Pyrenäen 2009, 2010
Diese Geschichte handelt von vielen rostigen Objekten,
einer riesigen Anzahl Ruinen,
von einigen Löchern im Berg,
einer wunderschönen Natur
und der erneuten Erkenntnis, dass im Ausland doch ein bisschen mehr von Altbergbau übrig ist.
 
Die Hauptakteure sind:
-Ein Verrückter, der sich für all das interessiert und im unwegsamen Gelände herumläuft, während andere am Strand liegen.
-Seine Familie, die diese Interessen nur bedingt teilt aber ansonsten duldet.
-Ein Hund, der Stolleneingänge erschnüffelt und gerne Hasen und Wildschweine jagt.
-Ein alter VW Bus, der eigentlich schon mehrfach das Rentenalter erreicht hat und stattdessen für Fahrten abseits der befestigen Wege und das Wildcampen ausgerüstet wurde.
 
Dieses Jahr sollte es im Urlaub zum ersten Mal in die Pyrenäen gehen. Neben dem Baden im Mittelmeer, der Besichtigung einiger Städte, Burgen, Höhlen und Schluchten wurden auch einige Bergbauexkursionen eingeplant.
 Am Fuße des 2785m hohen Caniguo soll es eine Eisenlagerstätte geben, die so mächtig ist, dass sie durch Irreführung der Kompassnadeln für die vielen Flugzeugunglücke in der Region mitverantwortlich gemacht wurde. Grund genug, der Gegend mal ein Besuch abzustatten. Als Ausgangspunkt wurde der aus 20 Häusern bestehende Ort Valmanya an der Rückseite des Canigou gewählt.
 


Diese alten Schmelzöfen standen neben der Straße und wurden von einer Seilbahn mit dem Erz aus den weit entfernten Gruben versorgt.
 



Bei der Anfahrt zeigte uns diese Denkmalseilbahn, dass wir hier richtig sind.
 

In Valmanya steht vor dem Musee’ de Résistance diese Lore. 1944 war Valmanya wegen seiner abgeschiedenen Lage eine Hochburg der Résistance. Der Ort wurde damals von den Nazis angriffen und komplett niedergebrannt, die Widerstandskämpfer und der Rest der Bevölkerung, der noch nicht geflohen war, massakriert.


Da wir uns an diesem Ort mit seinen Gedenkstätten als Deutsche nicht wohl fühlten, versteckten wir uns mit unserm Campingbus im Wald, um von dort aus am nächsten Morgen den Aufstieg zu den Mines de Pinouse in Angriff zu nehmen.
Dieser herrliche Bus stützt den Wegweiser
 
 
Nach 2 Stunden Aufstieg waren die Grubengebäude zu sehen. Auf 1360m Höhe gelegen, war der Weg dorthin zu Betriebszeiten nur mit Maultieren zu bewältigen.
 

Als nächstes lag ein Lorenfahrgestell im Wald


 
Oben angekommen: rechts die Seilbahnverladung, darüber die Wohnkasernen, links das Maschinenhaus, dahinter, von den Bäumen verdeckt, die Stolleneingänge und die Betriebsgebäude. Zwischen Hund und Maschinenhaus der offene Schacht.
 
Blick in den Maschinenschacht: Einst auf 170m abgeteuft, ist er jetzt immerhin noch 10m tief, und wie in Frankreich üblich, völlig ungesichert direkt am Wanderweg.
 

In den ehemaligen Wohnhäusern lebten in der Zeit der industriellen Abbauperiode 1904-1931 bis zu 100 Bergarbeiter mit nur 3 Toiletten. Die jährliche Förderung Betrug 40000t Eisenerz.
Auch hier spielten sich am 3.August 1944 grausige Szenen ab, da sich hier die letzten Widerstandskämpfer auf der Flucht verschanzten und von dem Rachetrupp Nazis überwältigt, gefoltert und erschossen wurden. Auch hier wurden die Gebäude niedergebrannt.
 


Bald darauf weckte diese Garage unser Interesse. Kenner werden bereits vermuten, es handelt sich dabei um einen „Schneestollen“. Dieser schützt den eigentlichen Stolleneingang vor Schnee und Lawinen.
 







 
Blick aus dem Stollen auf die Betriebsgebäude.
Von hier aus ging eine Seilbahn zu den Mines de Roquegabère, die (Feld)Bahnanschluss hatte. 


Auf schmalen Pfaden ging es dann weiter zu den Mines de Roquegabère. Immer wieder kreuzte das Tragseil der ehemaligen Materialseilbahn den Weg. Meine Familie hat hier bereits den Rückweg zum VW Bus angetreten, so dass mich nur noch der Hund begleitete.  


Nach einer weiteren Stunde war ich am nächsten Ziel: Bei den Mines de Roquegabère gab es nur wenig Betriebsgebäude




Dafür diese Drehscheibe in 500mm Spurweite
 

Und diese Lorenwanne, liegt fast 80 Jahre im Dreck und keine Durchrostung zu sehen.


Dieses große Mundloch hielt ich zunächst für einen Stollen, es war aber ein  Feldbahntunnel
 
Nachdem der Tunnel durchschritten war, sah man auf der anderen Seite diese Erzverladung über der Feldbahnstrecke.
 


Oben angekommen, führte mich der Hund auch gleich zum Stollen


Es war aber nur die Sprengkammer


Der Eingang zur Grube fand sich dann 100m weiter im Bachbett des nächsten Tales.
Das Wasser stand knapp hüfthoch im Eingang, was von Mensch und Hund dankbar als Erfrischung angenommen wurde.
 
Auf den ersten 300 m des Förderstollens lagen nur Holzschwellen, dann kamen Gleise mit breiten Blechschwellen in Sicht


 Die Gleise waren zum Teil ausgebaut und wurden wohl durch das Berginnere abtransportiert. Die Grube war mit anderen Gruben auf der anderen Seite durchschlägig, die länger in Betrieb waren. 

Das Grubenmonster
 
 


Nach 700m war der Stollen verbrochen, es gab auch nach einer kurzen Probegrabung kein Durchkommen
 

Also ging es wieder aus dem Stollen hinaus, die Grubenbahnstrecke entlang, an der Verladung hinunter zur Feldbahnstrecke, am Bahntunnel und den Grubengebäuden vorbei um zu sehen, wo die Feldbahnstrecke hinführt, wobei mir schon klar war, dass ich das andere Ende der Bahn heute nicht mehr zu Fuß erreichen könnte.

 

Bald stand ich wieder vor einem Tunnel.


Diesmal war ein Durchkommen möglich, der First war verrußt, also wurden Dampfloks eingesetzt, was die Länge der Strecke und die Betriebszeit sowieso vermuten lässt.
 

 Als der 50m lange Tunnel durchklettert war, kam die Überraschung


Die Strecke verzweigte sich und führte durch diesen kleinen Tunnel zur Verladeanlage Nr.2.
Hier wurde das Erz der Mines de Pinouse von der Seilbahn auf die Lorenbahn umgeladen.
20m nach der Verladeanlage endet die Bahnstrecke unvermittelt an einem Abgrund.
 
Also ging es weiter in die andere Richtung die Bahnstrecke
 
Dann zweigte eine Steilstrecke ab, die auf einem Platz über der Seilbahnverladung endete


 Nach weiteren 1,5Std Wandern auf der mittlerweile unspektakulär durch den Wald führenden ehemaligen Bahnstrecke hab ich mich dann auf den Rückweg gemacht, vorbei an den beiden Minen.


Als ich nach 4Std kurz vor der Dunkelheit am VW Bus ankam, hatte meine Frau schon was gekocht und ich freute mich auf die warme Dusche vor dem Schlafengehen.
 



Am nächsten Morgen ging es mit dem Auto in Richtung La Batide, wo wir auf dem Pass die ehemalige Feldbahnstrecke fanden. Wie sich zeigte, war diese in unsere weitere Richtung als Forstweg ausgebaut und befahrbar.
 
Schon bald waren die Mines de Fer les Manerots unter uns zusehen.

 
Schon beim Abstieg zeigte sich, dass es sich dabei zumindest teilweise um einen Tagebau handeln muss.


Nach einer halben Stunde klettern standen wir auf dem Grubengelände. Leider handelt es sich bei dem Stollen nur um einen kurzen Suchstollen


Außerdem gab es einige offene mittelalterliche Schächte, die der Tagebau angeschnitten hatte.


Beim Herumklettern in einer der oberen Sohle wurde noch ein Stollen entdeckt.


Nachdem dieser für sicher befunden wurde, durften die Kinder auch mit rein.
 
 
Auf der anderen Talseite standen wieder ein Schmelzofen und die Betriebsgebäude.


Beim Abstieg fand sich noch eine Lore
 





Dieses Mal hatte der Ofen ein „Innenleben“. Für die Öfen in der Gegend wurde damals ein Gebläse entwickelt, welches mit Wasserkraft betrieben wurde.
 
Direkt daneben die Verladung


Hier stehen wir vor der Talstation des Bremsberges, der bis zur 
zum Forstweg ausgebauten Feldbahntrasse führt, auf der unser Bus stand. Oben muss früher irgendwie vom Bremsberg auf die Bahn umgeladen worden sein.


Vorher fanden wir noch diese Achse, die wohl von einer Bremsbergbühne stammt.


Dann ging es einige Km weiter bis zum Gare Miniere de Formentera (Bergwerksbahnhof Formentera).
Dort konnten wir direkt mit dem Auto hineinfahren.
 

Die Feldbahn hat  von den weiter oben vorgestellten Mines de Roquegabère bis hierher 12,5 km zurückgelegt. Die Seilbahn zu den Mines de Pinouse kommt noch dazu. 
 

Von hier aus ging es wieder per Materialseilbahn ins 10km entfernte, 700m tiefer gelegene „Eisenzentrum“ Montbolo. Hier die Seilbahnverladung.

 
Aufgrund der immensen Transportwege war es einfacher, das Erz vor Ort zu schmelzen, um weniger Masse transportieren zu müssen. Deshalb war auch hier wieder ein Ofen anzutreffen.


Da recht schnell sämtliche Wälder der Umgegend abgeholzt waren und der Transport von Kohle hier hoch zu teuer wurde, war das Grubenstreben bereits in den 30er Jahren unausweichlich.
 



 
Oben am Berg hinter uns ist der verfallene Bergwerksbahnhof, als war wir am nächsten morgen starten.
 
-Der alte Bus und seine und seine Insassen richten Ihre Blicke gegen Westen, in Richtung Mines de Batere`, und alle fragen sich, welche Abenteuer dort warten.-
 
Nachdem wir den Bergwerksbahnhof Fotmentera hinter uns gelassen hatten, kamen wir vorbei am Turm von Batere`, einem verfallenem römischen Wachturm.
 
  
Kurz danach waren auch schon die ersten Tagebaupingen der Mines de Batere`zu sehen.
  
Dieses verfallene Mundloch verfügte wieder über einen Schneestollen, diesmal in der klassischen Ausführung, zwei Mauern die mit Brettern abgedeckt waren. Übrig waren natürlich nur die Mauerreste. Die Grube war nach 16 km mit der Mines de Pinouse durchschlägig, die genau auf der anderen Bergseite liegt.
  

Der Schneestollen führte in einem Bogen auf die stark verfallene Aufbereitung
  

Von der Talseite erkennt man die Größe der Anlage
  
Daneben die Waschkaue


Ein Schmelzofen gab es auch wieder, allerdings stark zerfallen


 
Da diese vielen alten Ruinen nach 3 Tagen langsam langweilig wurden, machten wir uns auf den Weg zu Tal und fanden diesen LKW Stollen, der bis 1994 in Betrieb war.
 
Wieder einige 100 m weiter unten war der 2. LKW Stollen, links von dem Masten hinter den Büschen.



In diesem Blechhangar wurden einst die gleislosen Grubenfahrzeuge repariert.
 

 
Danach verzogen wir uns in ein einsames Seitental und übernachteten an einem verfallenen Bauernhof.
  
Am nächsten Tag im 1200 Höhenmetern tiefer gelegenen Arles-sur-Tech fanden wir dieses Eisenwerk.
 







Von hier aus fuhren wir noch einige Gruben über die spanischen Grenze auf teilweise extrem steilen und schlechten Wegen an. Der VW Bus stieß hier des öfteren an seine Grenzen, und wir mussten den Rest zu Fuß erkunden. Leider wurde dies nicht belohnt, wir standen meist nur vor undurchdringlichem Dornengebüsch und konnten nur spärlich Reste vom Bergbau entdecken. Daher verzogen wir uns nach 3 Tagen vergeblichen Suchen wieder ans Mittelmeer zum Baden. Wir hätten doch auf der französischen Seite bleiben sollen, die war interessanter.
Pyrenäen, wir kommen wieder!
 


Und so ging es 2010 wieder in die Pyrenäen. 
Zunächst zum auszuspannen an das Mittelmeer nach Gruissan. Dort gibt es einen Autostrand am Meer und mehrere Seen. Die neidischen Blicke der Wohnmobilfahrer waren uns sicher, als wir mit dem VW Bus am Strand genau durch die Wohnmobilsperre passten und dahinter unser Hubdach aufstellten.



Zum Übernachten zogen wir uns in ein Waldstück zurück, wo wir unsere Ruhe hatten.



Aus der Ferne konnten wir den Massentourismus beobachten.
.


Nach einem Tag am Meer war uns das zu langweilig, also ging es weiter. An einem Kanal an der Bucht von Narbonne entdeckten wir dieses Lastsegelschiff. Es gehörte zu einem Weingut.
Zählen die Lafetten eigentlich auch als Feldbahn? 




Als nächstes stand die Höhle La Caume bei Opoul auf dem Programm.



Der Eigang war in dem weitläufigen Gelände schwer zu finden.



Uns überraschte die Größe der völlig ungesichert und frei begehbaren Höhle.



Bei der Rückfahrt war dann auch schon mein Hauptreiseziel, der 2784m hohe Canigou, zu sehen. Dort waren wir 2009 schon einmal und wollten mit der Bergbauexkursion dort weitermachen, wo wir das letzte Mal aufgehört hatten.
Siehe Bericht "Pyrenäen2009".



Bei der Anfahrt entdeckten wir bei Rodes ein Schotterwerk am Berg, im Vordergrund sind Reste eines römischen Aquädukts zu sehen.



Schon von weitem war zu sehen, dass es mehrere Bremsberge gegeben hat.



Es fand sich ein schmaler Weg, der an das Werk führte.



Zwei Bremsberge im Vordergrund.



Nun ging es wie geplant weiter an die Nordseite des Canigou in das ehemalige Bergbaudorf Sahorre.
Nach einer dreistündigen Wanderung durch eine völlig zerklüftete Bergbaulandschaft kamen wir an der Tambour de Sahorre, einer riesigen Bremsbergtrommel, an.



Das Holz der Trommel ist hervorragend erhalten, obwohl das Dach erst kürzlich rekonstruiert wurde.



Direkt neben der Trommel befindet sich einer der vielen verbrochenen Stollen.



Bereits beim Hinweg sahen wir viele kleine Stollen, jede Menge Einbruchpingen und Tagebau in allen Größenordnungen. Das Gelände ist auf vielen Quadratkilometern rund um den Berg völlig nach Eisenerz durchwühlt.





In der Ferne war der riesige Flußspatabbau von Escaro zu sehen. Dort war bis 1993 Betrieb, inzwischen ist der größte Teil wieder aufgefüllt und rekultivieret. Daher war der Besuch nicht lohnenswert.
Der halbe Ort Escaro verschwand in den Fünfziger Jahren in dem Abbau. 



Nach so einem anstrengenden Tag kamen wieder die Solarduschen zum Einsatz.



Am nächsten Tag ging es nach Escaro. Auch hier suchten wir den ganzen Tag das riesige Eisenerzbergbaugebiet ab, wieder war alles zerklüftet, aber kaum etwas interessantes im Dickicht zu entdecken.
Dieser mit genieteten Stahlplatten verkleidete Schmelzofen steht zwischen den Bergbaugebieten Escaro Süd und Escoume. 



Im Bergbaumuseum von Escaro fuhr diese Berry Grubenlok mit beladenen Erzwagen.



Ein tolles Stück ist dieser Decauville Bremsbergwagen von 1910.



Im Museum haben die beiden pensionierten Bergleute ungefähr 40 für uns exotisch anmutende Förderwagen liebevoll hergerichtet.





Doch auch deutsche Produkte gab es zu sehen- in diesem Fall von Arthur Koppel.



Am nächsten Tag stand die Erkundung des Bergbaus bei Aytua auf dem Programm. Das Gebiet liegt genau zwischen Sahorre und Escaro.
Hier ist die Ruine des Erzbunkers der Mines le Creus und Recos zu sehen, im Hintergrund der Lokschuppen.



Auf diesem Bild von 1912 an gleicher Stelle ist eine BORSIG Baujahr 1910 leider nur schlecht zu sehen.



An einem verfallenen Stollen vorbei ging es den Bremsberg hoch.



Nach einem langen Marsch auf dem Bremsberg kamen wir an die Fundamente der Bremsbergtrommel. 



Auf dem großen Platz dahinter gab es weitere Ruinen, verfallene Stollen und... noch zwei Bremsberge, die nach oben führten.



Nach einer weiteren Viertelstunde Aufstieg auf einem der Bremsberge fand sich dieser verfallene Stolleneingang. Der deutsche Türstock hat die Zeit überdauert.



Daneben gab es weitere verfallene Stollen, Ruinen und ... einen weiteren Bremsberg nach oben.
Nach weiteren 20 Minuten standen wir auf dem nächsten Zechenplatz. Hier lag das Fahrgestell eines Decauville Bremsbergwagens, wie wir es im Museum von Escaro sahen.
Außerdem fanden sich hier Überreste von Schächten mit hölzernem Ausbau, verbrochne Stollen, Erzrutschen und.... ja richtig, der nächste Bremsberg nach oben.



Oben fand sich diese Bremsbergtrommel, genau genommen zwei gusseiserne Trommeln auf einer Welle. Die Welle war einmal dreifach gelagert und abgestützt, die dritte Stützmauer stürzte in die Pinge eines Tagebruchs direkt daneben.



Daneben fanden sich dieser verbrochene Stollen, weitere Schächte, Stollen und Ruinen. In dem zugewachsenen Gelände konnte man nur wenig brauchbare Fotos machen.





Dieses Modell kennen wir auch bereits aus dem Bergbaumuseum



Da wir längst die Übersicht über die zahlreichen Abbaue verloren hatten, schafften wir uns quer durchs Gelände zu den ehemaligen Mines Clot des Manes. Dort  fanden wir in einem großen Tagebau mehrere Stollen.















Am nächsten Morgen ging es zurück nach Sahorre, um dort den Bergbau in östlicher Richtung aufzusuchen.
Die Mines le Carrec hatten ebenfalls eine gewaltige Bremsbergtrommel, die an dieses Haus angebaut war.





Daneben standen weitere Zechengebäude.





Ein Dachstuhl aus völlig abgefahrenen Schienen der Bergwerksbahn 



Sogar die Fensterbretter wurden aus Schienen angefertigt



Der Stollen war verbrochen, alle weiteren auch. Weiter oben gab es noch große Tagebaue.



Der Bremsberg endete unten an der Trasse einer Kleinbahn mit Meterspur, die einst Sahorre mit dem Rest der Welt verband.



Dieser gedeckte Güterwagen stammt aus dieser Zeit. Er wurde wohl noch lange als Schuppen genutzt, heute wartet er nur noch auf den Verfall.



Die Trasse führt in diesen Tunnel, der nach Vernet le Bains führt.



Dort führte die Bahntrasse an diese Anlage, die leider nicht begehbar auf Privatgelände liegt.



Zwischendurch fand sich dieser herrliche Citroen Hy mit Holzaufbau, der einfach von der Strasse den Hang hinunter gestürzt wurde.



Nun gab es einen Ausflug zum Gipfel des Canigou, den wir ja nun schon länger umkreisten.



Wegen schlechten Wetters kamen wir nicht weit. In der Bildmitte ist wieder der Flussspatabbau Escaro zu sehen.



Am nächsten Tag war das Wetter wieder gut, trotzdem ging es weiter nach Fillols. In der Nähe des Col de Milleres lag der Eisenerzabbau direkt an der Strasse.



In dieser zerbröselten Wand fanden sich gleich zwei Stolleneingänge nebeneinander.













Auch hier wieder weitere Stollen, Ruinen und ... Bremsberge



Vier Stunden später ging es ins nächste Tal nach Taurinya.
Dort überraschte uns ein nachgebauter Stolleneingang mitten im Wald.



Drinnen stand eine sandgestrahlte Berry Grubenlok. Leider hat man das Lackieren nach dem Strahlen ebenso wenig für nötig gehalten wie das Ausbauen der Batterie oder das Abdecken des Motors vor dem Strahlen.



Nach einer kurzen Wanderung auf der Grubenbahntrasse ging es diesen Bremsberg hoch.



Dieser führte an diesem kleinen Schmelzofen vorbei.



Und führte weiter auf einen riesigen Zechenplatz mit einem weiteren, gut 15m hohen Ofen.







Auf der anderen Seite des Platzes ging dieser Bremsberg nach unten.



Er endete in diesem Bunker, von dem aus eine Nebenstrecke der Meterspurbahn mit dem Eisenerz beladen wurde.



Nach dieser Exkursion kühlten wir erst mal die Füße im Bach, während sich der VW Bus die Unterflurtanks mit Brauchwasser auffüllte.



An diesem herrlichen Platz auf der Halde eines Tagebaus in der Nähe ließen wir den Tag ausklingen. Im Hintergrund ist das zerklüftete Bergaugebiet, soweit das Auge reicht. 



Am nächsten Morgen starten wir in das 40 km entfernte Bailestavy an der Ostseite des Canigou.



Dort wanderten wir an die Mine de fer de la Coume. Diese aufgestellte Schwelle empfiehlt, diesen Weg besser nicht zu gehen. In der Mitte der Schwelle sind Seilspuren zu sehen, vermutlich - ja ich weiß, es wird langweilig-  vom Bremsberg.



Grund für die "Sperrung"  ist dieser offene, etwa 30 m tiefe Schacht.



Es fanden sich noch weitere offene Schächte und direkt daneben ein Stollen.



Im Stollen kam gleich der nächste Schacht. 



Im Gelände entdeckten wir noch den kleinen Ofen der Grube mit etwa 3m Höhe.



Etwa 50 Höhenmeter über dem ersten Stollen fand sich ein weiterer Schacht und dieser - für Frankreich ungewöhnlich- vergitterte Stollen. Zum Glück war King Kong schon vor uns da und hat die Schienen aufgebogen.



Auch dieser Verbruch war passierbar.



Hier hängt noch die Zündschnur, nach etwa 200m war auch hier Schluss.




Nun ging es noch mal zur Chemin de fer de Repaloum - Formentera. Hier hat es uns im letzten Jahr besonders gut gefallen, siehe Bericht "Pyrenäen 2009".
 Deshalb wollten wir die gesamte 16 Km lange Grubenbahnstrecke abwandern.
Bereits die Anfahrt war recht lustig, am Anfang des Films ist der "Bergwerksbahnhof" Formetera oben auf dem Berg zu sehen.

Zum Ansehen hier klicken:
https://www.youtube.com/watch?v=czaQIBwx-As&feature=channel


Nun sind wir am "Bergwerksbahnhof" Formetera angekommen:



Im Vordergrund der Erzbunker und die Seilbahnstation, die nach Montbolo ausgerichtet ist. Außerdem ist der Anfahrtsweg, auf dem der Film entstanden ist, zu sehen.



Wir starten unsere Tour im ehemaligen Lokschuppen. Hier waren wohl bis vor 80 Jahren zwei Dampfloks der Spurweite 750mm zuhause.



Zunächst folgen wir der Strecke mit dem Auto.



Inzwischen sind wir am Col de Formetera angekommen.




Da ein Gewitter aufzog, übernachteten wir hier. 
In 40 Km Entfernung ist die Stadt Perpignan und dahinter das Mittelmeer zu sehen.



Nachts der Blick aus meiner Schlafkoje im Hubdach auf die Stadt.



Am nächsten Morgen ging es dann zu Fuß auf der Trasse weiter.



Hier wurde ein Bach gefasst, um die Dampfloks mit Wasser versorgen zu können. Es gab zwei dieser Anlagen.





Dieses verunglückte Untergestell wurde einfach den Hang hinunter geworfen. Das hätte ich gerne fürs Museum...







Nach 8 Km Wandern kamen dann die Mines de Manerots unter uns zum Vorschein.



Hier überquerte der Bremsberg der Mines de Manerots die Feldbahnstrecke. 



Von hier aus ist die Bergstation gut zu sehen.
Diese Stelle haben wir letztes Jahr verpasst, da wir wenige Meter darunter mit dem Auto auf dem Forstweg fuhren.



Die Förderwagen, die man mit dem Bremsberg nach oben gefördert hat, wurden in diesen großen Bunker entladen. Von hier wurden dann die Loren der 750mm Bahn gefüllt. Unter der Bahntrasse befand sich ein Bunker für Holzkohle, die umgekehrt mit den kleinen Förderwagen auf dem Bremsberg nach unten befördert wurde. Die Kohle wurde für den Schmelzofen unten auf dem Grubengelände benötigt, dieser hatte dafür sogar eine eigene Rampe am Bremsberg unten am Grubengelände.



Da an diesem Bremsberg das Erz nach oben gefördert wurde, konnte es nicht wie sonst nach unten ohne Zuführung von Energie gehen. Da in der Gegend vor rund 100 Jahren als einziger Energieträger Wasser reichlich zur Verfügung stand, wurde der Bremsberg als doppelter Wasserkastenaufzug gebaut. 



Einige Meter über der Bergstation das Vorratsbecken von der Größe eines öffentlichen Schwimmbads.



Als Krönung waren noch drei der als Wasserkasten ausgebildete Fahrschemel vorhanden. Er steht auf dem Kopf, man kann gut die Aussparungen für die Achsen erkennen.



Hier gab es wohl mal ein Achslagerschaden und die Achse durchschliff das Gehäuse.



Auf dem Dach des Fahrschemels fanden zwei Förderwagen nebeneinander Platz.





Inzwischen war auch meine Frau mit dem VW Bus auf dem Forstweg nachgekommen und wir beschlossen nach dem Abendessen, den Bremsberg hinunter zur Mines de Manerots abzusteigen.

Hier überquerte der Bremsberg die Grubenbahn zwischen Knappenhaus und oberen Stollen.







Nun war uns auch die Funktion der Talstation klar, die Förderwagen wurden jeweils seitlich von den versenkten Fahrschemeln gefahren und das Wasser hatte unter den Fahrschemeln genug Platz, um schnell abfließen zu können.



Hier wurden die Förderwagen mit dem Erz vom Schmelzofen beladen, ehe sie auf den Bremsberg verladen wurden.



Am Ofen sieht es eigentlich aus, als wäre nur Pause.



Der Ofen schmolz das Erz aus den 3 Stollen, 2 Schächten und dem Tagebau der Grube. Da es schnell dunkel wurde, und ich mich zu lange mit den abgestellten Förderwagen beschäftigte, gibt es davon keine Fotos mehr. Zu allem Überfluss hörten wir in der Ferne ein Rudel wilder Hunde bellen, die in dem menschenleeren Wald schnell näher kamen. Also traten wir schnell den Rückzug an, den Bremsberg hinauf, da ich diesen Viechern im Dunkeln und in dem Gelände lieber nicht begegnen wollte. Wir waren froh, als wir eine halbe Stunde mit rasendem Puls am VW Bus ankamen. Zum Glück sind die Hunde vorher abgebogen, die wären sowieso schneller als wir gewesen. Fazit: Nächstens lassen wir das Pfefferspray nicht im VW Bus liegen.



Am nächsten Morgen ging es zu Fuß die Feldbahntrasse weiter, um den Col de Palomere herum.















Der rechte Tunnel führt zum Erzbunker der Seilbahn der Mines de Pinouse, der linke Tunnel führt zur Mines de Rapaloum.



Der Erzbunker unter der Seilbahn.



Natürlich durchquerten wir auch wieder den linken Tunnel.



Hier stehen wir vor den Tagesanlagen der Mines de Rapaloum.
-Die Drehscheibe im Vordergrund hat 500mm.
-Die Grubenbahnschienen, die wir später im Berg fanden, hatten 600mm.
-Die Feldbahn hatte 750mm.
-????



Der letzte Tunnel der Chemin de fer de Repaloum-Formentera vor ihrem westlichen Endpunkt. 16 Km hat die Bahn seit dem Bergwerksbahnhof bis hierher zurückgelegt.



Dahinter die Erzrutschen.



Oben im Bachbett der Stolleneingang.



Wie wir bereits aus dem letzten Jahr wussten, ist der Stollen nach 700m verbrochen. Trotzdem wollten (fast) alle Familienmitglieder hinein.













Nun ging es weiter zur Mines de Pinouse, das Tragseil der ehemaligen Seilbahn sorgte für Aufheiterung.



In die beiden Stollen und die Sprengkammer der Mines de Pinouse schauten wir kurz hinein.







An den Tagesanlagen der Grube und ihrer düsteren Vergangenheit gingen wir zügig vorbei, die hatten wir ja schon im letzten Jahr ausgiebig erkundet.



Vielmehr wollten wir den oberen Eingang finden. Wie sich aber eine Stunde später zeigte, war dieser in diesem Tagebau unauffindbar zugerutscht.


Dafür entdeckten wir beim Abstieg ein weiteres Decauville Fahrgestell. 200m weiter unten fanden wir im letzten Jahr auch schon eins, jeweils mit gerissenem Rahmen.



Nun haben wir das Bergbaurevier am Canigou bereits 8 Tage lang erkundet und allen Familienmitgliedern steht der Sinn nach andern Unternehmungen. Kurz bevor wir in die Zivilisation zurückkehrten und uns Abteien und Safariparks ansahen oder Schluchten durchruderten, gönnten wir dem Bus eine ausgiebige Unterbodenwäsche.



In Vinca steht dieser Feuerwehr Renault Goelette.



Bei Durban schlugen wir uns noch mal durchs Gelände
Suchbild: Wo ist der VW Bus?






Mitten in der Landschaft wurde vor langer Zeit ein Traktor geschlachtet. Er hat über einen Benzinmotor mit 8 Zylinder verfügt, der noch herumliegt, ebenso wie das Getriebe und einige Blechteile.



Das Getriebe hab ich aufgeschraubt und auf Feldbahntauglichkeit untersucht. Nach dem Auszählen der Gänge war vor allem nur ein Rückwärtsgang das Ausschußkriterium.



Während meine Gedanken noch bei der Weiterfahrt um das Getriebe kreisten, übersah ich im Gras eine Abbruchstelle des Feldweges und der Bus rutschte mit dem rechten Vorderrad ab. Der Versuch, aus eigener Kraft herauszukommen, ließ auch noch die Hinterachse abrutschen, was uns eine gefährliche Schräglage und einige bange Stunden einbrachte.
Fazit hier: Ab jetzt kommt die elektrische Seilwinde mit ins Gepäck, nicht nur die kleine mit Handkurbel.



Nach dieser Episode ließen wir es etwas ruhiger angehen.



Nun sind wir seit zwei Wochen wieder zuhause und bereits jetzt freue ich mich auf den nächsten Urlaub in den Pyrenäen. Auf der Südseite des Canigou dürfte es noch einiges zu entdecken geben... und die Eisenroute ( Route de Fer) zieht sich über Andorra bis an den Atlantik... wir stehen also nach ganz am Anfang.
Fahrtage
 
Fahrtage:
22.05. und 04.09.2022 11-17 Uhr:
Fahrten mit dem Personenzug
und Schaufahrten mit
historischen Lorenzügen.
Um 13:00 und 15:30 Führung
durch die Feldbahnsammlung
 
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