Untertage in der Schweiz 2018

In der Schweiz hat nicht nur der Käse Löcher, sondern auch die Berge.

Unsere Tour beginnt jedoch zunächst in den Vogesen.




Sieben Burgen in drei Tagen wären eigentlich einen eigenen Reisbericht wert, denn wir haben eine Menge in den Berg gehauene Gänge und Kammern bewundert.






Neben der Waldbahn Abreschviller, der Ziegelei Niederviller und Atzviller mit der Schleusentreppe, Schiffstunneln und Treidelbahn (vergl. frühere Berichte) stand dieses Mal die Eselbahn auf dem Programm. Sie erstreckte sich einst von Lutzelbourg bis Drulingen und diente hauptsächlich dem Material Transport aus den Sandsteinbrüchen Vilsberg, Berling und Hangviller zum Rhein-Marne-Kanal. Aufgrund ihrer langsamen Geschwindigkeit wurde sie Eselbahn genannt, weil sie nicht schneller als ein Esel war.
Schauen wir uns um. Von der ehemaligen meterspurigen Bahn sind noch Geländeeinschnitte, Brücken, mehrere Bahnhöfe und eine als Zubringerlok von den Steinbrüchen eingesetzte Heim Lok in erbärmlichen Zustand vor der Auberge de "L´Eselbahn" erhalten.




Heim war ein Lokomotivbauer in Straßburg, diese Maschine hat einen Einzylindermotor, um die 3 Tonnen Betriebsgewicht und Meterspur. Sie dürfte um die 80 Jahre alt sein.




Die Sandsteinbrüche sind auch sehenswert.






Auf der weiteren Fahrt in die Schweiz gab es einen Abstecher in den Hochschwarzwald, zunächst an die Grube Schauinsland und danach zur Grube Finstergrund bei Wieden.



Hier wurden wir herzlich von Martin und seinen Mitstreitern Empfangen.
Vielen Dank für die ausführliche Sonderführung auch "hinter die Kulissen".
Es gibt nun keinen Winkel im Finstergrund den wir nicht kennen.





Deutz GZ30b unter Tage im Besucherbereich.






Deutz A2M514 in der Lokhalle. Sie fuhr in Wieden, in der Grube Anton und ist damit für den Verein besonders wertvoll.




Auch der aktuelle Stollenvortrieb konnte bewundert werden. Ziel ist, eine der oberen Sohlen zu erreichen. Vor der Schwerstarbeit, die hier geleistet wird, kann man nur den Hut ziehen.








Viel Enthusiasmus braucht auch der Köhlermeiler. Seit 14 Tagen erforderte er alle zwei Stunden ständig Kontrollen und Korrekturen. Der Hobbyköhler ist danach selbst geräuchert. Was habe ich doch dagegen entspannte Hobbies.
 



Wir nächtigten auf dem Zechenplatz und setzten uns erst spät am nächsten Nachmittag endlich in Richtung Schweiz in Bewegung.




Es ging noch an einige Wasserfällen und Bergwerke, bis wir am nächsten Tag Bad Säckingen durchkreuzten. Das ist deshalb erwähnenswert, da hier unser VW Bus die ersten 24 Jahre seines Lebens bei einem älteren Herren verbrachte. Er lebt aber nicht mehr und auch das VW Autohaus Köhler, dessen Logo noch immer an unserer Nummernschildunterlage prangt, gibt es nicht mehr. Unser Bus war also nach 19 Jahren mal wieder in seiner alten Heimat, zeigte sich aber erwartungsgemäß unbeeindruckt und fuhr über die Grenze...



Drei Tage später und einige 100 Kilometer weiter geht es endlich in der Berg.
Ein Zementwerk, direkt an einem See gelegen, baute zunächst unterirdisch ab.

Der Eingangsbereich ist massiv verbaut und gleicht einer Röhre. 






Es wurde Magazinbau betrieben und durch diesen Bunker in Loren abgezogen.






Wir sind inzwischen ca. 500 Meter im Berg.






Diese Lore wurde von 600mm auf 500mm umgespurt.




Hier muss ein Frosch im Einsatz gewesen sein.




Weit hinten lagen drei Gleise nebeneinander. Wir verzichten darauf, jede Strecke zu erkunden, sondern fahren nach einer Stunde wieder aus, denn die oberen Sohlen sollten interessanter werden.






Auf dem Weg nach oben geht es an der Plattform einer Lastenseilbahn vorbei.









Hinter uns öffnen sich riesige Hallen.




Diese Tür führt nach unten durch ein Überhauen zu den Abbauen über der tiefen Sohle, die wir vorhin erkundet hatten.




Zu Kriegszeiten wurde hier ein Militärhospital eingebaut, Treppen, Sockel und Fundamente zeugen noch reichlich davon.






In der Bildmitte der Eingriffsraum, dahinter im LED Licht das Leichenhäuschen.








Unser Weg führt am Heizraum mit Warmwasserbereitung vorbei. Den Schornstein werden wir gleich von außen sehen.






Es geht immer weiter nach oben, mal im Freien, mal untertage. Aber immer mit Tageslicht.










Nun erreichen wir endlich den Lokschuppen.




Hier standen bis 1989 zwei O&K Loks und eine Ruhrtaler von 1920.
Sie wurden damals über einen Schrägaufzug geborgen.






Neben dem Lokschuppen geht es in die Tiefe. Wer beim Rangieren nicht aufpasste, landete 30 Meter tiefer.




Das Dach einer Lok ist noch da.




Hier passt doch was nicht?
Zu Betriebszeiten wurde von 500mm auf 600mm umgerüstet, um die Förderkapazität zu erhöhen.
















Ein genietetes Ölfass.


















Neben den Entladebrücken gibt es den Schrägaufzug für Materialtransporte.




Hier hat sich eine stattliche Ringelnatter gehäutet.
 



Die tollen hölzernen Förderwagen wurden hier entladen. In der Rinne rutschte das Material direkt in den Vorbrecher.




Es ist nicht leicht, die drei Entladebrücken zusammen abzulichten.













Daneben geht es unterirdisch weiter. Nun der Kompressorraum.













Und die Mechanikerwerkstatt, mit Transmissionswellen an der Decke.
















Während ich mich drinnen für die unberührte Einrichtung begeistere, wird es dem Rest der Familie langweilig und der Hund muss Kunststückchen machen.








Die unterste Spitze eines Derickkrans.
















Die beiden großen Eingänge auf der nächsten Sohle darunter sind geschlossen.






In einem kleineren Stollen daneben gibt es kein Tor, dafür zwei Flachwagen.
 







Die Strecke nach links führt in drei Bunker. Es stehen wieder von den hölzernen Förderwagen darin, insgesamt sieben Stück, das wäre ein toller Museumszug.
  























Wieder am Tageslicht durchqueren wir den Bruch und sehen nun auch den Derickkran in voller Größe.






Das nächste Schlupfloch lässt nicht lange auf sich warten.




Nochmal kurze Unterbrechung für Licht und Wasser.






Eine riesige unterirdische Brecheranlage wurde 1956 in den Berg gebaut, welche bis in die 80er Jahre in Betrieb war und von einem Elektroseilbagger mit Material versorgt wurde. Sie erstreckt sich bis an das Seeufer hinunter.











Endlose Treppen führen immer weiter nach unten...








Hinter dem Haus ist der Schrägaufzug zu erkennen.






Der ehemalige "Zementhafen".






Fundamentreste des alten Zementwerkes, welches hier von einem Hangrutsch im Jahr 1916 teilweise in den See gerissen wurde.





Zu Abschluss unserer Reise besuchen wir die Feldbahn der Ziegelei Landquart.
Remo führt uns durch die Ziegelei, wir fahren ausgiebig mit den schönen O&K Loks und dem Eigenbaupersonenwagen.












Eine besonders schöne und sehr alte Lore dient in der Ziegelei noch als Staplerlore.




Auf dem Nachhauseweg: Ehemalige Baulok als Denkmal vor der Firma Senn in Brunnen am Vierwaldstättersee.

 
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Fahrtage
 
Sonntag, 15.4.2018 11-17 Uhr
Sonntag, 1.7.2018 11-17 Uhr
Sonntag, 23.9.2018 11-17 Uhr

Fahrten mit dem Personenzug
nach Bedarf, zwischendurch
mit vier Lorenzügen

Führung durch die Feldbahnsammlung
um 13:00 und 15:30 Uhr
 
 
 
 

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