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Es gibt sie noch, die unentdeckten ehemaligen Feldbahnbetriebe. Nun sind im nordwestlichen Odenwald viele ehemalige kleine und größere Steinbrüche zu finden, dieser hier liegt gut getarnt auf einem privaten Gartengrundstück und ist auf keiner Karte verzeichnet.

Das verfallene Steinbrecherhaus und die Laderampe, beides errichtet aus den Granitsteinen.



Auf der Rampe steht diese kleine Winde, mit denen die Brocken vom Werkplatz zum Verladen gezogen wurden.

Der Granit wurde von Hand mit Stahlkeilen gespalten.

Auf dem ehemaligen Werkplatz steht diese große Winde, mit der die Brocken aus dem Bruch gezogen wurden. Die Brocken dahinter dienten als Ballast für die Unterkonstrukion.

Ein Flachwagen steht wohl schon lange neben den Gleisen



Das Fahrgestell eines Schnabelrundkippers auf der "Brücke"

Und das Oberteil darunter, schon Jahrzehnte im Dreck. Daneben ein Lorenrahmen.

Nach einer Woche Recherche im Ort hatte ich freitags den Grundstückseigentümer am Telefon. 24 Stunden später rückte das Bergungsteam an.


Die Wanne des Schnabelrundkippers war schnell befreit.



Das Lorengestell hat die Jahrzehnte im Erdreich nur als Mumie überstanden. Doch Dank der Stockwinde und der elektrischen Seilwinde wurde sie ihrem Grab entrissen, wenn auch stark deformiert.


Die Wanne ist unweit verschüttet und lässt keine Bergung mehr zu.





Die schwere Winde wurde mit der el. Seilwinde auf den Hänger gezogen


An der kleine Winde musste noch die Bodenverankerung abgesägt werden.




Zweimal machte sich der Pritschenwagen auf den Weg nach Dossenheim.

Dort wurde gleich alles aufgestellt.


Hier sehen wir nun die typische Grundausstattung eines kleine Steinbruchs im Odenwald, wie wir sie schon öfter (meist in Fragmenten) angetroffen haben:
Eine Lore, ein Schnabelrundkipper, ein Flachwagen und eine oder mehrere Seilwinden. Die Fahrzeuge werden in der nächsten Winterpause aufgearbeitet. Man kann sich vorstellen, wie schwer die Arbeit mit diesen primitiven Gerätschaften war.





Da ich bei meiner Sammlung großen Wert auf regionale Exponate lege, habe ich alle Fahrzeuge mitgenommen. Nun war allerdings keineswegs geplant, dieses kleine Paradies feldbahnfrei auszuräumen. Daher blieben nicht nur die Schienen liegen, auch von einem belgischen Lorengestell mit Sägewerksachsen konnte ich mich leicht trennen. EIne Woche später machten wir über Himmelfahrt einen Kurzurlaub in der Gegend, da fand sich Zeit, die Gleise wieder freizulegen und mit der belgischen Lore wieder einzufahren.

Die Gleise sind feldbahntypisch verlegt, es gibt nur eckige Kurven.



Über die Laschen erfolgt der Längenausgleich.


In Brandau gab es viele Steinbrüche, dieser hier liegt abgelegen im Wald.
Das ehemalige Trafohäuschen wurde als Ansitz für die Jagd umgebaut.
Daneben sind weitere Ruinen.

Der Steinbruch wurde senkrecht nach unten gegraben, es gibt keine Zufahrt.

Unten liegt der Drehkranz eines Derickkranes, von denen es hier zwei gegeben haben muss.

Alle Gesteinsbrocken wurden mit den beiden Kränen nach oben gehoben, dies ist nur ein kleiner Teil der beachtlichen Halde.

Doch unten liegt auch noch etwas Anderes...


Nach einer Stunde war die Weiche freigelegt und angehoben. Stockwinde, Pickel und Seil sind bei solchen Touren immer im Kofferraum dabei.


Nach Telefonaten mit der Gemeindeverwaltung, dem Förster und der Firma DESTAG durfte die Weiche ein paar Tage später geborgen werden.
Die Weiche soll von einem Unimog mit einem Stahlseil über eine Umlenkrolle nach oben gezogen werden.
Der Kontakt zum Fahrer 40m weiter oben wurde über Handy und Freisprechanlage hergestellt.
Es ist unglaublich, in welchen abgelegen Löchern man inzwischen Handyempfang hat.

Die ersten fünf Meter liefen problemlos.


Dann verkantete sich die Weiche immer wieder, daher musste dauernd mit der Brechstange gelöst werden. Oben grub sich dann jedes Mal der Unimog in die schlammige Wiese.



Die erste Etappe ist geschafft. An diesem Baum war die Umlenkrolle befestigt.

Die zweite Etappe ging wegen der steilen Wand viel einfacher.
https://www.youtube.com/watch?v=lD6KlBE-AUY
https://www.youtube.com/watch?v=78qTi9pNq3I
Links im Bild ist das Fundament des einen Derekkranes schön zu sehen.

Im Fundament ist das Getriebe und die Aufnahme erhalten.

Nach 90 Minuten zerren am Seil: Geschafft.



Schnell noch Festzurren und die Wiese wieder planieren, dann gehts ab ab nach Gadernheim, denn hier wartet unsere nächste Aufgabe.
In diesem kleinen Steinbruch mitten im Wald arbeitete die Firma Eichhorn & Walter vor drei Generationen.
Links im Bild die kleine Halde des Steinbruchs.
Gefördert wurde mit einer Lore, zwei Flachwagen und einem Schnabelrundkipper, die wir bereits 1999 in unsere Sammlung übernehmen durften. Sie lagen damals ohne Achsen und mit starken Durchrostungen unterhalb der Halde im Bachbett.
Die Gesteinsbrocken wurden in dem Betrieb aber auch mit einer riesigen Seilwinde aus dem Steinbruch auf den Werkplatz gezerrt. Eben auf diese Winde haben wir es heute abgesehen.








Nach dem Abladen dauerte es noch eine Stunde, bis die Winde an ihrem endgültigen Platz auf Schienen ausgerichtet war.





Nun ist alles ausgerichtet.
Es soll dargestellt werden, wie mit Winden die Gesteinbrocken nach einer Sprengung von der Wand auf den Platz gezerrt wurden.
Früher wurde dann ein Dreibock darüber aufgestellt und mit einem Kettenzug der Brocken angehoben. Mit Hilfe eines fliegenden Gleises, welches schnell darunter gelegt wurde, und eines Lorenrahmens, war dann auch ein tonnenschwerer Brocken mit der Feldbahn abzutransportieren.

Die Flachlore sieht neben der Winde ziemlich mickrig aus. Die Spurweite der Winde beträgt auch das doppelte, nämlich 1200mm.
Die Winde hatte früher einen Verbrennungsmotor als Antrieb, der leider fehlt. Mal sehen, ob wir nicht schon etwas passendes im Wald gefunden haben....

Zum Schluss des erfolgreichen Tages wurde die Weiche von der VW Pritsche abgeladen und an ihrem zukünftigen Einbauort "anprobiert".


Vielen Dank an Tanja und Patrick, die mit dem Unimog die Bergungen möglich machten!
Vielen Dank auch an die Firma Eichhorn & Walter, die uns die tolle Winde für das Steinbruchmuseum überlassen hat; und natürlich der Firma DESTAG für die Zustimmung zur Weichenbergung!
Eine Woche später wurde ein passender Motor organisiert. Er lag in einem anderen Steinbruch, wirklich im allerletzten Loch im Odenwald, und hat dort eine ähnliche Winde angetrieben. Da dieser Steinbruch auch mindestens 50 Jahre stilliegt, kommt man auch hier mit keinem Fahrzeug hin.

Es dauerte drei anstrengende Stunden, bis ich den Motor mit Sackkarre und el. Seilwinde die 50m bis zum Auto hoch gezerrt hatte.

An der Winde gab es außerdem eine Zwischenwelle und eine Bremse, die auch mitgenommen wurden.
Noch am gleichen Nachmittag wurde der Motor einbaufertig gemacht.

Es handelt sich um einen modifizierten Automotor, und zwar nach meinem momentanen Kenntnisstand von einem Opel Olympia, der zwischen 1935-1940 gebaut wurde. Die Kupplungsglocke und das Schaltgetriebe des Autos wurden damals von den Steinbruchschlossern einfach mit übernommen, der Flansch zur Kardanwelle bekam eine doppelte Riemenscheibe von ihnen verpasst. Man hatte auch Teile des Fahrzeugsrahmens übernommen, doch von diesem waren nach über 50 Jahren im Freien kaum noch etwas übrig. Die Kupplung wurde mit einem Handhebel betätigt.

Nach ein paar Stunden Arbeit waren der Rahmen der Gadernheimer Winde und der Motor angepasst und auch die mitgebrachte Zwischenwelle wurde wieder verbaut.

Während Patrick und ich schraubten und schweißten, wurde das Akkumobil von Alica und Ruben einem Dauertest unterzogen.





Als nächstens wurde ein dickes Seil auf die Winde aufgelegt.
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Veranstaltungen:
Fahrtag am 24.5.2026
11-17 Uhr:
Fahrten mit dem Personenzug
und Schaufahrten mit
historischen Lorenzügen.
Um 13:00 Führung
durch die Feldbahnsammlung |
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