Albanien 2016

 









Albanien- Das Land der Bunker, Bergwerke,
alten Mercedes und schlechten Straßen


Nachdem wir letztes Jahr das zweitreichste Land Euro-
pas, Norwegen, bereisten, ging es dieses Jahr in das
Armenhaus Europas.

Uns reizte das unerschlossene und unbekannte Hinter-
land, nicht zuletzt wegen seiner vielen Bergwerke, in
denen noch mit Technik wie vor 100 Jahren gearbeitet
wird, so wie ich es bei den Vorführungen in unserem
Museum erkläre.

Der verklärte Blick, mit dem der zart aufkeimende
Tourismus von einem ursprünglichen Land schwärmt, in
dem im Einklang mit der Natur, so wie Gott es gewollt
hat, gelebt wird, fanden wir nur selten vor.

Die Eindrücke, die wir mitbringen, sind statt dessen so
zwiespältig wie nie nach einer Reise.

Es gibt grandiose Landschaften, man darf eigentlich
überall hinfahren und campen.
Die Menschen begrüßen einem dabei fast immer sehr
freundlich, manchmal zu aufdringlich.









Wir waren auch außerhalb der touristischen Routen
unterwegs, daher offenbarte der Blick hinter die
Kulissen Zustände, die ein Mitteleuropäer eigentlich
eher in Indien erwartet.

Die Kluft zwischen arm und reich ist groß.
Es gibt in den entlegensten Tälern Menschen, die in
Ruinen hausen und nur irgendwie von ein paar Ziegen
und Kräutern leben.

Müll auf Schritt und Tritt. In den Bergen, in den Tälern,
der abgelegenste Bach schwemmt Müll an. Brennende
Müllhalden verpesten ganze Landstriche und wilde
Müllablagestellen gibt es praktisch überall.
Im Müll wühlende Menschen mit ihren Kindern,
Unmengen wilde, räudige Hunde; überlaufende Erdöl-
förderanlagen und andere Umweltsünden gehören
leider auch dazu. Dort, wo die Touristen ihr Geld lassen
sollen, ist man um einen ordentlichen Eindruck bemüht,
es gibt in vielen Städten neu angelegte Fußgänger-
zonen, die Vorderseite der Häuser ist optisch frisch
saniert, auf der Rückseite fallen sie zusammen und
der Müll stapelt sich, vorzugsweise in den Fluss hin-
unter.











Ein halbes Jahrhundert sozialistische Diktatur unter
Enver Hoxha haben das Land geprägt. Bis 1991 waren
Religionsausübung, Tourismus, private Autos und Tele-
fone verboten.
Stattdessen wurden in der Zeit der Abschottung 1972-
84 um die 200000 Bunker gebaut. Die Vorgabe war für
jeden albanischen Mann einen Bunkerplatz vorzuhalten.
Die Mengen an Stahl und Beton wären dringend für
andere Dinge gebraucht worden. Die Invasion der bös-
en Großmächte erfolgte nie und die dem Verfall preis-
gegebene Betongewölbe verschandeln nun das Land.

Doch gibt es noch mehr Ruinen, die Industrie befand
sich nach der Diktatur im freien Fall und die Anlagen
liegen brach.

Und überall gibt es Bauruinen, die größten Hochhäuser
einer Stadt sind meistens unfertige Betonskelette, oft
sind die untersten Stockwerke notdürftig bewohnbar
gemacht.

Die Gründe für ihre große Anzahl konnte mir auch kein
Einheimischer erklären.

Bei der Einführung von Privateigentum in den 90er
Jahren ging es wie so oft, ein paar Leute wurden reich,
der Rest verelendete. Zusammenbrechende Pyra-
midensysteme brachten Anfang 1997 die Bevölkerung
um ihre gerade erst hart erarbeiteten Ersparnisse und
der Volkszorn entlud sich in bürgerkriegsähnlichem
Aufstand. Plünderungen, Zerstörungswut und Gewalt
forderten um die 1000 Todesopfer.
Die Auswirkungen der Zerstörungswut mit Sprengstoff
von damals werden wir auf einigen Bildern sehen.

Friedenstruppen konnten die zusammengebrochenen
staatlichen Strukturen wieder herstellen und im Juli 1997
gab es freie Wahlen.

Die drei Sorten von Ruinen, brennender Müll, Menschen
und Tiere die vom Müll leben, Bettler, zusammenge-
dengelte, endverbrauchte Autos, das Chaos auf den
Straßen lässt uns manchmal wie in einem Endzeitfilm
vorkommen. Aber das Land ist EU- Beitrittskandidat...
















Die typische albanische Elerktroverteilung: ein unverkleideter
Trafo auf Augenhöhe, ein offener Verteiler, von híer bedient
sich jeder mit frei verlegten, zusammengezwirbelten Kabeln.







Das Hauptverkehrsmittel: Pferde und Esel








In den Städten sind viele zu Lastkarren umgebaute Mopeds
anzutreffen. Oft sitzen vorne Frau und Kinder darin.
Es gibt nur eine Bremse die auf das Hinterrad wirkt.









Das Straßenbild prägen alte Mercedes. Vor allem die von
1977-95 gebauten Mercedes T1, auch als
"Bremer Transporter" bekannt.



Sie werden als Sammeltaxis eingesetzt. Bis zu 30 Personen
lassen sich hineinquetschen, wenn es mehr werden, wird
die Schiebetür offen gelassen und die Fahrgäste halten sich
an der Dachrinne fest.




Mercedes-Nutzfahrzeuge-Oldtimertreffen



Bei den PKW dominieren auch die Mercedes von
1975-95.
Vor allem die frühen, robusten Baujahre werden in den
Bergen eingesetzt.



Der größere und ältere Mercedes T2 (Bj 1967-86) ist
noch oft als Bus und LKW anzutreffen, hier ein ge-
schlachtetes Exemplar am Straßenrand.



Scheinwerfer eingeschlagen, Räder schief, Öllache, der
Stein lässt auf defekte Bremse schließen. Oft in diesem
Zustand anzutreffen noch mit italienischen oder
britischen Nummernschildern, welche sicher nicht mehr
gelten.






 

Ein mit der Flex zum Pickup umgebauter Ford Transit.




Die Polizei fährt auch zerdepperte Autos.








Das Autofahren ist wie in einem Computerspiel, ständig ein
neues Hindernis oder eine Gefahr.






Hier spritzt das Wasser aus einem Rohrbruch, macht nichts,
im nächsten Dorf kommt noch genug an.




Gullydeckel fehlen ständig (Schrottdiebstähle?), oft mitten auf
der Fahrbahn. Hier ist einer auf albanisch gesichert.




Hauptverkehrsstraßen 2.Ordnung sehen oft so aus:







Mit Tieren ist ständig zu rechen.




Für die Kamikaze- Mopedfahrer besteht keine Helmpflicht.
Dementsprechend sind die Straßen von Gedenksteinen für
die Verkehrstoten gesäumt.







Die Anreise

Am letzten Donnerstag im Juli starten wir nach Feierabend.
Wir kommen immerhin 500 Km bis in die Steiermark. 
Nach der ersten Übernachtung auf einem Waldparkplatz
schauen wir uns eine ungewöhnliche Feldbahn im Torfwerk
Ronach, Admont, an.



Ein alter LKW wurde auf normalspurige Gleise gesetzt. Im
Gegensatz zu anderen Torfwerken kann der Torf in der Steier-
mark aufgrund der vielen Niederschläge nicht getrocknet
werden und ist daher beim Transport viel schwerer, so dass
eine gewöhnliche Feldbahn überlastet wäre, erklärte mir der
Besitzer.
 






Der größte Eisenerztagebau Mitteleuropas liegt über der Stadt
Eisenerz.
30 Stufen von je 24 Metern Höhe sind weithin sichtbar.





Auf dem Besucherparkplatz wird historische
Fördertechnik ausgestellt.

Man kann das Besucherbergwerk besichtigen oder mit
dem für Besucher umgebauten „Hauly“ den Tagebau
erkunden.

Lassen wir kurz die Daten des Fahrzeuges wirken:
132 Tonnen Gesamtgewicht,
860 PS V12 Motor,
Kaufpreis 1980 429000€




Wir schaukeln auf der umgebauten Mulde eine Stunde
lang in luftiger Höhe duch die Anlage, es ist erstaunlich
wie das Fahrzeug Unebenheiten kompensiert. Im Tage-
bau sind noch mehr, noch größere Muldenkipper
unterwegs.
Doch sie wirken winzig im riesigen Erzberg.

I


Den uralten Elektro-Großbagger hätte ich noch gerne
besichtigt, es ist einer von 43, von denen die meisten
nach WK 2 nach Russland gingen. Doch an der Kasse
erklärte man mir es gäbe keine musealen Bagger und
unsere „Reiseleiterin“ auf dem Hauly stand unter Zeit-
druck verwies zu dem Thema nur zurück an die Kasse.




Gegen 15 Uhr sind wir wieder an unserem Bus. Wir
wollen heute noch einen großen Teil von Slowenien
durchfahren.

Im Verkehrsfunk wird gemeldet, dass der Karawanken-
tunnel gesperrt ist, da ein gewisser Vladimir Putin
seinen Besuch angesagt hat. Na super, dann brauchen
wir auch keine slowenische Autobahnplakette und
durchqueren das kleine Land auf den Landstraßen.

Überquert wird die Grenze bei Dravograd.

Es gab hier eine Schmalspurbahn durchs Land, in
mehreren Orten stehen Denkmalloks. 




Das Land ist zum Großteil völlig zersiedelt, die Häuser
sind wie mit einem großen Eimer in die Landschaft ver-
teilt. Das macht es Wildcampern schwer und so über-
nachten wir vor einem Steinbruch.

Wie könnte es anders sein, auch samstags wird ab 6
Uhr gearbeitet. Lärm und Staub fallen aber gering aus
und wir können noch in Ruhe frühstücken.




Bereits nach einer halben Stunde passieren wir die
nächste Grenze, jetzt sind wir in Kroatien. 
Wir gehen
hinter Macelj auf die Autobahn, ein Fehler denn nach
30 Km ist bereits die erste Mautstelle und einen halbe
Stunde Stau davor, die 6 € hätten wir besser anlegen
können.

Doch fast alle Urlauber biegen Richtung Adria ab,
während wir ohne weitere Staus die nächsten 200 Km
an Zagreb vorbei bis Slavonski Brod kommen.
Hier waren 16€ Autobahngebühr fällig.

Mit den zügigen Grenzübertritten ist es jetzt vorbei.
Es geht chaotisch zu, wir brauchen über eine Stunde im
Grenzsstau.

Bereits von der Brücke über den Grenzfluß Save sehen
wir zerstörte oder beschossene Häuser von Brod.
Damit hatten wir in dem Ausmaß nicht gerechnet, der
Balkankrieg ist in Bosnien doch schon über zwei Jahr-
zehnte vorbei.



Die nächsten 100 Km führen immer wieder an zerstörten
Häusern und ganzen Dörfern vorbei. Wir biegen einmal
in so ein ehemaliges Dorf ab, von den ehemaligen
Straßen sind nur noch schmale Wege durch das
Dickicht übrig. Aus den undurchdringlichen Büschen
ragen Giebel und Schornsteine – bedrückend.




Die Kirchen sind wieder schön hergerichtet, oft sind
riesige Friedhöfe daneben.




Kurz vor Zenica wundern wir uns über den Smog in den
Tälern.

Hier darf die Industrie noch ungestört stinken. Der Fluss
war vor der Fabrik braun und dahinter rot gefärbt. 



Von Zenica bis Sarajevo gibt es eine neue Autobahn, so
gehen die nächsten 60 Km zügig voran.

Das einst stark zerstörte Sarajevo sieht jedenfalls beim
Durchfahren wieder ordentlich aufgebaut aus.

Nun wird es langsam abend und unser heutiges
Etappenziel, Montenegro ist noch in weiter Ferne.
Also suchen wir uns eine halbe Stunde hinter Sarajevo
einen Platz.
Auf Anhieb finden wir einen Schotterweg der sich hoch
in die Berge schraubt und uns nach drei Km eine ruhige
Nacht sichert.

Der Duschsack wartet bereits auf seinen Einsatz.








In Bosnien- Herzegowina dominieren VW der Baujahre
80-95 das Straßenbild. So gibt es massenhaft Golf II,
VW Bus T3 und die langlebigen Passat 32b zu sehen,
von denen auch bei mir zwei als Alltagsautos dienen.
Auch Golf I sind noch viele unterwegs, 32 Jahre nach
Produktionseinstellung....





Die letzten 40 Km zwischen Zubovići und der Grenze
lassen Zweifel aufkommen ob wir noch auf einer Haupt-
verkehrsstraße sind.





Doch, wir sind richtig. Den Grenzstau nach Montenegro
passieren wir nach einer guten Stunde.





Die ersten 50 km durch Montenegro geht es über
Brücken, Tunnel und einen Staudamm an den
Schluchten entlang. 






T2a Pritsche in Podgorica, Albanien ist nicht mehr weit.
Noch einmal für 1,04€ voll tanken.
Montenegro ist nicht in der EU, allerdings gilt hier
der Euro.



Albanien ist in Sichtweite...




Die Nordalbanischen Berge- Von Theth nach
Shkodra




Kurz nach der Grenze, bei Koplik, biegen wir mit Ziel
Teth ab.




Vor dem ersten Pass beziehen wir Quartier und schon
bald kommen die ersten neugierigen Streuner, die
immer nett und freundlich waren. Es gab nie Probleme 
gegenüber unserem eigenen Hund.




Auf der Passhöhe endet der neue Asphalt, Wetter und
Sicht sind grandios.




Für den 16 Km langen Abstieg auf Schotter vom Pass
nach Teth brauchen wir zwei Stunden.



Die Dorfstraße ist zum größten Teil ein glatt gefahrenes
Bachbett.

Große Brocken müssen aus dem Weg geräumt werden,
so schaffen wir es immerhin noch bis an das Ende des
Tales. Hier geht es auch mit einem Geländewagen
nicht mehr weiter.

Wir schlagen an einem kleinen Bach unser Lager auf,
es kommen Wanderer mit Packpferden und einheim-
ischen Führern vorbei.






















Entgegen den Warnungen nahmen wir nun die Süd-
route nach Shkodra. Von den 80 Km Distanz führen
55 Km über die übelste Felsenpiste die man sich
nur vorstellen kann.

Ich sah da die alten Mercedes fahren und dachte, was
die können...




Nach dem wir ungefähr 20 Km in dem wunderschönen
Tal fuhren, lag da ein Land Rover Discovery mit
Achsenbruch.
Dies hätte mir eine Warnung sein sollen, noch wäre
Umdrehen möglich gewesen.

Diese Land Rover Discovery der ersten Serie haben
hier eine zweite Heimat gefunden, sind sie doch in
Mitteleuropa unbeliebt und für kleines Geld zu haben,
während für den klassischen Land Rover Defender
aller Baujahre Liebhaberpreise bezahlt werden.











Nun ging es Felstreppen hinunter. Längst sind alle
Wasservorräte abgelassen und die Stoßdämpfer auf
die maximalen 8 Bar aufgepumpt. Trotzdem mehren
sich die Einschläge am Unterboden und erste Zweifel
kommen...






In der irrigen Annahme, je näher wir der Zivilisation
kommen, desto besser wird der Weg, fahren wir weiter.

Im Tal repariert ein Franzose seinem Land Rover
Defender und mit offenen Mund sehe ich Albaner mit
ihren überbesetzten Mercedes Transporter Taxis über
die Felsen heizen. 







Wir treffen auch andere Touristen, allerdings sind die
besser mit Bodenfreiheit bestückt. Die Belgier haben
einen alten Geldtransporter und der Schweizer mit dem
Feuerroten Spielmobil erzählt, dass die ersten fünf
Kilometer die schlimmsten sind. Wie beruhigend, dass
wir davon noch 10 Km entfernt sind. Auch ein deutsches
Paar mit einem Toyota Hilux ist bereits sehr genervt.
Schon wieder heizt ein überladenes Taxi vorbei.
Metallbau Wienecke - ob die sich vorstellen können,
was ihr ehemaliger Werkstattbus hier leistet?





Die Straße wird tatsächlich immer schlechter. Nachher
fahren wir dort unten in der Schlucht. Es sind Maschin-
engewehrsalven aus dem Tal zu hören. Albaner jagen
(wildern) gerne mit dem MG.

Nein, es gibt keine Alternative, für eine Rückkehr reicht
der Sprit nicht mehr.






Ein Land Rover mit Reifenpanne blockiert die Schlucht.
Unser Bus hat inzwischen auch einige Schäden, aber

angesichts der aus dem Weg ragenden Felsspitzen bin
ich froh, Reifen, Getriebe und Motorblock (eine Ölwanne
gibt es beim Boxermotor nicht) bis hierher unbeschädigt
durch manövriert zu haben.



Auf die letzten Kilometer nahmen wir einen Albaner
mit, er hat in der Schlucht Rasen gemäht und das
"Taxi" verpasst. Die wenigsten können sich hier ein
eigenes Auto leisten.



Puh, wir haben wieder Asphalt unter den Rädern.

Sensenmann voraus.



Das Fundament eines weggespülten Hauses am Fluss
kommt nun als Nachtplatz wie gerufen. Das Hubdach
lasse ich aber lieber zu, die Überlandleitung über uns
hängt ziemlich tief und ist wenig vertrauenserweckend
angestückelt. 

Der Unterboden des Bus wird auf der Betonfläche in-
spiziert – alles halb so schlimm - und danach ausgiebig
das warme Badewasser des Kiri genutzt .
Ich 
gelobe später beim Abendessen die nächsten
albanischen "Straßen" vorsichtiger anzugehen.




Auf dem Friedhof grasen die Kühe und der Sarg liegt
auch schon oder noch? bereit.





Vor uns liegt Shkodra unter einer Smogglocke, die
Mesibrücke und ein Kalkwerk sind davor in Sicht.
Was steht denn bei dem Kalkwerk auf dem Brenn-
ofen? 




In dem Kalkwerk werden wir nett begrüßt, der Chef wird
geholt, wir schütteln mindestens 10 Hände, der Chef
stellt uns einen Mitarbeiter an die Seite der uns durchs
Werk führt. Er war 9 Jahre Asylant in Deutschland kann
aber kaum ein Wort deutsch.

Auf den alten Kalkbrennöfen liegen noch Schienen und
zwei Loren.

Es gibt alte Brecher, Siebtrommeln und eine Menge
alter LKW und Bagger zu sehen. Ich darf überall herum
klettern.









Es gelingt tatsächlich, die Mesibrücke ohne die Müll-
halden und ohne die Touristen ins rechte Licht zu
rücken.

Die Brücke gilt als die bedeutendste und am besten
erhaltene aus der Türkenzeit.









Wir durchqueren Shkodra und erklimmen die Burg-
ruine Rozafa.

Rozafa war die Frau des Burgherren und soll hier ein-
gemauert worden sein, um die Götter gnädig zu
stimmen.





Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Stadt.
Neben den Hochhäusern hausen diejenigen in der Zelt-
stadt, die es nicht geschafft haben.




Im Nordwesten der Skutarisee, der größte See des
Balkan. Davor noch ein Slum und eine Moschee.
Der Islam gehört zu Albanien, in Shkodra leben über-
wiegend Katholiken friedlich mit den Moslem zu-
sammen. Das Land ist vorbildlich was das Zusammen-
leben der verschieden Religionen angeht.



Der Drin kommt aus Osten... 




…. und fließt südlich ins Meer.





Über den Koman See ins Valbona Tal und an der
Grenze des Kosovo entlang zu den ersten Berg-
werken


Bei Ganjolla retten wir die erste Schildkröte von der
Straße.



Die Drin ist mit vier Staudämmen aufgestaut. Wir fahren
am Vau-Deja Staudamm vorbei und am Stausee entlang.

Dann kommt eine von Enver Hoxhas Kupferaufbe-
reitungsanlgen in Sicht, die wir uns natürlich näher an-
schauen, sie ist allerdings bereits stark zerstört.
 






Der Vau-Deja Stausee ist riesig und wir steuern ein
Seitental an da es Abend wird. Im Bachbett wird gerade
der dort arbeitende Bagger repariert. Wir fragen mit
Zeichensprache ob wir hier schwimmen und schlafen
können, kein Problem.




Unser Ziel ist der Koman Stausee, die nächste Staustufe
des Drin. Die Straße am unteren Stausee ist 38 Km 
lang, aber mal wieder so schlecht, dass man dafür 2
Stunden braucht.

Die in den 80er erbauten Staustufen haben Kupfer-
gruben geflutet und abgeschnitten. 





Knappenhaus aus Hoxhas Zeiten.




Hinter einigen Ruinen befindet sich ein Truppenübungs-
platz welcher nur noch von Ziegen genutzt wird.



Darüber ein Friedhof.







Frühstück im Stausee.



Links davon geht es in einem Tunnel zur
!! Fähranlegestelle !!
denn nun ist die Straße zu Ende und es geht nur mit der
Fähre weiter.




Die beiden 9 Uhr Fähren sind ausgebucht doch wir
schauen beim Verladen der Autos (teilweise mit Dielen)
und dem Ablegen zu.

Die Rozafa schrammt beim Ablegen an der Berisha
entlang.






In der Dragobia lebt ein Omnibus weiter und einen
Kahn für die Rinder gibt es auch.



Bereits im Tunnel wurde über den Fahrpreis verhandelt.





Wir stechen um 12 Uhr in See. Es liegen 34 Kilometer
und 2,5 Stunden mit der Autofähre durch den Koman-
see vor uns.
Es geht an Bergen und Dörfern vorbei, die nur über den
See erreichbar sind. 
Durch enge Schluchten mit
hunderte Meter hohen Wänden.

Unser Bus steht in der zweiten Reihe, zum Glück, denn
die erste Reihe musste auf der hochgezogenen
Landungsbrücke stehen.

Auf dem Oberdeck läuft laut albanische Musik und die
Albaner tanzen dazu ausgelassen im Kreis.
 









Die Autofähren wurden für den 2015 wieder entdeckten
Betrieb für Touristen renoviert. Die Schweißnähte sehen
allerdings furchtbar aus.

Eine andere Fähre, welche Baustellen versorgt, passt
eher vom Zustand zum Rest des Landes.





Kaum an Land: ein Bunker.
Licht an! Huch, schon bewohnt.




Heute haben wir keine Lust mehr zu fahren und steuern
ein Seitental an. Nachdem wir uns einen groben Weg ein
gutes Stück hochgearbeitet hatten glaubten wir ein
ruhiges Plätzchen gefunden zu haben. Doch weit gefehlt,
keine 10 Minuten später kamen zwei Albaner aus den
Büschen und luden uns zum Kaffee zu sich nach Hause
ein. Das wäre aber noch zwei Kilometer weiter den Berg
hoch...






Am nächsten morgen wird in Barjam Curr das nötigste
auf dem Wochenmarkt eingekauft. Die meisten Männer
sitzen in den Cafés und frönen dem Gedanken-
austausch.
Wenn wir vorfahren richten sich hunderte Augen auf uns.

Der Polizist fährt mit einem verbeulten Fiat um den Block
und lässt mehrfach die Sirene ertönen. Dann stellt er
sein Auto mitten auf die Kreuzung und fuchtelt sinnfrei
mit der Kelle herum. Die Trillerpfeife ertönt genauso
sinnfrei. Als jemand vorbei kommt wird sich erst mal
unterhalten.

Wir biegen in das Valbona Tal ab. Hier sollen Touristen
kommen und es gibt eine nagelneue zweispurige Straße,
20 Straßenkehrer halten die Straße sauber, während
der Rest vom Land....
Die Straße erschließt mehrere Hotels und endet un-
vermittelt, zweispurig im Bachbett.







Wir könnten zwar das Bachbett weiter fahren aber heute
wollen wir zu dem Wasserfall am Ende des Tales
wandern.
Kurz darauf taucht der Mercedes Pritschenwagen auf
und will uns unbedingt an das Ende des Tales fahren.
Als wir ablehnen wird extra nochmal jemand geholt der
englisch spricht. Bei einer Familie mit Kindern haben
sie später mehr Erfolg. 



Im Wald gibt es eines der typischen spartanischen
Cafés, hier wird Schafskäse in Öl serviert.
Der Pritschenwagen dient als Zubringer.













Das beim Aufstand gesprengte Hotel.



Der Autofriedhof am Rande des Tales. Alte Mercedes
sieht man hier keine, aber andere Fabrikate um Baujahr
2000.








24 Tonnen auf dünnen Brettern- glaubt das jemand?

Schaut man sich die knapp 100 Km lange Strecke
Bujan-Kukes auf Google Earth an, wird man hunderte
Gruben entdecken, mehr als Wohnhäuser.

Die Fahrt durch die völlig eintönige Gegend dauert drei
Stunden.

Obwohl 2013 noch in Betrieb, ist der Eingang ver-
brochen.
Es ist nichts mehr auf dem Gelände trotzdem gibt es
einen Wachmann.










Ein Stück weiter unten gibt es eine zweite Grube, auch
verbrochen.



Dafür wird einige Kilometer weiter im Tagebau Chromit
(Chromerz) gefördert.




Auf den nächsten Kilometern wird das Erforschen der
vielen kleinen Schurfe schnell langweilig.

Bei Demaliaj wird es dann wieder interessanter.




Zunächst wieder eine Grube mit gleisloser Förderung
oberhalb unseres Buses.







In der unteren Grube ist eine intakte Grubenbahn
vorhanden.











Bei Kam gibt es dann doch endlich die erste Grube in
Betrieb. Nach Diskussionen mit dem bewaffneten Wach-
mann darf ich den Bremsbergbetrieb filmen.

Ich dürfte auch mit Einfahren, doch da die Loren im
Freilauf in den Schrägstollen donnern und die Leiter
direkt daneben nur aus zusammengenagelten Ästen
besteht lehne ich dankend ab.

In 200 Meter Tiefe arbeiten 25 Bergleute und fördern
Chromerz.














Unter dem Diktator Enver Hoxha wurden mehrere
Kupferaufbereitungsanlagen mit chinesischer Hilfe
gebaut.
Diese hier bei Golaj steht noch komplett.






Obwohl das arme Land Strom im Ausland zukaufen
muss, brummt und brazzelt in der toten Anlage ein
großer Trafo sinnlos vor sich hin, mit üblich
abenteuerlicher Verkabelung.











Dann die Schockbilder: Auf dem extrem mit Schwer-
metall und Giftstoffen belasteten Gelände werden Kühe
gehalten, auch in den Gebäuden. Weiter unten im Tal
gibt es noch mehr, die das orange Wasser aus den
Absetzbecken saufen. 




Wo Kupfer aufbereitet wird muss es auch Gruben geben.
Mit dem Fernglas entdecken wir Halden und Gruben-
gebäude.

Da wir heute nicht mehr nach Kukes fahren wollen wird
die Grubensuche gleich mit der Suche nach einem
Stellplatz für die Nacht verbunden.






Dabei fällt mir dieses Loch neben dem Weg auf... lieber
mal nachsehen.

Es handelt sich um einen Grubenbahntunnel, der weiter
an die Oberfläche durchbricht. Die Trasse ist auch zu
erkennen. D
ie Besichtigung ergab, dass die ver-
bliebenen 50 cm Überdeckung für das Gewicht unseres
T2 ausreichen sollten, also ging es mit Schwung darüber.





Die ehemaligen Kupfergruben waren leider alle verstürzt
und so bin ich umsonst auf den Berg gestiegen.




Von hier aus konnte ich gut das gesprengte Gruben-
gebäude aus sozialistischer Zeit ablichten.




Auf dem Weg zur Grube wachsen einem die Mirabellen
in den Mund.



Während dem Abendessen raschelte und stöhnte es im
Gebüsch.




Nach einer Gewitternacht fahren wir nach Kukes, erst
durch die Müllhalde, dann durch die Stadt. Nach einiger
Suche entdeckten wir einen kleinen Supermarkt der
unseren Vorstellungen vom Umgang mit Lebensmitteln
entsprach und wir ergänzen unsere aus Deutschland
mitgebrachten Vorräte mit frischen Lebensmitteln, bei
sehr bescheidener Auswahl.




Der aktive Chromitbergbau bei Kallmash ist das nächste
Ziel. 
Nach den üblichen Debatten mit dem Sicherheits-
dienst führt mich der Betriebsleiter durch das Werk. Auf
den Ruinen aus Kommunistischer Zeit wurde eine neue
Aufbereitung gebaut.



Anschließend darf ich mit dem Auto zu den beiden aller-
dings stillgelegten Stollen fahren. Angesichts des Weges
bin ich nicht sonderlich begeistert, doch oben wartet
bereits der Sicherheitsdienst auf mich um mir die Stollen
zu zeigen. Natürlich gibt es auch hier Kühe. 



Stillgelegte albanische Bergwerke sind praktisch steril,
es ist kein Krümel Schrott darin zu finden. Daher drehte
ich nach 100 Meter um.



Der Wachmann wartete davor, heute hatte er endlich
etwas zu tun.



Ein wenig enttäuscht hoppeln wir den Weg zurück und
wursteln uns auf einer üblen Offroadstrecke weit in das
nächste Tal. Hier gibt es auf jeden Fall aktiven Bergbau.



Eine Stunde durchschütteln, dann erreichen wir eine 
der unzähligen Bunkeranlagen Albaniens. Der unter
Verfolgungswahn leidende Diktator hat in der Zeit der
völligen Abschottung 1972-84 200000 Bunker bauen
lassen - seinem Befehl nach soll für jeden Mann ein
Bunker zur Verfügung stehen. 

Nach einer kurzen Erkundung der unterirdischen Teile
geht es weiter ins Tal.











Am Ende des Tales stehen wieder gesprengte Gruben-
gebäude.
Doch dieses Mal leben Menschen hier in der Abge-
schiedenheit darin, Kinder kommen gesprungen.




Wir fahren weiter und scheitern aber bald darauf beim
Wachdienst, der uns nicht auf das weitläufige Gruben-
gelände lässt.

Auf der neuen Autobahn fahren wir zurück nach Kukes.
Um sich einzuordnen muss man ein Stück als Geister-
fahrer fahren bis die Leitplanken unterbrochen sind.



Tief im Osten, die Schlucht des schwarzen Drin,
Peshkopie und der Bergbau von Bulqize

Nach Kukes ist das nächste Ziel Peshkopie. Doch wir
nehmen nicht die Asphaltstraße, sondern die legendäre
Offroadstrecke entlang der Schlucht des schwarzen Drin.
Die 80 Kilometer lassen sich problemlos mit dem T2
bewältigen.
















Vorbei an verfallenen Gutshäusern. Albanien war
schon immer ein Auswanderungsland.
Und doch leben in den Ruinen Menschen.

Kinder kommen heraus gerannt und bieten uns unreife
Äpfel oder runzelige Paprika an.
Wieder andere wollen Eseltouren vermitteln.


 




Hier sollte man keinen medizinischen Notfall haben, bis
der Rotkreuzlandy einsatzfähig ist geht wohl einige Zeit
verloren.
Es ist Sonntag, man reitet mit dem Esel, dem schicken
Anzug und glänzenden Schuhen in die Kirche.










In Peshkopie gibt es eine neue Fußgängerzone, viele,
viele Männer sitzen in vielen Cafés und vertreiben sich
den Tag. Wir kaufen in einem recht ordentlichen Super-
markt ein und schauen uns anschließend auch ein
wenig in den Seitenstraßen um.













Übernachtung am Flüsschen Zalli bei Krajke. Die Idylle
trügt, immer wieder schwimmen Müllsäcke vorbei.



Die Hängebrücke und eine Furt erschließen einen Orts-
teil.






Nun schauen wir auf Bulqize, die Bergbaustadt liegt am
Fuße des Chromberges.

Hier verdient ein Bergmann knapp 300 €, die Arbeit
in den Gruben ist lebensgefährlich.
Sie werden von Taxifahrern mit alten Mercedes Bussen
an die Gruben gefahren. Diese 9-Sitzer Busse sind
durch aus mit 30 Personen besetzt, zur Not hält man
sich bei offener Schiebetür an der Dachrinne fest.
Während die Bergleute arbeiten, schläft der Fahrer auf
der Rücksitzbank und fährt sie mittags wieder nach
Hause.
Das Erz wird über Mafiöse Strukturen vermarktet, man
sieht gelegentlich Range Rover Sport, BMW X6 und
Hummer, die so gar nicht in das Land passen.

Nicht zuletzt aufgrund von Korruption haben sich einige
internationale Firmen wieder zurück gezogen.
Erst letztes Jahr gab es ein Schießerei in Bulqize.
Dies und die vielen Schrott.- und Erzdiebstähle erklärt
die bewaffneten Sicherheitsdienste an den Berg-
werken.

Wir fahren von rechts die Gruben an. Vor dem großen
Grubengelände mit den Fördertürmen wartet schon
wieder ein Wachmann mit Knarre an der Schranke und
so biegen wir einfach zunächst rechts zu noch höher
gelegen Bergwerken ab, auf dem Bild nicht zu sehen.

 





Hier gibt es keine Wachtmeister, aber auch keine
Arbeiter.






Zwei Haarnadelkurven weiter oben sieht das eher nach
Arbeit aus.






Hier kann keiner Englisch. Aber alle begrüßen mich mit
Handschlag und mit Händen und Füßen verständigen
wir uns. 
Diesmal habe ich Bilder von unserem Feldbahnmuseum
mit. Der "Ingenieur" in sauberer Zivilkleidung bittet mich
in seine Blechhütte und ich nehme mit ihm auf einem
sauberen Sofa Platz. Wir schauen die Bilder von
Dossenheim an, während die Arbeiter und Arbeiterinnen
draußen warten müssen. Im nächsten Tal soll es auch
solche Loks geben, meint er und zeigt auf das Foto
meiner Jung Lok.
Dann bekomme ich einen nagelneuen Helm und es
geht mit zwei Förderhauern, die Loren schieben,
unter Tage.









Nach vielleicht einem Kilometer im Laufschritt kommen
wir am Abbau an.
Die Loren werden von Hand mit Erz gefüllt.



Nun geht es in den Abbau hoch.
Angesichts der wackeligen Fahrten denke ich daran
dass ich wahrscheinlich so viel wiege wie die zwei
Albaner aber will nicht kneifen.



Hier kommen wir nach 30 Meter raus.






Die folgenden Bilder entstehen später beim Abstieg im
Schacht.





Zurück auf der Förderstrecke bewundern die beiden
meine LED Lampen und die Kamera. Und ich habe
wieder dieses unangenehme Gefühl wie im ganzen
Land, denn ich schleife Lampen und Kamera in einem
für sie unerreichbaren Wert mit mir im Berg herum,
wobei ich im Vergleich zu manchen Hobbykollegen
eigentlich bescheiden unterwegs bin.





Den Dynamit bekomme ich auch gezeigt. Sprengkam-
mer, Tresortüren- Fehlanzeige. Der Sprengstoff liegt in
einer Nische zwischen den Verbauhölzern im Stollen,
die Zünder daneben. Geraucht wird auch.


Dann wird ausgefahren, die beladenen Loren rollen auf
Schwerkraft aus der Grube und die Beiden lassen sich
auf den feuchten Schienen einfach mitziehen und regeln
so die Geschwindigkeit. 

Nach einer Stunde hat mich die Sonne wieder.
Eine Spende in die Kaffeekasse wird aufs schärfste ab-
gelehnt. Statt dessen werde ich zum Kaffee eingeladen
denn jetzt ist Feierabend.


Doch wir fahren drei Serpentinen weiter hoch an die
nächste Grube. Hier ist auch Feierabend, man wäscht
sich am Brunnen. Einer kann Englisch und ich darf
mich umsehen. 












 

Noch weiter oben ist dann wieder eine geschlossene
Schranke, die unbesetzt ist. 
Also geht es wieder ins Tal hinunter.

Der Wachmann an der Schranke, vor der wir vorhin ab-
gebogen sind, zeigt mit seinem breitesten Grinsen sein
faules Gebiss und lässt uns auf das Gelände, ohne dass
er etwas verstanden hat.

Nach 100 Meter stelle ich den Bus vor dem nächsten
Gittertor ab, die Fördertürme schon in Sicht.
Hinter unserem Bus entleeren Hunte ihr Erz über drei
Kreiselwipper in die Silos und den LKW.
In ihrer Bude dösen drei Wachmänner und sind nicht
erbaut über die Störung. Sie rufen den "Präsident" an
und wollen mich danach wegschicken. 
Ich bleibe hartnäckig und kann erreichen, dass ich
wenigstens zu den Kreiselwippern hoch darf.
Oben stehen zwei Züge mit chinesischen Fahrdrahtloks
am zweigleisigen Stollen, ein halbes dutzend Bergleute
entkuppeln die Hunte und entleeren sie auf den Kreisel-
wippern. 
Fotografieren ist strengstens verboten, was mir an-
gesichts des Wachmanns mit der Knarre der mir an
den Fersen klebt auch nicht einfällt. Als ich auf das
Typenschild der Lok schaue (Baujahr 2014, 3,5 t, 250 v)
werde ich endgültig und mit Nachdruck des Geländes
verwiesen.




Ziemlich unzufrieden fahren wir wieder in die Stadt
hinunter. Ob es wohl einen anderen Weg zu den höher 
gelegen Gruben gibt?

Ja, es gibt einen durch den Wald...


Auf halber Höhe des Berges: Wir sind "drin"!
Dutzende Stolleneingänge und die nächste Lok ist in
Sicht. Wir werden auf Deutsch begrüßt und dürfen
fotografieren.

Doch zunächst der Blick nach unten.



Den Bus mit Claudia lasse ich ein Stück vor der ersten
Grube stehen, hier ist auch schon Feierabend. Doch ein
deutsch sprechender "Ingenieur" ist noch vor Ort.
Die Akkulok, ein fahrender Torso, hängt am Ladegerät.
Der Zustand erinnert an die albanischen Autos.
Ich erfahre, dass der Stollen drei Km in den Berg geht.
Die ersten dreihundert Meter schaue ich mir an, dann
wird es zu langweilig.
Das Erz wird mit Hunten gefördert, der Abraum mit Loren.
Ich solle nicht mehr weiter hoch fahren, oben gebe es
"böse Privat Polizei".
Okay, hier gibt es ja zunächst genug zu sehen.




















Auf der gleichen Ebene gehe ich weiter, vorbei an den
Ruinen aus der Diktaturzeit. Oje, da ist wieder ein Gitter-
tor mit Wachmann, denn ich nähere mich nun dem
Gelände der Gesellschaft, die mich vorhin "hinausge-
beten" hat.
Doch der Wachmann öffnet das Tor von sich aus und
nimmt Haltung an. Na, wenn das so ist... wegtreten!

Ich bleibe aber vorsichtshalber auf dieser Ebene, es gibt
unzählige Stollen mit Grubenbahn im Handverschub.
Jede Grube wird nochmal einzeln bewacht.  


































 

Weiter unten sind die Frauen mit dem Wasserschlauch
zugange und durchforsten die Abraumhalden nach
Erzen. "Weiber, die Erz klauben". In deutscher
Literatur wurden sie von Georg Agricola vor 450 Jahren
erwähnt, hier gibt es sie noch.




Inzwischen wird unser Bus von bettelnden Jungen um-
lagert. Ich überlege kurz, ob wir noch weiter nach oben
fahren. Doch ich erinnere mich an die Warnung und es
sah von unten auch nicht so aus, als ob es dort noch
mehr Gruben mit Lokbetrieb gäbe.
Also rütteln wir wieder auf dem Waldweg zurück und 
verlassen Bulqize nach Südosten, das Ziel ist das Tal,
in dem es Dieselloks geben soll. 
Mit meiner Ausbeute an abgelichteter Grubenbahnen
bin ich noch nicht zufrieden. Das wird sich am nächs-
ten Tag schlagartig ändern, denn es gibt dort gleich
mehrere Traktionsarten.

Vorher kommen wir an der Aufbereitung vorbei, die
Erze werden hier mit Sattelzügen hergebracht.
Alte Mercedes, was sonst?
Die Wachmänner winken freundlich mit den Gewehren,
als wir vorbei fahren. Und ich dachte mal, wir fallen mit
einem alten VW
 Bus hier nicht auf...



Weiter geht es also auf der SH 50, eine Landstraße, die
aufgrund des Zustands immerhin mit 15 km/h befahrbar
ist. Es kommen Erzlaster, überbesetzte Taxi Busse und
Kamikaze Mopeds entgegen, denn auch da hinten
haben die Bergleute Feierabend.
Nach einer Stunde Schlaglöcher durchrütteln biegen wir
in das Tal der Bergwerke ab.
Wir sind jetzt auf der Rückseite des Chrombergs von
Bulqize aus gesehen.

Kurz nachdem diesen Bild entstand, kommt ein übervoll
besetzter Range Rover um die Ecke geschossen, des-
sen Fahrer offenbar nicht mit Gegenverkehr auf der
offiziellen Straße gerechnet hat. Anscheinend geht seine
Bremse nicht ordentlich, denn es blockierte nur ein Vor-
derrad während er an uns vorbei schlitterte, irgendwie
passten wir auf dem schmalen Weg am Abgrund an-
einander vorbei.

Die Straße, auf der nördlichen Talseite, führt nun mitten
durch das Grubenfeld. Wir fahren an dutzenden Stollen
vorbei, hier eine kleine Auswahl der Fotos die aus dem
Auto heraus oder direkt daneben entstehen. Die Menge
der Loren, Hunte und Kreiselwipper lässt uns langsam
abstumpfen.





















Am Ende des Grubenfeldes stehen 14 zerstörte
Knappenhäuser und ein bewohntes. Was für ein Betrieb
muss erst zu kommunistischer Zeit hier geherrscht
haben.


Es ist bereits 19 Uhr, ich überlege noch ein Stück
weiter im Tal zu übernachten und die Gruben morgen,
wenn wieder gearbeitet wird, zu erkunden. Doch die
betrunkenen Bergleute hier lassen uns von dieser Idee
schnell Abstand nehmen und wir fahren auf einer Art
Eselsteig auf die südliche Talseite.




Bald darauf- endlich eine Diesellok. Aber diesen Weg
fahre ich nicht nochmal hoch, außerdem drängt die Zeit,
in 40 Minuten ist es dunkel. Das Foto muss reichen.









Drei Kilometer weiter habe ich einen tollen Überblick
über das Tal. In dieses Tal muss ich morgen noch
einmal, ich suche mir mit dem Fernglas die Gruben mit 
Lokbetrieb.


 

Diese Grube mit Diesellok wird mir aufgrund eines
strengen Wachmannes versperrt bleiben:



Bei dieser Grube werde ich morgen Förderung mit einer
Diesellok sehen:




Von den Erlebnissen mit dieser Grube werde ich wohl  
noch in Jahren schwärmen:







Wir fahren wieder raus auf die SH 50 doch statt einem
Übernachtungsplatz finden wir nur weitere Bergwerke.








Als es fast völlig dunkel ist, biegen wir vorsichtig auf
einen schmalen Weg ab und finden nach einem
Kilometer einen ruhigen Platz.

Am nächsten morgen erwachen wir auf der Halde eines
stillgelegten Bergwerks und hören bereits weiter oben
die Hunte scheppern. 
Hinter mir läuft Wasser aus einem Wasserlösungs-
stollen, sehr erfrischend am morgen.

Wir frühstücken gemütlich, aber man kann sich sicher
vorstellen, wie ungeduldig ich dabei auf meinem Stuhl
herumzappelte.



 

Die Grube direkt über uns war ziemlich unspektakulär
und so erkundeten wir zunächst eine weitere von Enver
Hoxhas Kupferaufbereitungsanlagen, an der wir gestern
im Halbdunkel vorbei bzw. durch fuhren.




Die Pfeiler stehen mitten auf der Straße, passt ja jeder
durch.


Nein Claudia ist nicht geschrumpft.














Auf einem Platz mit vielen LKW steht dieser Hummer,
der so gar nicht in das Land passen will.

Neben einigen rostigen Hunten steht eine Fahrdrahtlok,
offensichtlich fast nicht benutzt. Ich erfahre auf Nach-
frage auf Englisch, dass sie nicht gut ist...


Baujahr 9/2014... wird die auch mal historisch?



 
20 Minuten später erreichen wir die gestern aus der
Ferne ausgekundschafteten Gruben und erleben
albanischen Grubenbahnbetrieb satt.

In der ersten Grube kann ich gerade noch rechtzeitig
aus dem Bus springen und den Zug bei der Einfahrt
in den Berg filmen.

















Bei der zweiten Grube darf ich nicht fotografieren, der
Wachmann macht das Gitter des Stollen zu so dass
ich die Diesellok nur von hinten sehen kann. Es ent-
brennt ein Streit zwischen einigen Bergleuten und
dem Wachmann ob ich von dem Zufahrtsweg aus
fotografieren darf und ich verziehe mich an die
nächste Grube.


Hier gibt es einen archaischen Grubenbahnbetrieb
mit chinesischen Fahrdrahtloks. Die beiden roten
Loks sind Baujahr 2007, die rostige Lok von 2000. 



















Die Grubenbahnen in Bewegung:

https://www.youtube.com/watch?v=8imfX3kZA9Q

Zum Video:
-Die ersten beiden Sequenzen mit dem VW zeigen die
Straße von Shkodra nach Teth, die letzte eine Haupt-
verkehrsverbindung zwischen Berat und Elbasan.

-In der Grube in welche die Diesellok einfährt ist offen-
sichtlich keine oder nur unzureichende Bewetterung.

-Der Fahrdraht mit 220 V hängt auf meiner Augenhöhe,
ideal mit Wasser auf dem Boden. Ich soll aufpassen,
das ist unangenehm wenn man dran kommt.

- Einsatz von Karbidlampen im Jahr 2016.
- Die roten Fahrdrahtloks sind Baujahr 2007,
die rostige 2000. Schaut mal auf das Achslager bei
der rostigen. Baumelnde Glühbirnen vor Alufolie und
überhaupt die Steuerung.

- Beim Eingleisen des Huntes gibt es keine Hilfsmittel,
aber Erzbrocken zum Unterkeilen, der Betriebsleiter im
karierten Hemd zeigt winkend an, in welche Richtung
gedrückt werden muss.

- Nach dem Entleeren des entgleisten Huntes werde ich
vor herabstürzenden Steinen vor den darüber gelegen
Bergwerken gewarnt. Für die Jungs selbst besteht aber
anscheinend keine Helmpflicht.

-Bremsberg: Ohne jegliche Sicherheitseinrichtung, die
Bergleute laufen neben der im Freilauf herunter
rollenden Lore im Stollen.



Nach so viel Grubenbahn bekomme ich nun das Grinsen
nicht mehr von den Backen und wir fahren zufrieden aus
dem Tal der Chromitbergwerke heraus.


Von hier aus sollte es Richtung Elbasan gehen. Das
sind etwas mehr als 100 Km quer über die Berge.
Die Grubensuche und die schlechten Wege haben
mehr Sprit verbraucht als geplant, daher müssen
wir nochmal zurück nach Bulqize.

Aber erst an der fünften Tankstelle gab es Benzin
und aufgrund der schlechten SH 50 dauerte dies
über drei Stunden.
 



Bei Krasta halten wir uns östlich in der Annahme nun
wieder schöne Landschaften ohne Bergbau zu sehen. 
Weit gefehlt, auf den nächsten 12 Km sind immer wieder
Gruben über, unter und an dem Weg.

Zu allem Überfluss kommen uns Erzlaster und solche
Schwertransporte entgegen.
Aber die Trucker beherrschen ihre Fahrzeuge hier,
und halten auch mal an, um uns überholen zu lassen.
Daumen hoch









Zwischendurch müssen wir nach dem Weg fragen, da
die Straße teilweise mitten über die Halden führt und
nicht zu erkennen ist was Landstraße oder Gruben-
zufahrt ist.


Über uns die abenteuerlichsten Konstruktionen.







Nochmal die "Weiber die Erz klauben".





Da nun offensichtlich das Ende des Bergbaugebiets er-
reicht ist schlagen wir unser Quartier auf einer Berg-
nase auf. Ein wunderschöner Platz, in der Ferne lässt
sich der der Bergbaubetrieb beobachten und wir stehen
20 Stunden doch mitten in der Natur, in dieser Zeit
kommen gerade mal 3 Autos, 2 Kühe und ein Pferd
auf der Straße vorbei.

Wie wir von hier aus beobachten können, wird an-
scheinend in den Gruben nur von 8-14 Uhr gearbeitet. 


 

Gemütlich geht es weiter zu einem See mit Bunker
bei Balljené.




Der nächste Berg ist wieder stark mit Bunkern durch-
löchert.

Einer wurde zu einer Bektaschi Tekke, also einer
Bergkirche, umgebaut.

Die Bektaschi Glaubensgemeinschaft ist einer der
größten islamisch-alevitischer Derwischorden auf
dem Balkan.

Ansonsten gibt es in Albanien überwiegend Moslem,
Katholiken und Orthodoxe.

 



Die vielen Bunker sind unterirdisch miteinander ver-
bunden und es gibt einige Hohlräume und höhere
Ebenen.









Die nächsten 15 Kilometer auf der SH 54 sind mit dem
Bus gut zu befahren, wir fahren durch Wälder mit
Krüppelbuchen und kommen auf einem Truppen-
übungsplatz mit vielen Ruinen vorbei.







Eigentlich hätten wir nun eine Landstraße 2. Ordnung
treffen sollen. 
Statt dessen ist der Weg noch schlechter.
Die nächsten 50 Kilometer bis Labinot-Fushë führen
wieder über eine steinige Offroadpiste und durch
endlose Wasserlöcher, in denen Gelbbauchunken
leben. Sie sind die Leibspeise der Ringelnattern, die
hier mit bis zu ein Meter Länge vor dem Bus davon
huschen.










Nach drei Tagen bekam unser VW Bus in der Nähe
von Elbasan wieder Asphalt unter die Räder. Nun
sollte es zügig Richtung Ohridsee gehen.

-Abbruchstelle gesichert.-




Von Librazhd zum Ohridsee und zurück
durch die Devollschlucht


Übernachtung bei einer Bunkeranlage nahe Librazhd.












 

Darunter ist ein Tunnel der Bahnstrecke Elbasan -
Përrenjas in erbärmlichen Zustand.









Im Bahnhof von Përrenjas steht der Lokvorrat der
Hekurudha Shqiptare, der Albanischen Eisenbahn.

27 tschechische Diesellokomotiven und eine deutsche
V200 rosten zusammen vor sich hin.

Was an den Loks leicht demontirbar war wie Brems-
backen, Bolzen und Achslagerdeckel fehlt, ebenso wie
viele Schwellenschrauben aus den verfaulten Schwellen.

Damit dürften die beiden endlos langen Reihen Loks
auf Dauer dem Verfall preisgegeben sein.

Sie werden allerdings ebenso wie der Bahnhof und die
Güterhallen von Obdachlosen bewohnt, die in den
Führerständen und Maschinenräumen hausen...














 

Die Eisengruben von Përrenjas mit ihren beiden
Schachttürmen wollten noch besichtigt werden.

Der Besuch fiel allerdings sehr kurz aus, denn es lagen
tote Hunde herum, daneben wurde eine Müllkippe
angelegt und es stank erbärmlich. Allerdings haben
auch die entkernten Grubengebäude wieder Bewohner
gefunden, die mit ihren Kindern den Müll durchwühlen.

Wir haben den Eindruck, gegenüber früheren Reise-
berichten befindet sich das Land stellenweise im 
Niedergang, ein Grund mag sein, dass viele Albaner 
im Ausland (Griechenland) ihre Arbeit aufgrund der 
Finanzkrise verloren haben und nun in die Heimat 
zurückkehren.




Die Straße am Ohridsee ist von Fischern gesäumt, die
mit der eigentlich streng unter Artenschutz stehenden
Ohridforelle verkaufswirksam vor der Windschutz-
scheibe wedeln.




Wir schauen uns in Pogradec um.












Hier gibt es noch Schmiede, die ihre selbst hergestellten
Werkzeuge, zum Beispiel Äxte, zum Kauf vor ihrer
Garage anbieten, und andere traditiionelle Handwerker.
Also tatsächlich noch ein Stück heile Welt...


Der Weg zum Guri i Kamjes ist gerade so mit unserem
Bus befahrbar. 
Doch es hat sich gelohnt, wir thronen
direkt neben dem Vulkan.













Hier sind IFA Lkw aus der DDR in der Landwirtschaft
eingesetzt. 
Sie kommen dank Allradantrieb ähnlich dem
Unimog gut mit den extremen Steigungen zurecht.






Bei Maliq steuern wir die Devoll Schlucht an.
Wir kommen an einer alten Fabrik vorbei, am Kühlturm
wurde wieder mal unfachmännisch mit Sprengstoff
hantiert. 
Im Hof liegen Hunte.






Kurz vor Lozhan, neben der SH 71 liegt eine Grube
hinter der Tankstelle.

Es gibt eine Brücke für Autos und eine für die Gruben-
bahn über die Devoll zum Stollen.

Hunte, Kreiselwipper, Silos, Fahrdrahtlok, Kompres-
soren, es ist noch alles da um wieder den Betrieb auf-
zunehmen. Nur der Fahrdraht fehlt...























Die höher gelegenen Stollen im Tal sind verbrochen.



 

Hinter Lozhan gibt es noch eine Grube mit Brücke.




Die Fahrt durch die Schlucht ist eher unspektakulär
und mit jedem PKW zu schaffen, aber sehr staubig.




 

Bei Lumaj biegen wir daher in ein Seitental ab.
Nach 5 Kilometer hat der Bach die Piste weggerissen
und wir schlagen unser Lager auf. Abends werden
fünf Ziegenherden und eine Kuhherde an uns vorbei
getrieben und verschwinden alle in drei Häuschen.








Ein großer Teil der Devoll Schlucht ist Großbaustelle für
ein Staudammprojekt. 
Ein Bagger der nicht qualmt, taugt nicht.











 
Bei Gramsh sind gleich beide Straßen Richtung
Elbasan gesperrt. Die Polizei will uns wieder
durch die Schlucht zurück schicken, obwohl es eine
„Umleitung“ gibt. Diese ist zwar asphaltiert, aber so
schlecht, dass der Stabi der Vorderachse bricht.
41 Jahre, viel schlechte Wege in den letzten 10
Jahren und jetzt noch Albanien war ihm dann doch
zu viel.

Nun muss es eben ohne gehen, auf steinigen Pisten
sogar viel besser, dafür hebt er in zügiger genom-
menen Kurven noch öfter das kurveninnere Hinter-
rad als sonst.


Von Elbasan über Berat in den Osum
Canyon


So können hier Fernstraßen aussehen, irgendwo
zwischen Elbasan und Kucova.




 

Erdölförderanlagen bei Kucova. Pumpen und Tanks
laufen über, in die Olivenplantagen und den schwarzen
See.

Auch mitten in den Städten stehen Bohrtürme und
überall dieser Gestank von Erdöl, also von Benzin
und Fäule.
Wie kann man nur hier wohnen und leben...








 

In den Bergen über Polican...








Polican, hier gibt es sympathische Autos und eine ehe-
malige Munitionsfabrik, teilweise unterirdisch.







Weiter geht es den bis zu 100 Meter tiefen Osum
Canyon entlang.







Die Brücken bestehen immer aus 3 Meter langen Stahl-
gitterelementen die mit Bolzen zusammengesteckt sind.
Nur leider fehlen fast überall die Sicherungssplinte der
Bolzen. Rost ist auch eine Sicherung...

Wo es nicht so recht passt wurde mit Draht nach-
geholfen und die Bretter sollten wir uns eigentlich
lieber auch nicht ansehen.









Spaziergang am Ende des Osum Canyon.






 

Die Natursteinindustrie ist im Aufwind, wenn auch
unter primitiven Bedingungen, gearbeitet wird direkt
neben der Straße und die Abfälle in der Landschaft
verteilt. 
Riesige Steinbrüche werden im Land angelegt.






 

Empfehlenswert ist die Wanderung zu den Wasser-
fällen von Bogovë.
Der Pfad geht an drei rostigen Druckrohren entlang.

Hier begegneten uns mehrere Esel und das letzte
Einhorn.










 Berat, die Stadt der 1000 Fenster, und seine Brücken.
Hier ist alles ordentlich und sauber.




Kurzer Check des Fahrwerks nach den extremen Stra-
pazen, „untenrum“ ist außer den bekannten Schäden
alles in Ordnung und auch der Luftdruck stimmt.


Ein paar Tage am Meer und noch ein Ab-
stecher in die Berge


Die Bucht von Karavasta ist unser nächstes Ziel.
In dem Nationalpark gibt es sogar Pelikane.
Doch auf der Fahrt dorthin ist alles vermüllt, der beißen-
de Gestank der brennenden Müllberge liegt überall in
der Luft und stellenweise brennt das Schilf mit. Wir
übernachten direkt an der Lagune auf der Salzkruste.






 

Am nächsten Tag ist Markt in Divjaka. Trotzdem rollt
der Verkehr durch, schwere Laster genauso wie
mehrere Hochzeiten. 





 
Gefesselte Hühner und Gänse in Säcken auf der heißen
Straße zum Verkauf angeboten erscheinen ungewöhn-
lich, doch werden die Tiere hier sicher artgerechter als
bei uns gehalten da sie fast überall frei laufen dürfen.












Hier weit verbreitet: Dreiräder von Toyota.




 Traditionelles Handwerk haben wir hier auch ange-
troffen, so einen Mechaniker der Fahrradfelgen mit
einem Achter richtet und neu einspeicht, was in
unserer Wegwerfgesellschaft schon 50 Jahre nicht
mehr gemacht wird.

Die Ruine von Boshtova kann von dem Auto aus
besichtigt werden.




Dahinter endet zwar bald die Straße, aber durch aus-
getrocknete Schlammlöcher die man hier Weg nennt
gelangt man an den Sandstrand. Nach längerem
Suchen fanden wir eine Stelle die wir mit dem Bus
befahren können. Wir mussten allerdings erst mal
Müll wegräumen um uns wohl fühlen zu können.




Neben unserem Platz ist eine Flussmündung, die
Albaner haben viel Spaß daran mit allen möglichen
Fahrzeugen dieses Hindernis zu durchqueren. 








Nach ein paar Tagen am Strand „verirren“ wir uns nach
Durrës. Am Rande dieser Stadt könnte man gut ein End-
zeitfilm drehen. Die Müllsituation ist unerträglich.

An der Küste aufgesägte Bunker.



 
Wir fahren zügig 50 Km weiter ans Kap Rodonit.
Nach einem kurzen Ritt im Grünen sind wir direkt
an der Spitze des Kaps und schaffen uns einen
Stellplatz direkt vor den Bunkern, die von einer
Schildkröte bewacht werden.












 


Ein paar Meter weiter im Landesinneren steht eine
Kirche aus dem 12 Jh.

Auf dem Touristenparkplatz ein seltener VW Iltis,
mit Nummernschildern aus dem Kosovo.









 

Weiter geht es drei Fahrstunden später (für 30 Km Luft-
linie) mit touristischen Zielen in der mittelalterlich ge-
prägten Stadt Kruja.




Unser Nachtlager ist heute auf dem Parkplatz einer
Pension direkt im Festungsareal von Kruja. Wir sind
auf 600 Meter Höhe und schauen über die großen
albanischen Städte bis zum Meer, in der Ebene sieht
man die Flugzeuge auf dem Flughafen von Tirana
landen. Außerdem sind die Steinbrüche zu erkennen
und die Smogglocke über den Städten vom brennen-
den Müll.


Rechts unter uns liegt die Stadt mit dem historischen
Bazar und einer Moschee, die von Bauruinen der seit
10 Jahren nicht fertig gestellter Hotels überragt wird.
 







 

Angenagelte Teddys sind im ganzen Land zu entdecken
und sollen böse Geister fernhalten.





Von Kruja nehmen wir die SH37 über den Berg mit
Ziel Burrel. Die ersten 30 Kilometer bergauf ging es
auf einer ordentlichen Straße, aber bergab vermiesten
uns fußballgroße Pflastersteine, welche immer aus-
gerechnet in den Haarnadelkurven lose gefahren
waren, den Spaß auf dieser Piste.

Ölspuren verrieten dass andere Fahrzeuge hier auch
ihre Probleme hatten.





Beim herunter Schaukeln des Passes kam ein Eisen-
werk in Sicht, nicht etwa eine Ruine sondern in Betrieb, 
mit Seilbagger und Skipförderung.

Drei Wachmänner ließen mich leider nicht hinein.







 

Der Bergbau in Kurbnesh ist das nächste Ziel. Die
Nebenstraße ab Burrel am Stausee von Ulëz vorbei ist
unerwartet gut, umso schlechter wird es dann auf der
SH 34. Nach 5 Km und einer halben Stunde kommen
Wohnblocks aus kommunistischer Zeit in Sicht sowie
eine Anlage die mit dem Bergbau zu tun hatte. Nach
weiten 5 Km brechen wir ab da Kurbnesh immer noch
11 Km entfernt ist, der Weg ist einfach zu schlecht und
wir haben keine Lust mehr dazu. 









Nach der Übernachtung auf einer Wiese bei Perlat
fahren wir durch Rrëshen an die Küste. Über Rrëshen
thront wieder eine Aufbereitungsanlage auf dem Berg.
Wir finden keine Zugang, suchen aber auch nicht mehr
intensiv.
 







Wir arbeiten uns immer weiter in Richtung Norden vor.
Das Mündungsgebiet mit den Lagunen Kuna, Vain und 
Thale nahe dem Küstenort Lezha beginnt wieder mit
Bunkern.







In Thale werden die Dämme um die Lagune befahren.
Irgendwann wurden die Büsche auf dem Damm immer
enger, der Damm selbst immer schmäler und die Räder
drohen abzurutschen- dann biegen wir um eine Ecke
auf einen breiten Weg und stehen an einem Kassen-
häusschen. Für Vain muss man 150 Lek (ca.1,20€)
bezahlen und fährt dann durch ein Vogelschutzgebiet
in dem viel traditionell gefischt wird. Der Weg teilt sich,
links kommt man an einem Restaurant vorbei und der
Weg endet an einem Parkplatz.

Am rechten Weg ist „Taverne“ angeschrieben. Der
Weg wird schmal, zugewachsen mit tiefen Löchern.
Die Taverne am Strand ist zusammengebrochen
und den Weg versperrt eine riesige  Sanddüne.
Umdrehen auf der Stelle auf dem schmale Damm,
zum Glück hat ein T2 den gleichen kurzen Radstad
wie ein VW Käfer...












Im Meer.



  

Die Heimreise

Trotz all der landschaftlichen Schönheiten haben wir
nun nach 22 Tagen genug von Albanien.

Über Shkodra fahren wir über die Grenze nach
Montenegro, diesmal an der Küste.

Welch ein Unterschied, wir sind wieder in einem
sauberen, westlichen Land, in dem wir auch ohne
Bedenken lecker Essen gehen können.

Allerdings ist man hier Wildcampern gar nicht wohl
gesonnen.

  

Auch hier ist man kreativ und hat in einem Steinbruch
ein Brecher mit einem LKW als Antrieb versehen.







Wir erkunden ein wenig die Küste, doch die Buchten in
den Badeorten sind voll wie Ölsardinenbüchsen und so
fahren wir früher als eigentlich geplant ins Landesinnere.
Hier wurde es regnerisch und kalt, also ab nach
Bosnien. Abendessen auf der Zufahrt eines zerstörten
Wohnhauses.


Morgens Nebel und daher Frühstück im Bus, dann
zügig weiter bis Kroatien, wieder eine Stunde Grenz-
stau bei Brod. 


Gegen 14 Uhr kommen wir in Slowenien an und fahren
die Save entlang, eine schöne Gegend. Hinter Velenje
verschwinden wir im Wald und checken am nächsten
Tag die Gruben um Črna na Koroškem.














 
Durch die Wälder und Wiesen geht es auf einer 35 Km
langen Piste bis zum Paulitschsattel. Wir genießen die
frische Luft und die grünen Landschaften.





 
Am Paulitschsattel steht ein Zelt und zwei Soldaten
kontrollieren die Einreise nach Österreich. Auf der
Autobahn ist eine Stunde Grenzstau und hier oben wird
man einfach durchgewunken.
Wir düsen auf der Autobahn an Klagenfurt und Villach
vorbei. Die Sonne geht unter als wir ins Gailtal
einbiegen.





 
Wir übernachten bei Dellach und fahren früh los, denn
heute ist eine „Familienzusammenführung“ im
Villgratental, Osttirol.



Samstags ist nun Endgültig der Urlaub zu Ende und die
Heimreise wird angetreten. Zügig geht es mit 110 Km/h
über den Brenner.

Gegen Mittag erreichen wir Deutschland mit Sommer-
hitze. Da der Zusatzölkühler in Albanien sein Leben ließ
können wir bei 36°C nur noch Tempo 90 fahren da
sonst der luftgekühlte Motor überhitzt.



....

Zuhause angekommen wurden gleich die Schäden
am Bus beseitigt.
Das war schon extrem, der Zusatz-
ölkühler und der 
Wassertank schwebten immerhin
schon seit 25 Jahren 
bereits am Vorgängerbus über
so manche schlechte 
Wegstrecke, doch in Albanien
waren beide schnell leck geschlagen.
Verbeult vom
Aufsetzten sind außerdem der Unterfahrschutz vom
Lenkgetriebe, die rechte Spurstange, die rechte
Heizbirne und die Stoßstangen. Aufgerissen ist auch
der Auspuff und der Öldruckgeber sowie die Frischluft-
zufuhr der Standheizung. Ein Fels hat seine Spuren
an der rechten vorderen Felge und am Einstieg hinter-
lassen, ein Esel hat an die gleiche Stelle getreten.
Die Radkappen sind sowieso nach jedem Urlaub von
Steinschlag verbeult.
Dies ist nun alles nicht schlimm, wenn ich Angst um
den Bus hätte würde ich sicher nicht damit nach
Albanien fahren. Es handelt sich einfach nur um ein
altes Nutzfahrzeug, welches nun ein ein paar
Gebrauchspuren mehr hat.





Ein neuer Wassertank von Reimo ist noch erhältlich,
sogar mit 7 Liter mehr Kapazität.

Ein Ölkühler von /8 Benz wurde schon vor 20 Jahren
gebunkert als sie noch auf dem Schrottplatz anzutreffen
waren, ein neues Anschlussstück entstand auf der Dreh-
maschine. Der neue Öldruckgeber ist nun geschützt über
dem Hinterachsquerrohr verbaut.

Auch ein Stabi fand sich auf dem Speicher, der Auspuff
wurde wieder zugeschweißt, Lackschäden ausgebessert
und die große Wartung durchgeführt.
Machte insgesamt 160 € für Material und 8 Arbeits-
stunden.
Nach einer Probefahrt wird der Bus wieder eingemottet
bis zum nächsten Jahr...

Wir fuhren an den 31 Tagen 5500 Kilometer. Der Sprit-
verbrauch lag dabei zwischen 11,8 und 31 Liter auf
100 Km.
Im Nachhinein wundere ich mich jetzt noch was ein Auto
aushält, denn es ging nichts wirklich substanzielles
am Bus kaputt. Antrieb und Fahrwerk erfreuen sich
bester Gesundheit. Dabei haben sich durch das ständige
Vibrieren das Innenleben der Markise und der Herd zer-
legt, Auswuchtgewichte gingen verloren.


Albanien war toll und interessant, wird aber aus
momentaner Sicht nicht mehr unser Urlaubsziel.


Wer sich nun noch die schönen Seiten des
"zauberhaften
Albanien" ansehen möchte:

https://www.youtube.com/watch?v=Bn-eJ2BKj_A



Doch längst nicht alles ist zauberhaft, von der
einseitigen Berichterstattung in diesem Film
distanziere ich mich allerdings, wobei wir leider
genau solche Bilder auch gesehen haben.


https://www.youtube.com/watch?v=MEurxGlTulE




 
Werbung
 
"
Fahrtage
 
Sonntag, 2.7.2017 11-17 Uhr

Sonntag, 24.9.2017 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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