Lothringen und Luxemburg 2019-2022

 

6 Tage Kurzurlaub mit dem VW T2 im August in den Ardennen zum Wandern in der Natur, sowie eine Burgentour durch Luxemburg, so war der Plan im Sommer 2019.
Auf dem Hinweg in Lothringen ein paar Bergwerke und Bunker der Maginotlinie besichtigen, sowie weitere Bergwerke in Luxemburg. Ihr ahnt schon wie es kam, es reichte immerhin noch für eine Wanderung in den Ardennen und sieben Burgen in Luxemburg.
Doch sollte dieser Kurzurlaub nur der Auftakt für viele weitere ergiebige Bergbautouren in das Gebiet sein, die hier nun zusammengefasst sind.


Kaum über die Deutsch-Französische Grenze, stellt man das Auto in der Zivilisation ab und findet wenige Schritte daneben im Urwald Relikte aus Deutschlands dunkelster Zeit.             




In den unterirdischen Kalksteinbruch Deckname "Saar" sollte ab 1944 die Produktion von Panzergetriebe gebaut werden. Davon ist aber ist aber nichts mehr zu sehen, wahrscheinlich ist es gar nie zur Produktion gekommen.
Von der Pilzzucht, die hier nach dem Krieg einzog, ist nur wenig zu sehen.
Um eine Vorstellung von der Größe zu bekommen, bei unsererem dritten Besuch 2021 nahmen wir uns 6 Stunden Zeit, um die Anlage systematisch zu erkunden. Dabei ließen wir Bereiche aus, die wir bereits zuvor von 2019 in Befahrungen von 2 und 3 Stunden kannten.
Zunächst befahren wir die obere, nordwestlich gelegene Grube. Die vorder Hälfte davon ist einfach nur ein aufgelassener Pfeiler-Kammer-Abbau. 










Vor Jahrzehnten wurden hier einige Autos abgestellt, fast alles Fahrzeuge, die ich aus meiner Kindheit kenne. Leider wurden sie alle abgefackelt, das ausgeglühte, ungeschützte Blech zerfiel in wenigen Jahren durch die ständige Luftfeuchtigkeit  zu Rostbröseln. So blieben von manchen nur bizarre Reste erhalten.



Mercedes L319 Pritschenwagen:




Peugeot 203 familiar:






Renault 4, bis auf ein Kotflügel fast vollständig zerfallen:








Renault 6:




Simca 1100 Kastenwagen und dahinter noch ein Renault 6:








Eine Rampe führt zu einer höheren Ebene, da oben liegen sogar die Überreste eines Vorkriegsoldtimers:




In der Mitte ein Damm für die Grubenbahn.








Die Einbauten aus der Zeit der U-Verlagerung befinden sich in der hinteren Hälfte. In Abbaukammern wurden hier unzählige Räume abgemauert, mit Verschlägen zur Belüftung und Toren zum Befahren mit LKW. Die Wände sind teilweise weiß gekalkt und der Boden mit einer elastischen schwarzen Masse gestrichen. 






















Im nordöstlichen Randbereich der Grube gibt es ein Wetterschacht, der Lüfter hängt noch oben drin, hier wurde die Abluft abgezogen. 




Die Überdeckung ist gering, das Tageslicht ist ca.15 Meter über uns zu sehen.




Am südlichen Rand der Anlage verläuft der Versorgungsstollen, hierüber wurde entwässert und bewettert, auf den Trägern liegen teilweise noch die Stromkabel. 








Beim Abbau der plattenförmigen Kalklagerstätte ist man einer Verwerfung nach unten gefolgt, daher steht ein Teil des später als Versorgungsstollen ausgebauten Stollens unter Wasser.






In einer kleinen Kammer gibt es einen vier Meter hohen Stalagmit. Als Größenvergleich dient die Bohrstange. 






Der Wasserzufluss sammelt sich in einem Graben und wird quer durch die Anlage geleitet.




Ein toller Fund, die Lafette einer Bohrmaschine,etwa 2 Meter lang.




Der mehrfach aufgefundene typische Stacheldrahtzaun aus dieser Zeit ist auf den beim Bau von U-Verlagerungen üblichen Einsatz von Sträflingen zurückzuführen. Blechfässer mit Karbid gibt es auch einige.




Durch den Entwässerungsstollen geht es in den unteren Teil der Anlage, südwestlich gelegen.




Nach 400m im Wasserstollen ist es jetzt hier im unteren Teil wesentlich gefährlicher, durch einen zu groß gewählten Abstand der Sicherheitspfeiler geht viel zu Bruch. Es wurde mit allem abgestützt was zur Verfügung stand, genützt hat es oft nichts.




Der Stempel steht noch, doch das was er halten sollte ist längst herunter gebrochen.












Was wurde hier eingemauert?






Durch die zu großen Pfeilerabstände gibt es mehrere runde Firstbrüche, teilweise mit 5 m Durchmesser und bis 10 m in die Höhe. An den Rissen ist zu erkennen wie der Berg weiter arbeitet.










Die vorderen zwei Sicherheitspfeiler im Bild bersten unter dem Gebirgsdruck. Hier ist extreme Vorsicht geboten, nur noch schleichen und flüstern.




Keine Maus kommt hier mehr durch. Wir gehen außenrum.










Im hintersten Teil der unteren Anlage ist alles noch unberührt.




Um die Ecke erwartet uns eine Decauville Lore, das Fahrgestell ist eingegraben und die Wanne liegt auf Eichenbalken.




Was tut man nicht alles für ein schönes Foto.




Das Fahrgestell wird freigelegt und mit herum liegenden Druckluftrohren aus dem Boden gehebelt.










So sieht es doch viel besser aus und auch die Decauville Lore zeigt ein Lächeln. 
Dahinter neigt sich die Abbaukammer und ist daher abgesoffen. Im trockenen Jahr 2019 stand nur wenig Wasser darin.












Im östlichen Teil hatten zuletzt Rocker ihr Vereinsheim, abgefackelte Möbel und Motorradteile sind kein Bild wert, es wurden reichlich Schießübungen abgehalten, daher sind die Türen durchsiebt.






Auch hier unten gibt es einige Autos, noch recht gut zu erkennen ist dieser Citroen GSA.




Und ein Fiat Panda. Hier war es 2019 völlig trocken. Von einem Simca Matra, dem ersten SUV, ist nur noch ein kaum erkennbares ausgebranntes Gerippe übrig.




Von innen findet sich dann auch der Eingang zur unteren Sohle leichter:




In kurzer Distanz gibt es weitere Stollen und eine weitere U-Verlagerung "Katz", in der im Krieg Kugeln für Kugellager hergestellt wurden.
















Hier waren eindeutig Deutsche...




In diesen sauber verputzten Gängen kann man sich Präzisionsarbeit vorstellen.






Eine Ente ohne Karosserie. Das hat sicher Spaß gemacht, hier unten damit herum zu flitzen.




Mit dem Gokart natürlich auch.




Zapfsäule und Traktor sind etwas ungewöhnlich im Berg, diese stammen wohl aus der Nachnutzung als Champignonzucht.








Die abgewrackten Autos sind hier etwas jünger, dafür nicht mehr abgefackelt. Nochmal ein Citroen GSA und ein Saviem SG2.
 




Ouvrage du Michelsberg und Abri Bilmette 
Über vier Stunden waren wir am Samstag mit Christian und seinen Mitstreitern in den beiden Anlagen.
Langweilig wurde es nicht!
Und um es gleich vorweg zu nehmen, hier wird in keiner Weise Krieg verherrlicht, im Gegenteil man bekommt gut vermittelt wie bedrückend die Situation für die darin eingepferchten Menschen waren, und wie beängstigend und grausam wenn der Feind vor der Tür steht. Es gibt nur ganz wenige Lichtschlitze.
Die eigentliche Motivation für den Verein aus Franzosen und Deutschen ist jedoch die faszinierende alte Technik zu erhalten. 

Los geht es in die scheinbar endlos langen Gänge.









Hier wird im Falle eines Gasangriffs die Luft gefiltert.








Die Energiezentrale, je zwei Generatoren sind für die Energieversorgung nötig, sie liefen immer nur 8 Stunden im Wechsel um notwendige Wartungsarbeiten daran vornehmen zu können. Die 4 SGCM Motoren vom Typ GVU 33, 3 Zylinder, 125 PS präsentieren sich in den verschiedensten Erhaltungsstufen, zwei wurden in unzähligen Arbeitsstunden neu aufgebaut, einer auch für uns gestartet.










Der Funker- und Kommandoraum. Im Verteidigungsfall schliefen die Kommandanten in Hängematten direkt über den Funkern, um sofort präsent zu sein.


















Die Treppe hoch zum Geschütz.




Endlich mal wieder zwei winzige Gucklöcher durch die Tageslicht kommt.








Spannungswandler für die Geschütze:




Jetzt geht es in die Munitionslager:






Der Munitionsaufzug zum nächsten Geschütz:




Wenn zu wenig Strom da war, wurde im Aufzugsmaschinenraum von Hand gekurbelt.
Damit es im Verteidigungsfall schnell geht mussten die Maschinisten auch hier auf der Liege schlafen.




Der Aufzug ist aber nicht mehr betriebsfähig, also liefen wir auch hier die 200 Stufen hoch, zu dem 270 Tonnen schweren Geschütz:






Blick in den Lokschuppen, nicht nur hier mit der Fahrdrahtlok ein gewaltiger Arbeitsvorrat für den Verein:






Im Eingangsbereich ein Renault Goelette, der französische Unimog, etwas zu jung, aber trotzdem schön, wenn ich nicht schon so viel Sachen hätte...




Wir freuen uns über Tageslicht, kurzer Fußmarsch zum Abri Bilmette.
Ich wunderte mich über die Löcher aus denen Bäume wuchsen. Die Erklärung folgte prompt, der beim Bau der unterirdischen Anlagen anfallende Abraum wurde zur
Tarnung gleichmäßig im Wald verteilt und dabei tunlichst darauf geachtet, dass die damals zur Tarnung nötigen vorhandenen Bäume nicht absterben.






Die Krankenstation:




Auch hier gibt es eine Energiezentrale, doch viel kleiner, da es sich ja hier nur um eine Mannschaftsunterkunft handelt.
An dem einen betriebsfähigen Motor wurde zwar viel gekurbelt, er verweigerte aber heute seinen Dienst.






Hier wurde in Wechselschichten geschlafen.






Zum Glück muss diese Tür nicht mehr vor den Deutschen verschlossen werden, im Gegenteil, abends saßen Deutsche und Franzosen am Lagerfeuer davor und tranken zusammen Bier. 
Nach der Führung denkt man mit Beklemmung an die beengten Lebensraüme und Arbeitsbedingungen der Soldaten, die hier monatelang stationiert waren und kein Tageslicht zu  sehen bekamen. Trotzdem hatten diese es noch besser als die "draußen".
Wir leben heute wirklich in einer glücklichen Zeit und sollten das zu schätzen wissen.



Es gäbe noch viel mehr zu zeigen, ich kann einen Besuch nur empfehlen!
Danke Christian für die tolle Führung! Wir haben alle abends im Hotel noch davon geschwärmt.




Nun kommt ein Zeitsprung noch weiter zurück, als Lothringen noch deutsch war:

In Algrange und im Tal der Fentsch gab es dutzende Eisenerzgruben. Sie alle bauten auf eines der größten Eisenerzvorkommen in Europa, der Minette, das sich bis unter Luxemburg erstreckt. Dabei handelt es sich um Sedimentablagerungen, die in größtenteils waagrechten Flözen gelagert sind, so dass Abbau im Pfeiler-Kammer-Bau oder Kammer-bruch-Bau erfolgte. 
Zur Zeit der Industriealiserung, als Lothringen zu Deutschland gehörte, wurde hier mächtig investiert, so dass in der Zeit vor WK1 die Stahlproduktion nur von der USA übertroffen wurde. Hier sollten wir also auf die bestausgerüsteten hochtechnisierten Bergwerke ihrer Zeit treffen.

Hier ein paar Links (auch mit Loklisten):

https://industrie.lu/minesaintebarbe.html

https://industrie.lu/mineburbach.html

https://www.industrie.lu/mineangevillers.html

https://industrie.lu/minefontoy.html


Bei der zuletzt verlinkten ist das monumentale Stollenportal erhalten. Eine der großen deutschen Gruben, einzigartig mit Uhr im mittleren Turm, rechts der Fahrstollen für die Bergleute, links der zweigleisige Förderstollen, an dem eine Brücke zur Erzverladung auf die Bahn angeschlossen war. Die historischen Bilder stammen von der Tafel vor Ort.

Im Jahr 1900:




120 Jahre später:











Auch Grubengebäude gibt es noch viele, hier eine kleine Auswahl. Da das Tal hier recht eng ist, befinden sich die Stolleneingänge darunter.









Bevor es untertage geht, hier noch ein paar Bilder aus Algrange, bei denen einem das Herz aufgeht. Weniger bei den halbierten Förderwagen, als bei den dargestellten Arbeitsszenen, vermutlich aus der Mine St. Barbe. Leider war es schon dunkel und regnete.

























Hier kann man sich das am Stück ansehen:

https://www.google.de/maps



Nun geht es aber endlich wieder unter Tage.
Wo, wird zum Schutz der Anlage nicht verraten.

Nachdem wir durch den engen Eingang der nächsten Grube gekrochen sind...




...war der große Förderstollen nach kurzer Zeit dicht verbrochen. Doch durch ein Schlupfloch gelangt man nach unten in einen Abbau, von dort auf den Querschlag einer
tieferen Sohle, von dem viele Strecken ab gingen, die aber alle verbrochen waren.


 

Querschlag unterfährt Förderstrecke.




Es ging auch in dem Querschlag durch viele Verbrüche und die Luft wurde rapide schlechter, matte Wetter.




Viele Abzweigungen in Abbaukammern.






Das dürfte ziemlich einmalig sein, ein siebenständiger Lokschuppen unter Tage.










Die Bilder täuschen, alles Licht haben wir mit gebracht.







Nach einigem Rätseln glauben nun zu wissen, was es mit der Anlage in dem Raum mit der kurzen Gleis und dem Gegengewicht auf sich hat. Vermutlich gab es hier eine Kettenförderbahn und hier drin stand der Antrieb. Die Ketten wurde mit einem Ballastwagen und dem Gegengewicht auf Spannung gehalten.
Dafür sprechen die Wanddurchbrüche und die Träger, an denen vielleicht ein Kettenrad montiert war.
Technik von 1890, die in den Gruben der Minette verbreitet war. Anderseits gab es hier 1944 auch eine U-Verlagerung und es handelt sich vielleicht doch um etwas ganz anderes.




Der Gegengewichts-Kübel in einem 3 Meter tiefen Schacht dahinter.
















Auch unter dem Verbruch liegen Förderwagen, leider platt.












Förderwagen mit Stahlrahmen, während die beiden anderen Holzrahmen haben. Die Förderung hier ging in Betrieb 1890, das könnte als Baujahr für die Wagen mit Holzrahmen passen. Die mit Stahlrahmen wurden vielleicht kurz nach 1900 gebaut, als der Betrieb richtig hoch gefahren wurde.




Der Holzverbau ist zusammengebrochen und schimmelt.




Dieses Stimmungsbild zeigt das Ende unserer Befahrung, denn die Flamme der Karbidlampe brennt hoch, der Kopf schmerzt, die Lunge rast und das Multiwarn lässt sich gar nicht beruhigen, denn die Werte für CO2 und Sauerstoff sind längst jenseits der verträglichen Grenzwerte. Hier geht es erst mal nicht mehr weiter.





Nach dem Ausfahren aus der Grube erreichten wir die Autos zwar erst im Dunkeln aber gerade noch rechtzeitig, um vor dem aus Westen aufziehenden Unwetter in den Autos sitzen. Wohlweislich hatten wir ein Hotel in Thionville gebucht, Zelten wäre heute keine gute Idee gewesen. Doch spontan wurde anstelle der Einkehr beschlossen, noch etwas zu unternehmen. Da Gruben nachts schwer zu finden sind ging es in einen Bunker. Schnell fanden wir den Notausstieg zu einem Geschützraum, allerdings war der Munitionsaufzug im Treppenschacht in 40m Tiefe mit Sand verblasen, so dass kein Durchkommen zur eigentlichen Anlage möglich war. Versuche, das ganze in 700 m Entfernung vom anderen Ende aus anzugehen, scheiterten am Wetter, man konnte nicht mal mehr aussteigen.

https://youtu.be/u6ORdFVhvdA


Weiter geht es mit den faszinierenden Tagesanlagen der Mine de Rochonvillers.




Zunächst meine bewegten Bilder:
https://www.youtube.com/watch?v=pJ_5UGkh4w4&t=11s









Der Wagenumlauf, links der Bremsberg, hier wurden die Förderwagen vom Mundloch kommend zum Erzbunker hoch gezogen.









Am Wagenumlauf gibt es steile, aber begehbare Treppen.










Die frontale Ansicht des Erzbunkers. Er stellte den Endpunkt der Eisenbahn durch das Tal der Fentsch da.
Die tiefer liegende Bahntrasse wurde aufgefüllt, 40 Jahre nach der Stilllegung sind auch durch den Bewuchs auf den vorher-nacher Bildern kaum Gemeinsamkeiten zu erkennen.


















Die Sicht von dem Erzbunker damals und heute ist genauso ernüchternd. 
Rechts der überdachte Stolleneingang, von wo aus über zwei Dreiecksgleise die Rampe zum Erzbunker bedient wird.








Hier wurden die vollen Erzförderwagen abgekippt. Die merkwürdige Lage des linken Gleises ist der Tatsache geschuldet, dass die hier eingesetzten asymmetrischen Förderwagen nur einseitig kippbar waren.




Erz wäre noch da.




Im Untergeschoss wurde auf die Güterwagen verladen.






Der Stolleneingang einst und heute.




Die Mauer ist intakt, zum Glück, denn die Grube steht voll mit CO2.






Blick aus der Überdachung des Stollens.














In den vierständigen Lokschuppen passten 8 Grubenloks.
Daneben gibt es noch eine zweiständige Lokwerkstatt mit Wartungsgrube. Hier hatte ich viel Zeit zum umzusehen, denn draußen ging beim ersten Besuch im Sommer 2019 ein Wolkenbruch mit dicken Hagelkörnern nieder.




Einst waren hier zwei Jung Dampfspeicherloks beheimatet, Baujahr 1909 und 1913. Sie wurden als Personenzugloks angeschafft, um die Bergleute zu ihrem Arbeitsplatz unter Tage zu bringen. Man wollte die Bergmänner nicht den giftigen Abgasen der frühen Benzolloks aussetzen, die hier in der Erzförderung eingesetzt waren.






Treppe und Aufzug im Betriebsgebäude












Quelle der historischen Bilder: 
https://algrange-et-ses-origines.over-blog.com/2014/12/algrange-la-mine-de-rochonvillers-1.html

Ein weiterführender Link zur Geschichte der Grube und tollen Loks von Oberursel bis Jung Dampfspeicherlok:
https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=fr&u=https://www.industrie.lu/minerochonvillers.      




Die Mine de Hussigny in Hussigny-Godbrange, Lothringen an der Grenze zu Lux, ist Besuchergrube und hat eine schöne Fahrzeugsammlung, die ich hier mal kurz umreiße:



































Die Mine de Tiercelt in Thil ist Teil einer Kz-Gedenkstätte. Darüber, was da die Deutschen hier verbrochen haben kann sich jeder selbst belesen. 






Schnell weiter nach Villerupt zu einer ehemaligen großen Schachtanlage, hier gab es keine Gelegenheit für Fotos. 
Doch danach wird es in Audun-le-Tiche wieder interessanter.




Ein netter Franzose lässt uns in seinen Vorgarten, damit wir den als Abstellfläche genutzten Stolleneingang ablichten können. Finde ich nicht selbstverständlich, wenn 6 Kerle in verschlammten Klamotten und alten ebenfalls verschlammten Autos vorfahren, aber das deckt sich mit unseren bisherigen Erfahrungen mit den Franzosen.








Die ganze Zeit waren wir auf französischem, ehemals deutschen Gebiet, jetzt geht es weiter in das nur wenige Kilometer entfernte Luxemburg.
Letzte Bergbau Denkmäler vor der Grenze.







Im Grenzort Ottange, noch auf Französischer Seite, die Tagesanlagen von Grube Ottange III.











Waschkaue:




Waschkaue für die Steiger:






Anstelle des weißen Kübels stand hier einst der Förderturm der Ottange III:




In Luxemburg wird die Dichte der Denkmalloks gleich viel höher. Hier gleich zwei Kolosse in ungewöhnlicher Position vor dem nationalen Bergbaumuseum in Rumelange.
















Von dem Museum ab gibt es eine neue angelegte Touristenbahn mit einem futuristischen Triebwagen, der heute aber nicht zu sehen war.
Statt dessen interessieren uns die offenen, geplünderten Fahrschalter dieses Rostklumpens:











Wir verzichten auf den Museumsbesuch und schauen uns  lieber ein paar Kilometer weiter im Wald um.
Ein Gewirr aus Bahndämmen, Rampen, Tunneln und Brücke auf verschiedenen Ebenen, und zwar in einer Dimension, auf der auch große Eisenbahnen fahren könnten, wir haben ja vorhin die großen Denkmalloks gesehen die hier eingesetzt waren.
Eine Grubenbahntrasse mit Sockeln der Fahrdrahtmasten:



Die Bahntrassen erschlossen eine Menge großer und kleiner Stollenmundlöcher.
Hier eine Auswahl:




Wie schon gesagt sind die Grubenbahntrassen sind etwas größer und massiver als gewohnt.




















Gleiswaage:






Die Natur hat sich hier ein ehemaliges Schwerindustriegebiet zurück erobert.




Wie fast überall, mit der richtigen Spürnase findet man auch offene Löcher...








Altbergbau aus der Zeit zwischen 1890 und WKII.
Die Schienen sind hier dünn und die Kurven eng. Die Holzschwellen haben sich völlig aufgelöst.




Hier wurde im Örterbau gefördert. Das heißt, es wurden einfach in gewissen Abständen nebeneinander Strecken in den Berg getrieben und das dabei heraus gebrochene Material war der Ertrag. Dem entsprechend hatten wir viel abzulaufen.






Nachdem wir drei Stunden diesen Altbergbau erkundeten, kletterten wir in einem Durchbruch auf einen tiefer gelegene Strecke. Eine ganz andere Dimension, hier sind S49 verlegt, also die Schienenstärke auf der die große Eisenbahn fährt, aber immer noch in der gleichen Spurweite. Zum Vergleich, oben waren es S10.
Den Reifenspuren nach waren hier auch gummibereifte Fahrzeuge unterwegs. Wir wissen, dass in 5 Stunden Fußmarsch Entfernung von hier noch Unimogs, Toyota Hilux und Untertageradlader stehen. Die Grubenloks stehen noch weiter hinten. Nach weiteren 2 Stunden war uns hier zu viel CO2 so dass wir wieder umkehrten.




Fahrdrahtschalter:




Viele Stahlprofile in der Firstabstützung.












Dieser Eingang wurde zu gesprengt, wir müssen also erwartungsgemäß wieder einen anderen Weg zurück.



Nach 7 Stunden waren wir wieder am Tageslicht uind haben erst einen winzigen Teil der Arbed Verbundgruben gesehen.




Nächster Haltepunkt: Erzaufbereitung Terres-Rouges in Esch-sur-Alzette. Sie liegt mitten auf der Grenze.
Vieles ist von der Anlage ist bereits eingeebnet, doch der verbliebene Rest ist immer noch imposant.





Sogar ein Stellwerk gab es hier für den werkseigenen Güterbahnhof.













Deutsch in Luxemburg.




Schöne genietete Füllschnauze:







Auf französischer Seite kann man offen hineinlaufen, am anderen Ende in Esch ist alles umzäunt. Es gibt aber ein Loch im Zaun durch das man mitten in der Stadt heraus kommt,
ehe sich aber die Passanten wundern konnten, wurde ich schon mit dem VW Bus abgeholt, sonst hätte ich wieder alles zurück laufen müssen.
Update 2022: Fast alle Gebäude auf meinen Bildern von 2019 sind abgerissen.



Wo kamen die Erze her, die hier verarbeitet wurden? Zum Beispiel aus dem Tagebau von Schifflingen, der sich über 3 Km erstreckt. Wie so oft gab es da auch einen Örterbau aus der Anfangszeit.

















Der Minette Park Fond de Gras ist wirklich sehens- und erlebenswert.
Wir kamen gegen 14:30 an und erwischten den ersten (Dampf) Zug des Tages. Das war auch Glück, denn kurze Zeit später war der Zug überfüllt und es konnten nicht mehr alle mit. Die Kraus Feldbahndampflok von 1897 hatte bergab wenig zu tun. Nach einer Weile durch den Wald dampfen hieß es umstiegen in den Grubenzug, Großraumwagen von Mühlhäuser (lauter heimische Produkte hier, Mühlhäuser produziert in Michelstadt im Odenwald) und je eine funkende Fahrdrahtlok vorne und hinten.



Ab in den Stollen, man sah wenig, aber es ging an langen Reihen abgestellter Grubenloks vorbei.
Nach 1800 Meter Fahrt war plötzlich wieder Tageslicht, aber jetzt in Frankreich!
Sofort hieß es wieder umsteigen, in einen Zug mit einer französischen Diesellok mit Stangen und Blindwelle. Die Fahrt ging zunächst über den Bahnübergang von Lasauvage (hier war auch noch Oldtimertreffen, hätten wir das gewusst..), dann durch den Wald oberhalb des Ortes entlang. Dann Umsetzen, es gibt noch viel mehr zugewachsene Gleise in verschiedene Richtungen.
Wieder über den Bahnübergang, an den Stollen vorbei und an Bergbau Ruinen in den Ort Saulnes. Hier sehen wir von dem erhöhten Bahndamm die Unterschiede der Häuser der Bergarbeiter sowie die der besser gestellten Angestellten.
Die gleiche Tour wieder zurück, im Berg wurde die Grubenbahnfahrt für eine Führung in drei Sprachen unterbrochen.
Weiter mit dem Dampfzug wieder zurück an den Parkplatz Fond de Gras befördert, ging es im Laufschritt durch die Paul-Wurth-Halle, das Kraftwerk, denn hier wird in einer halben Stunde Feierabend gemacht und wir waren ja noch gar nicht bei der "Train 1900".
Also hinunter zum normalspurigen Grubenbahnhof, wo ständig ein Dampfzug und ein Schienenbus pendelten.
Hier hat mir besonders die nachgestellte Erzverladung von Förderwagen auf Güterwagen gefallen. Leider war dann die Besuchszeit schon rum, den historischen Bergmannskaufmannsladen und vieles mehr haben wir leider verpasst.
Wir fuhren noch schnell zu dem Oldtimertreffen in Lasauvage, die Reihen dort hatten sich inzwischen schon stark gelichtet, aber immerhin konnten wir unseren T2 neben meinem Traumauto, einem De Tomaso Pantera GTS, parken.
Wir übernachteten in der Nähe und erwanderten am nächsten Tag den riesigen Erztagebau "Giele Botter", in dem auch Stollen abgehen, sowie einige Bergbau Ruinen.

Fazit: dreistündige Grubenbahnfahrt, sehr viel zu sehen, die Öffnungszeit reicht nicht für alles, absolut eine Reise wert.

So viel Action erfordert natürlich einen Film, leider nur in schlechter Handyqualität, da vorher meine Kamera in einer der französischen Gruben verendete.

https://www.youtube.com/watch?v=2_By4A6iYo8
Fortsetzung folgt...









 


Fahrtage
 
Fahrtage:
22.05. und 04.09.2022 11-17 Uhr:
Fahrten mit dem Personenzug
und Schaufahrten mit
historischen Lorenzügen.
Um 13:00 und 15:30 Führung
durch die Feldbahnsammlung
 
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