




Man sieht an seinem Beispiel, dass ein gutes Auto bei entsprechender Wartung lange laufen kann. 




Der erste wassergekühlte VW war bei mir 1998 ein Golf GTI. Damals noch ganz Käferfan, wollte ich eigentlich nur die Sportsitze, bekam aber das ganze Auto für 100 DM. Das war damals ein normaler Preis für ein Auto ohne Kat und mit abgelaufener HU. Nach kurzer Durchsicht bekam er neuen TÜV und wurde immerhin von 1997-2001 gefahren. 110 PS bei 800 Kg machen ganz schön Spaß, aber leider waren für drei Kinder kein Platz darin. Daher gibt es seit 2001 Passat bei uns.




Mindestens genauso viel Spaß machte der Passat GT Syncro von 2002-2004. Mit 2,3l Audimotor und permanentem Allradantrieb mit 2 Differentialsperren hielt ihn fast nichts aufKein Anhänger war zu schwer, kein Berg zu steil. Er lief 210 Km/h, genauso wie der Golf GTI. Die Beschleunigung war dank Allrad und viel Drehmoment auch beachtlich.
Der Spritverbrauch von mindestens 13 Liter machte die Trennung damals wieder leicht.





Es gab dazwischen und daneben noch einige andere Passat vom Typ 32B die kamen und gingen. Auch wurden einige Golf GTI und Passat zur Teilegewinnung von mir geschlachtet.
Doch den GT Syncro und den Golf GTI hätte ich behalten sollen, inzwischen haben beide Kultstatus und sind sehr selten geworden.


Februar 2013 konnte ich dann doch noch einen raren Passat Syncro mit geringer Laufleistung und im brauchbaren Zustand auftreiben. Er hat den 1,8 l Motor und verbraucht daher nicht ganz so viel Sprit. Während alle anderen Allrad VW zu der Zeit und sein Nachfolger die Billigallradversion mittels Viskokupplung bekamen, hat man dem Passat 32B den Antriebsstrang des legendären Audi Quattro und auch die große Bremse spendiert. Er verfügt also über drei Differentiale, von denen das mittlere und das hintere sperrbar sind. Ideale Basis, um einen Wolf im Schafspelz zu bauen, und im Motorraum ist noch viel Platz.



Blick auf den robusten Antriebsstrang.






Von der Überführung aus Jena wieder zuhause angekommen, wurden zuerst die lächerlichen Sheriffsterne entfernt und das Auto gründlich durchgesehen. Da ich ein Kurzzeitkennzeichen hatte, fuhr ich es montags gleich noch erfolgreich über die Hauptuntersuchung, wobei sich der gute Zustand bestätigte.





Anschließend wurde er durchrepariert. Gewechselt wurden Windschutzscheibe, Stoßdämpfer, Kühler, Lichtschalter und Bremsen...
 



An der Tür musste ein Streifschaden und am Radlauf eine Roststelle beseitigt werden.




Diese Roststelle zwischen Bodenblech und Schweller entstand vermutlich durch einen falsch angesetzten Wagenheber.



Die aufgearbeitete Karosserie.



Von Anfang an störte mich die fehlende Dachreling.
Doch für die Montage musste der komplette Himmel mit allen Anbauteilen runter. Es ist nicht einfach, die vielen alten Kunststoffteile unzerstört zu lösen.





Nach 2 Arbeitsstunden konnte der Himmel beiseite gelegt werden.



Zunächst wurde die Dachhaut von innen durch die bereits gelochten Holme durchbohrt.



Aufbohren von außen mit dem Blechschälbohrer.



Die Gewindehülse ist eingesetzt.



Die Verschraubung von innen.



-Halbzeit-



-Fertig-






Die schäbigen Vordersitze (im Bild rechts) werden durch Sportsitze eines Scirocco vom Schrottplatz ersetzt.
Doch leider passten sie nicht in die Führungsschienen des Syncro, daher mussten die Sitzunterteile vom Passat wieder verwendet werden. Bei der Gelegenheit wurden die Sitze untenrum neu aufgepolstert.








Weiter bin ich auf der Suche nach einem 16V Motor, der in dem Passat für zeitgemäßen Vortrieb sorgen würde. Vielleicht wird es aber doch ein 20V Turbo Motor aus dem Urquattro?

November 2015: Es wurde ein 20V Turbo, aber nicht nur der Motor, sondern das ganze Auto. Dazu später an anderer Stelle mehr.


 
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Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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